Navigationsgeräte für den Drahtesel -Vor-und Nachteile

Wer sich tagtäglich auf den Drahtesel schwingt, um zur Schule oder zur Arbeit zu gelangen, der denkt sicherlich nicht daran, diesen auch mit einem Navigationsgerät auszustatten. Warum auch? Der Weg bleibt letztlich ja immer gleich. Wer indes in seiner Freizeit größere Touren mit dem Fahrrad unternimmt, kann sich durchaus an den Vorteilen erfreuen, die ein Navigationsgerät für den Drahtesel bietet. Welche dies sind und welche Nachteile es auf der anderen Seite gibt, soll dieser Beitrag klären.

Wer nutzt Navigationsgeräte beim Fahrradfahren?

Die Antwort auf diese Frage ist simpel, denn Navigationsgeräte beim Fahrradfahren nutzen all diejenigen, die in die Ferne schweifen, statt die in der Regl durch den Tourismusverband gut ausgeschilderten Radwege innerhalb von Deutschland zu fahren. Eine Übersicht zu den deutschen Radwegen gibt es unter fahrradtouren.de. Und selbst diese setzen immer häufiger auf den digitalen Wegweiser, denn was beim Autofahren so praktisch ist, kann schließlich mit dem Fahrrad nicht verkehrt sein. Übrigens gibt es genau zwischen diesen beiden Geräten große Unterschiede. Selbst wenn ein Auto-Navi auf Fußgänger oder Fahrradfahrer umgestellt werden kann, ersetzt das noch nicht das echte Fahrrad-Navi, den dieses bietet mehr Funktionen und auch Informationen, die für Radler auf Tour wichtig sind.
Was den Radlern in Deutschland darüber hinaus noch wichtig ist, geht aus der ADFC-Radreiseanalyse 2014 hervor. Die Grafik auf Seite 8 zeigt an, welche Top-5-Faktoren für eine tolle Radreise nötig sind (und zwar für Urlauber und Ausflügler gleichermaßen):

  • Der Zustand von Wegen und Straßen
  • Eine verkehrsarme Streckenführung
  • Eine gute Beschilderung
  • Die Oberfläche des Radweges
  • Die Breite des Radweges
  • Die Karten haben noch nicht ausgedient.

Auch die Auswertung der Frage, welche Medien Radfahrer nutzen, um einen Urlaub oder einen Ausflug zu planen, ist spannend und scheint einen Digitalisierungstrend aufzuzeigen: 67 Prozent und damit die absolute Mehrheit setzt auf das Internet.

  • 40 Prozent nutzen Karten.
  • 36 Prozent vertrauen auf Radreiseführer.
  • 32 Prozent planen mit Prospekten und Broschüren.
  • 11 Prozent nutzen einen Routenplaner.
  • Vor- und Nachteile von Fahrradnavis

Warum Navigationsgeräte nicht auf jedem Tourenfahrrad installiert sind, ist letztlich auch eine Typsache, denn während die klassisch denkenden Radler, die so viele Strecken aus dem Effeff kennen, eher auf ihre Karten setzen, nutzt die Smartphone-Generation immer häufiger auch Navigationsgeräte beim Radfahren. Dafür und dagegen gibt es jeweils einige Punkte, wie die folgende Tabelle zeigt:

Vorteile von Fahrrad-NavisNachteile von Fahrrad-Navis
Je nach Modell und Marke gibt es auch einige technische Finessen, wie eine gute, intuititve Bedienbarkeit und einen guten Akku, der unterwegs natürlich das A und O ist. Einige Geräte kämpfen mit der Technik. Dauert das Einschalten lang, ist das Signal bei schlechtem Wetter nicht gut, funktioniert die Datenübertragung nur mittels PC und wird die Akkulaufzeit bemängelt, sind das klare technische Nachteile. Spiegelt das Display und funktionieren die Taste nur sehr schwer, kann das durchaus behindern.
Zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten wie ein Pulsmesser, der darüber hinaus noch die Trittfrequenz anzeigt, helfen dabei, gesund zu radeln. So kann auch die Tourenplanung an der individiuellen Leistung ausgerichtet werden.Nutzer berichten von falschen Richtungsangaben in der Navigation (rechts statt links) und halten die Routenplanung geräteabhängig für zu umständlich.
Auch technisch betrachtet habe viele Geräte nützliche Features wie die genaue Bestimmung der Position, Hilfestellung dabei, den Weg einzuhalten sowie Informationen zu Strecke, Blick und Geschwindigkeit.Auch wenn es noch keine wissenschaftlichen Studien zu diesem Thema gibt, so ist der Ablenkungsfaktor doch vorhanden. Das kann beim Fahren auch gefährlich werden.
Auch wer sich insgeheim gegen die Technisierung des Radelns streubt, der hat letztlich auch die Chance, unnötige Zwischenstopps zu umgehen und sich (wenn der Blick gerade nicht aufs Navi gerichtet ist) stärker auf Natur und Sport zu konzentrieren, schließlich übernimmt das Fahrrad-Navi zuverlässig die Wegbeschreibung.Sicherlich geht, rein emotional betrachtet, auch ein Stück weit das Abenteuer verloren, wenn kein Fahrradurlauber mehr selbst in die Karte blickt oder auf die Beschilderung achten muss.

Fazit: Fahrradfahren mit Navigationsgerät ist bequem, aber nicht unbedingt abenteuerlich, allerdings ist eine Dauernutzung ohnehin nicht ratsam. Wer hingegen dem Gerät nicht traut, hat zur Sicherheit eine alte Karte in der Tasche. Worauf es beim Kauf eines Fahrrad-Navis ankommt und welche Marken im Test wie abgeschnitten haben, ist unter https://www.vergleich.org/fahrrad-navi/ ausführlich erläutert.

Fahrrad-Navigationsgerät vs. Navi App

Eine Alternative zum Navi für den Drahtesel ist eine spezielle Navi-App. Diese gibt es sogar als kostenfreie Variante. Manche Anbieter bieten Kartenausschnitte zum Download an. Dieser Service ist jedoch in der Regel kostenpflichtig. Allerdings bringt auch diese All-in-one-Alternative einen Nachteil mit sich: Ist der GPS-Modus aktiviert, schmälert das die Akku-Laufzeit enorm. Der Display ist oft und vor allem bei Sonneneinstrahlung nur schwer zu erkennen. Auch sind die Geräte nicht per se wasserdicht. Mehr Details zur Fahrrad-Navi-App sind hier zusammengestellt.

Und wohin geht’s mit dem Fahrrad?

Nach all den technischen Erläuterungen, muss letztlich doch wieder jeder selbst entscheiden, ob er auf ein Fahrrad-Navi setzen will, oder ob er Vertrauen in seine Kartenlesefähigkeiten hat. Wohin es dann, wenn die Entscheidung steht, am liebsten geht, zeigt auch die ADFC-Radreiseanalyse. Dies sind die 10 beliebtesten Radfernwege in Deutschland:

  • Elberadweg
  • Ostseeküsten Radweg
  • Weser-Radweg
  • MainRadweg
  • Rheinradweg
  • Donauradweg
  • Mosel-Radweg
  • Emsland-Route
  • Bodensee-Radweg
  • Ruhrtal-Radweg

Mit Blick ins Nachbarland sind der Donauradweg, die Via Claudia Augusta und der Nordseeküstenradweg besonders beliebt. Der Tauernradweg, der Ostseeküsten Radweg und der Jakobsweg haben es neu ins Ranking geschafft.

Abbildung 1: pixabay.com © netster (CC0 Public Domain)
Abbildung 2: pixabay.com © UnSplash (CC0 Public Domain)
Abbildung 3: pixabay.com © mumusu (CC0 Public Domain)

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