Navigationsgeräte Garmin nüvi 140 T und 150T im Navi Test

Beide Navi-Modelle verfügen über eine Vielzahl von Premium-Navigationsfunktionen wie den Fahrspurassistenten mit Kreuzungsansicht oder sprachgesteuerte Abbiegehinweise. Das Farbdisplay ist mit 4,3 Zoll (nüvi 140T) bzw. 5 Zoll (nüvi 150T) extra breit.

Das Garmin Nüvi 140T und 150 T zählen zu den scheinbar Preiswerten, das Erscheinungsbild ist ansprechend, die Verarbeitung gut. Angenehm ist die seitliche Einfassung des Navigationsgerätes durch einen silbernen Rahmen, wodurch eine gewisse Wertigkeit suggeriert wird.

Die schlank designten Navigationsgeräte sind die ersten beiden Modelle der Essential-Reihe, die mit einem TMC-Verkehrsfunkempfänger und kostenlosen TMC-Meldungen zu Staus und Störungen ausgestattet sind. Dabei hat Garmin erstmals das Staumelder-Modul in seinen Navigationsgeräten selbst verbaut und nicht wie bisher im KFZ-Ladekabel. Die Empfangsantenne bleibt jedoch weiterhin im Zubehör integriert, wodurch die Stauinfos auch beim nüvi T140 und beim nüvi T150 nur im Ladezustand in den Geräten landen.

Garmin nüvi 140T und 150T: Bedienung

Nach dem Einschalten, der Akzeptanz von Lizenzvereinbarungen und dem üblichen Warnhinweis zur Benutzung präsentiert sich die simple Betriebsoberfläche vom garmin nüvi 140T und 150T mit den Punkten Zieleingabe, Karte sowie den kleineren Unterpunkten Lautstärke, Apps und Einstellungen. Hat man Fahrzeugverbrauchsdaten und aktuellen Spritpreis unter „Fahrzeugprofil“ eingegeben, bekommt man eine Vorabinformation über die zu erwartenden Fahrtkosten zur Route mitgeliefert.

Die Berührungsempfindlichkeit des Displays ist gut, das Nüvi 140T und 150T reagiert, ohne dass man bewusst nachdrücken muss. Der vielfach bemängelte Tastenton könnte als störend empfunden werden, obwohl er wirklich leiser sein könnte. Abstellen lässt dieser nicht. Die Geschwindigkeitswarnungen sind abschaltbar, so herrscht Ruhe im Cockpit. Jeder User sollte sich nicht nur auf sein Navi verlassen, sondern die Augen auf die Strasse richten.

Garmin nüvi 140T und 150T: Sprachansagenprobleme

Die weibliche Navigationsstimme hat eine Schwäche für lange Vokale, wodurch manche Ansage gedehnt klingt, aber insgesamt verständlich. Dieses Problem scheint bei Garmin ein alltägliches zu sein und wurde bis jetzt noch nicht abgestellt. Ansonsten kommen die Ansagen rechtzeitig, manchmal aber sehr frühzeitig. Die ab Werk eingestellte Stimme „Steffi“, die sich anhört, als sei man schon dreißig Jahre mit ihr verheiratet. Marie hingegen hört sich jetzt alles etwas abenteuerlich an, kann allerdings keine Straßennamen sagen.

Garmin nüvi 140T und 150T: Kartenmaterial

Garmin nüvi 140T und 150T werden mit Kartenmaterial zu 22 Ländern Europas ausgeliefert. Aktuelle Karte heißt nicht, dass sie in allem aktuell ist, sondern nur die neueste aktualisierte ist. Das lässt sich nirgendwo erwarten und insofern relativiert sich die „Lifetimekartengarantie“ (die das 150T hier nicht hat) mit Blick auf die technische Lebensdauer.

Garmin nüvi 140T und 150T: Routenplanung

Gelegentlich lohnt es sich nach der Zieleingabe nicht gleich auf „Los!“ zu drücken, sondern sich die „Routen“ anzeigen zu lassen. Dort werden drei Routen angeboten (blau, gelb, magenta), die man rechts über das Menü auswählen kann (oben die Pfeile). Das Garmin nüvi 140T und 150T erwies sich als zuverlässig die schnellste Route auszuwählen, freilich immer mit den Abstrichen, die man einem Navigationsgerät gegenüber einem Ortskundigen zugestehen muß.

Außerdem kann man sich auch für die kürzeste oder die kraftstoffsparendste Route entscheiden; die kürzeste Strecke würde ich nach meiner gängigen Erfahrung mit Navigationsgeräten allerdings niemals anwählen (holprige enge und meist nicht gepflegte Straßen). Gut ist auch, daß man durch bestimmte Präferenzen etwa Kehrtwenden, Autobahnen, mautpflichtige oder unbefestigte Straßen etc. meiden kann, so daß man beim Fahren unangenehme Situationen umgehen kann.

Die Verteilung der Menüpunkte ist allerdings nicht immer ganz nachvollziehbar. Einiges ist nur auf dem Startbildschirm zu finden. Etwa die aktuelle Uhrzeit, die Stärke des GPS-Signals, der Akkuladestand und das Auto neben den Strichen für die GPS-Stärke (ein Klick darauf und man kann den Fußgängermodus wählen, eben nicht in den Einstellungen). Die POI sind zum Teil nicht vollständig und aktuell, aber das ist auch kaum zu erwarten.

Garmin nüvi 140T und 150T: Zusätzliche Funktionen

Ebenfalls vorhanden ist ein Fahrspurassistent, der das Einordnen an Abzweigungen oder Ausfahrten erleichtern soll. Mit Hilfe der 3D-Kreuzungsansicht wird der Fahrer zudem frühzeitig mit Bildern kommender Kreuzungen versorgt. Auch bieten beide nüvi-Modelle sprachgesteuerte Abbiegehinweise und unterstützen so die Orientierung des Fahrers.

Darüber hinaus lässt sich mit der Eco-Funktion die eigene Fahrweise im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit zusätzlich einschätzen. Die ermittelten Werte wie Fahrtkosten, CO2-Ausstoß und Verbrauch werden beim Abschalten des Navigationsgerätes für einige Sekunden eingeblendet.

Der Fahrspurassistent ist ordentlich und hilft dem Fahrer, bei mehreren Spuren die Orientierung zu behalten. Bei Autobahnabfahrten wird glücklicherweise auch die genaue Bezeichnung des Schildes eingeblendet. In diesem Zusammenhang ist auch positiv hervorzuheben, daß der Name der Straße, in die als nächstes abzubiegen ist, ob in einer Leiste steht. Er ist trotz der eher geringen Bildschirmgröße gut lesbar.

Garmin nüvi 140T und 150T: Warnung vor Radarkameras

Optional im Rahmen eines kostenpflichtigen Abonnement erhältlich ist eine von Garmin-Partner Cyclops bereitgestellte Radarwarnfunktion, die in Echtzeit auf stationäre Tempomesser hinweist. Wird die Geschwindigkeit bei Annäherung an eine Radarkontrollstation überschritten, geben die Geräte entsprechende Meldungen aus. Nach Angaben von Garmin werden die Standortinformationen zu den Blitzern ständig aktualisiert. Wer das Feature nutzt, begibt sich allerdings auf unsicheres Terrain: in Deutschland sind derartige Warngeräte nicht erlaubt und können von der Polizei beschlagnahmt werden.

Fazit: Mit dem unterschiedlich großen Geschwisterpaar legt Garmin attraktive Preis-Leistungs-Navigationssysteme nach. Wer ohne viele Navi-Extras gut von A nach B innerhalb Zentraleuropas gelotst werden will, für den lohnt sich eines der beiden Modelle garantiert. Allerdings lohnt sich eher die 5-Zoll-Variante nüvi 150T. Die größere Display-Fläche macht sich schnell bezahlt. Dass auch diese Navigationsgeräte nicht für einen langjährigen Einsatz konzipiert sind, sieht man insbesondere daran, dass der Akku fest verbaut ist und nicht über ein leicht zugängliches Fach austauschbar. 

Für ein paar Euro mehr erhalten Sie die beiden Geschwister auch mit lebenslangem Kartenupdate.

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