Die Zukunft der Autonavigation – Entwicklung und Szenarien

Ein Großteil der Autofahrer auf deutschen und europäischen Straßen ist bereits mit Hilfe eines Navigationsgerätes gefahren. 2013 besaßen über 23 Millionen Personen ein tragbares Gerät, während 16 Millionen eine Form der Navigation in ihrem Auto installiert hatten.

Quelle: © Statista.com/ IfD Allensbach

Fachleute und Experten sprechen bereits davon, dass zukünftig alle Neuwagen mit besonderen Navigationssystemen ausgestattet sein sollen. Neben der Orientierung auf unbekannten Straßen sorgen sie dafür, Unfälle zu vermeiden und Staus frühzeitig zu erkennen. Die moderne Technik macht es möglich, dass der Verkehrsfluss noch effektiver abläuft und Autofahrer während der Fahrt einen umfangreichen Schutz genießen.

Die Revolution der Navigationsgeräte

Die ersten Geräte zur Navigation stammen aus dem militärischen Bereich für Seefahrt und Flugverkehr. In den 80er Jahren entwickelten Honda und Bosch Navigationsgeräte, welche über integrierte Karten und Radsensoren funktionierten. Pioneer war der erste Hersteller, der 1990 ein System auf den Markt brachte, das GPS-Daten nutzte. GPS steht für Global Positioning System und stützt sich auf das Satellitensystem der Vereinigten Staaten, welche diese für die zivile Nutzung freigaben. Die ersten serienmäßigen Navigationssysteme in deutschen PKW ließ BMW ab 1994 in die 7er Reihe einbauen. Ein Problem bestand damals bei den ungenauen Daten der Satelliten, welche die Geschwindigkeits- und Richtsensoren am Fahrzeug ausgleichen mussten. Dies lag an der Signalverzerrung der US-Satelliten, die Ortsbestimmungen nur auf 100 Meter ermöglichten. Im Jahr 2000 schaltete die US-Regierung die Signalverschlechterung ab und die Positionierung konnte nun auf zehn Meter genau ablaufen. Dies leitete das Zeitalter der kleinen Geräte ein, denn diese können ab dem Zeitpunkt die GPS-Daten ebenfalls erfolgreich nutzen und vielseitige Anwendungen bieten. Smartphones und GPS

Momentan nutzen die meisten Autofahrer kleine Personal Display Assistants (PDA), welche das Kartenmaterial parallel aktualisieren und nützliche Orte wie Tankstellen oder Sehenswürdigkeiten gespeichert haben. Doch viele Fahrer bevorzugen die Verwendung eines Smartphones, da das Gerät von der Navigation bis zum Telefonieren oder der Musik alle wichtigen Funktionen unterstützt. Einige Navigationsentwickler sind auf den Zug aufgesprungen und bieten vielseitige Apps für unterschiedliche Systeme für die Onboard-Navigation an. Android und Apple arbeiten bereits von Systemstart an mit Google Maps.
Der Vorteil der Smartphones als Navigationsgerät liegt in der Vielseitigkeit und in der Möglichkeit das Gerät auch außerhalb des Autos zu benutzen. Darüber hinaus ist die Vernetzung mit dem Internet automatisch gegeben, so dass aktuelle Informationen wie Staus oder Baustellen direkt eingespeist sein können. Probleme kann es dabei allerdings im Ausland geben oder in Gegenden ohne Mobilfunk-Empfang. Außerdem gibt es viele Smartphones, die ein spiegelndes Display besitzen, was die Sicht auf die Navigation erschweren kann.
In Zukunft ist vor allem die Vernetzung mit Informationen aus dem Internet relevant, um nicht nur die optimale Strecke zu finden, sondern auch um besondere Stätten, Restaurants, Tankstellen, öffentliche Einrichtungen oder andere Orte in kurze Zeit eingeben und entdecken zu können. Per Sprachsteuerung ist die Navigation jederzeit möglich, ohne den Blick von der Straße richten zu müssen. Folgendes Video zeigt eine Erneuerung, die bereits jetzt schon auf dem Markt ist. Das Head-Up-Display beamt die Informationen des Navis an die Autoscheibe, so dass eine freie Sicht auf die Bahn möglich ist.

Eine andere Vorgehensweise beschreibt die Integration von Augmented Reality Navigationssystemen für Smartphones. Dabei legt das Programm die Route und Fahranweisungen direkt auf den Bildschirm des Handys, welches die Strecke mit der Kamera erfasst und wiedergibt. Dadurch ist eine freie Sicht für den Fahrer vorhanden und er kann auf Veränderungen in angemessener Zeit reagieren.

Integrierte Navigationssysteme im Auto

Integrierte Geräte sind mit zahlreichen weiteren Funktionen des Autos verbunden; © wojtek – Fotolia.com
Für viele Autofahrer ist die Entscheidung für ein integriertes Navigationsgerät im Auto eine Frage des Geldes und einige Modelle liegen dabei immer noch deutlich über den Preisen der mobilen Geräte. Oftmals sind es mindestens 1000 Euro, die der Fahrzeughalter investieren muss und bei Eigenentwicklungen steigen die Kosten deutlich an. Der Vorteil liegt in der passenden Integration in das Fahrzeug, da die Geräte mit den Sensoren und weiteren Anwendungen des Autos verknüpft sind. Durch die integrierten Antennen besitzen viele Geräte einen verbesserten GPS-Empfang, wie zum Beispiel in einem längeren Tunnel oder in Parkhäusern und besonders die Freisprechanlage über die Lautstärkeregelung der Anlage ist für den Anwender nützlich. Dieses System ist vor allem für Vielfahrer geeignet, welche das Navigationsgerät auch steuerlich absetzen können. Zum Beispiel gilt die Versteuerung nach der 1-Prozent-Regel, wenn das Firmenfahrzeug auch privat genutzt wird. Allerdings erhöht sich durch den Einbau des Gerätes der Wert des Fahrzeuges und der monatliche Betrag, der zu zahlen ist. Weitere Informationen zu den steuerlichen Möglichkeiten der Navigationssysteme liefert dieser Beitrag.
Neben der 1-Prozent-Regel sollten Fahrzeughalter auf die Höhe der Kfz-Steuer achten, denn diese ist bei einem dienstlich gefahrenen Wagen ebenfalls abzusetzen. Dabei können Arbeitnehmer 30 Cent pro gefahrenen Kilometer absetzen und Unternehmen die Steuern als Betriebsausgabe angeben. Um die Steuern berechnen zu werden sogenannte Kfz-Steuer-Rechner verwendet (zum Rechner). Die Höhe der Steuer richtet sich dabei nach Hubraum, CO2-Ausstoß und Kraftstoff des jeweiligen Fahrzeugs. Die Fahrzeughalter sollten bei integrierten Navigationssystemen auf ein gutes Diebstahlkonzept achten und Alarmanlagen anbringen, da Diebe das Navi-System oft zusätzlich mit dem Autoradio entfernen. Ein Trick ist es, farbiges Isolierband an fest installierte Systeme zu kleben, um den Anschein eines Defektes zu erwecken. Darüber hinaus sind die individuellen Nummern des Navis ein Hinweis für die Aufklärungsarbeit der Polizei.

Zukunft der Navigation

Neben integrierten Navigationssystemen und Smartphones soll in Zukunft ein elektronischer Datenaustausch zwischen Fahrzeug und der Infrastruktur bestehen. Oft reagiert die Navigation zu spät auf tatsächliche Ereignisse oder liefert Alternativrouten erst nach der verpassten Ausfahrt. Abhilfe sollen Netzwerke schaffen, die per Funk von Auto zu Knotenpunkten wichtige Informationen durchgeben wie Durchschnittsgeschwindigkeit, Außentemperatur oder Scheibenwischeraktivität. Daraus ermitteln Computer die Entwicklung des Verkehrs und sehen voraus, wo sich Staus bilden können und welche Geschwindigkeiten für den Fahrer je nach Streckenabschnitt sinnvoll sind. Außerdem erhalten die Fahrer Informationen zu wichtigen Veränderungen im Streckenabschnitt in Echtzeit, zum Beispiel bei einem Einsatz von Feuerwehr oder Krankenwagen. Die Navigationssysteme zeigen dabei den Fahrern die Route der Rettungswagen an, so dass die Fahrzeuge rechtzeitig aus dem Weg fahren können. Ein anderes Beispiel sind rasche Informationen zu Wanderbaustellen, so dass der Fahrer sich in die für ihn ideale Spur einfädeln kann. Weitere Daten wie Schnee, Eis, Regen oder Unfälle kommen per Funkübertragung an den Fahrer und die Systeme gestalten so eine sichere Route für alle Verkehrsteilnehmer.
Die Autos werden technisch immer versierter und die Navigation ist mittlerweile so punktgenau, dass eine Orientierung und Zeitberechnung für komplexe Strecken für jeden Fahrer möglich geworden ist. In Zukunft können sich Fahrer immer mehr auf die Technik im Straßenverkehr verlassen und entspannter in den Arbeitsalltag oder die Freizeit starten. Bei BMW arbeiten Forscher intensiv an dem Einsatz von künstlicher Intelligenz in Navigationssystemen, welche vorausschauendes Fahren erlernt und sich während jeder Fahrt weiteres Fahrverhalten aneignet. So kann der Routenfinder zum Beispiel morgens den Weg zur Arbeit inklusive Umwege zu Schule oder Kindergarten planen und Prognosen für die optimalen Routen geben. Zusätzlich dazu kommen Sprit sparende Angaben mit verdeckten Tempolimits oder Abkürzungen. Die Navigation der Zukunft ist intelligent und lernfähig.

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