Digitale Karten – in denen steckt mehr als man denkt

So schnell der Markt für mobile Navigationsgeräte sich entwickelte, staute sich zum Ärger der Nutzer es sich bei den digitalen Karten. Das Kartenmaterial Welt ist z.B. bei TomTom schon erhältlich. Wo die Straßen in Deutschland, Schweiz und Österreich schon zu 100% im Kartenmaterial auf dem Navigationsgerät zu finden ist, gibt es Länder wo deren Abdeckung wie z.B. Jamaika bei gerade einmal 3% liegt.

Die Anbieter vieler mobiler Navigationsgeräte haben sich aus dem Bereich zurückgezogen, es ist übersichtlicher geworden, nur die Zeit im Bereich der digitalen Karten scheint nicht stillzustehen. In jenem Bereich gibt es massiv viel zu tun.

Von 3D zum Realbild auf dem Navigationsgerät

Am Beispiel TomTom wurde über die Jahre schon das Kartenmaterial optisch aufgefrischt durch dreidimensionale Gebäude und realitätsnahen Abbildungen von ganzen Straßenzügen. Was mit viel Aufwand betrieben, verschlingt auch jede Menge Speicher auf dem Navigationsgerät. Wie schon auf seinem eigenen Navigationsgerät festgestellt hat, sind markante Punkte in vielen Städten schon in 3D Format auf dem Navigationsgerät integriert. In Zukunft kann der Fahrer schließlich das reale Bild auf dem Display vom Navigationsgerät sehen, wie durch die Windschutzscheibe vom Auto. Wir können gespannt sein, wann dieses Kartenmaterial angeboten wird.

Digitale Karte a la Europa

Ein Kamerawagen ausgestattet mit Laserscanner, 5 Kameras, GPS-Antenne, zusätzlichen Radsensoren, Kreiselkompass, Tablet und einem Zentralrechner mit 2 Festplatten an Bord werden nicht nur neue Straßen auch der erfasste Bestand auf geänderte Verkehrsführungen oder abweichende Beschilderungen abgefahren. Die angebrachten Kameras erfassen eine 360 Grad Ansicht mit einer Bildaufnahme von bis zu 3 Bildern in der Sekunde. Der Laserscanner misst die genaue Entfernung zu Schildern oder Gebäuden. Die an Bord befindliche GSP Antenne bestimmt die Position bis auf rund 1 Meter genau. Eine Erhöhung der Positionsgenauigkeit wird durch die Radsensoren erreicht. Im Zentralrechner verbaute Kreiselkompass registriert jegliche Richtungsänderungen. Die im Zentralrechner verbauten Festplatten zeichnen pro Tag 350 GB an Daten auf. Die vollen Festplatten werden wöchentlich ausgewertet teils automatisiert, teils auch in Handarbeit in Kartenmaterial umgewandelt. Durch die Aufzeichnung der Schilder lassen sich solche Arbeiten nur tagsüber und auf Autobahnen mit einer maximal Geschwindigkeit von 110 km/h durchführen.

Schichtweiser Aufbau einer digitalen Karte

Habe Sie sich auch schon einmal gefragt wie solch eine digitale Karte aufgebaut ist? Der Aufbau ähnelt einer mehrlagigen Torte. Zuerst der Boden, danach Daten- und Softwareschichten und die eigentliche Karte auf dem Display ist der Tupfer auf der Torte. Ohne die Kartenansicht auf dem Navigationsgerät sind die auf dem Display zu sehenden Karten eine Art Spinnennetz, das unsere Straßen darstellt. Jeder dieser Fäden stellt einen Straßenabschnitt, ein Knoten eine Einmündung und Kreuzung dar.

Durch das Hinzuziehen eigener GPS Daten, Vermessungsdaten aus exakten Karten und Luftbildern erstellen die Kartenhersteller aus den Punkten und Linien die sogenannte Basisgeometrie- unser Straßennetz.

Der einzelne Straßenabschnitt wird dabei durch zahlreiche Positionspunkte genau beschrieben. Zusätzlich gehören der Verlauf, Höhe über den Meeresspiegel, Gefälle oder Steigung, Kreuzung oder Einmündung, Fahrspuren, Geschwindigkeitsbegrenzungen mit dazu. Dies stellt die Grundlage jeder Routenberechnung in einem Navigationsgerät dar.

Laut Navteq sind nahezu 200000 Kilometer der verkehrsreichten Straßen Deutschlands sowie der durchschnittliche Verkehrsfluss dieser Straßenabschnitte erfasst worden. Durch neue Berechnungsmethoden lassen sich abhängig vom Verkehrsaufkommen, Uhrzeit, Wochentag eine optimale Route berechnen, die durch minütlich aktualisierte Verkehrsinformationen unterstützt wird. Jenes Ziel ist es eine präzisere Routenberechnung mit einer genaueren Ankunftszeit und Vermeidung von Staus während der Fahrt. Solche Möglichkeiten sind in den noch übrig gebliebenen Anbietern wie TomTom und Garmin und deren Kartenmaterial teilweise anzutreffen.

Kommt bald das mitdenkende Auto?

Die Grundlage dafür sind digitale Karten im Zusammenspiel mit GPS. Das jahrelange Einsammeln von abgefahrenen Straßen und Sammeln von riesigen Datenmengen zahlt sich aus. Wo einst wichtige Merkmale wie Straßenverlauf in der Routenberechnung waren, sind es jetzt Angaben zur Straßengeometrie, Steigungen oder Gefälle, Kuppen, Straßenbreite oder auch eine momentan ratsame Fahrgeschwindigkeit. Dies ist aber nur dann optimal möglich, wenn die Fahrzeuge miteinander kommunizieren können. Navteq liefert dazu den “Electronic Horizon”, der den Fahrer über den Verlauf der Straße hinter der Kurve, ob die gefahrene Geschwindigkeit zu hoch ist bzw. was nach der Kuppe kommt, informiert.

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