Garmin Edge 810 Fahrrad Navigationsgerät Test 2013

Fahrradfahrer können sich mit dem Navigationsgerät Garmin Edge 810 den Weg weisen lassen und dann die Strecke bei Facebook posten. Ob das Navigationsgerät eine Alternative zum Smartphone ist, zeigt der Navi Test 2013.

In der Nachbarschaft kennt man sich aus. Aber auf einer längeren Tour mit dem Fahrrad geht es eben auch über unbekannte Straßen. Das sind meist die besten Touren. Mit einer Einschränkung: Es gibt kaum etwas Nervigeres, als kilometerweit in die falsche Richtung zu radeln. Muss ich wirklich den ganzen Berg wieder hoch? Wie schön wäre es, sich nie mehr zu verfahren! Ein neues Spielzeug verspricht genau das mobile Navigationsgerät Garmin Edge 810.

Für Autofahrer gibt es Navigationsgeräte schon seit Jahren und sie sind nicht mehr wegzudenken. Für Radfahrer sieht die Sache anders aus. Bislang gab es nur wenige überzeugende Lösungen. Manche Fahrradfreunde nutzen das Smartphone, aber auch das funktioniert nicht immer ideal. Was kann das Fahrrad-Navigationsgerät von Garmin? Hält es, was es verspricht? Und für wen ist es geeignet?

Informationen zum Garmin Edge 810 Fahrrad-Navigationsgerät

Für wen ist das Garmin Edge 810 geeignet?

Radfahrer mit sportlichen Ambitionen (Rennrad, Mountainbike), auch für mehrtägige Radreisen geeignet.

Welche Funktionen bringt das Garmin Edge 810 mit?

Navigationsgerät und Fahrradcomputer in einem. Zeigt zum einen den Weg an, zum anderen Geschwindigkeit, Distanz, Höhenmeter, Steigung und mehr (über 70 Werte). Zubehör ermöglicht die Aufzeichnung von Puls, Trittfrequenz und Leistung. Mehr braucht auch ein Profi nicht.

Mit was kann das Edge 810 verbunden werden?

Die wahrscheinlich wichtigste Verbesserung zum Vorgängermodell: Das Navigationsgerät ist online. Verbindung per Bluetooth zu PC oder Smartphone. Touren und Trainingsdaten lassen sich über Garmin Connect Mobile automatisch hochladen und weitergeben, zum Beispiel auf Facebook und Twitter. Das Live Tracking ermöglicht anderen, eine Tour in Echtzeit mitzuverfolgen. Umgekehrt lassen sich z.B. Wetterdaten unterwegs abrufen.

Wie klappt es mit der Bedienung auf dem Display?

Der Touchscreen funktioniert auch mit Handschuhen und bei Nässe. „Wischen“ durch die Menüs wie beim Smartphone, allerdings ist der Touchscreen weniger empfindlich – im Guten wie im Schlechten. Vorteil: sehr robust, spritzwassergeschützt. Nachteil: erfordert stärkeren Druck.

Wie sieht die Menüführung auf dem Garmin aus?

Im Vergleich zum Vorgängermodell wurde die Menüführung verbessert, deutlich aufgeräumr, allerdings an manchen Punkten immer noch nicht intuitiv. Die Fülle an Funktionen kann Einsteiger schnell überfordern. Unbedingt die Anleitung studieren.

Welche Qualität hat das Display?

Auflösung und Kontrast sind okay, aber auch nicht mehr. Kein Vergleich zu einem Smartphone in der Preisklasse. Bei direkter Sonneneinstrahlung spiegelt das Display des Garmin Edge 810.

Mit welchen Karten ist das Garmin Edge 810 ausgerüstet?

Eine Karte ist nicht vorinstalliert. Man kann eine vom Hersteller dazukaufen (z.B. Topo Deutschland). Eine sehr gute Alternative sind Open Street Maps (OSM), die es kostenlos um Internet gibt.

Wie lange hält der Akku im 810 durch?

Der Hersteller gibt die Laufzeit mit 17 Stunden an. Mit eingeschaltetem Bluetooth und Live Tracking hält das Navigationsgerät einige Stunden weniger durch. Das reicht aber locker für eine Tagestour ohne Nachladen. Manches Smartphone macht bei durchgehend eingeschaltetem Display und GPS früher schlapp.

Was für eine Größe hat das Garmin Edge 810?

Das Garmin Edge 810 wirkt auch an einem Fahrrad nicht klobig, ein klarer Vorteil gegenüber einem Smartphone. Display: 2,6 Zoll. Abmessungen: 93x53x25mm. Gewicht: 98 Gramm.

Wie tauglich ist die Halterung vom Garmin Edge 810?

Die Halterung lässt sich schnell und unkompliziert am Lenker montieren, entweder am Vorbau des Rades oder mit Aero-Lenkerhalterung weiter vorne im Sichtfeld. Das mobile Navigationsgerät Garmin Edge 810 hält bombenfest.

Das wichtigste mit: Wie hoch ist der Preis?

Laut Hersteller kostet das Gamrin Edge 810 449 Euro (ohne Zubehör), im Internet zurzeit ab 389,90 Euro. Mit Zubehör (z.B. Herz- oder Trittfrequenz-Sensor) und Kartenmaterial von Garmin sind es mehr als 500 Euro.

Navi Test 2013: Garmin Edge 810 Display, Kartenmaterial

Das Garmin Edge 810 wird am Vorbau des Lenkers angebracht, die Montage geht fix. Das Display hat der Fahrer somit immer im Blickfeld. Neben dem richtigen Weg zeigt das mobile Navigationsgerät auch Leistungsdaten an wie Geschwindigkeit, Distanz und Höhenmeter. Wie beim Smartphone wechselt man durch Wischen von einer Ansicht zur nächsten. Die Navigation funktioniert wie beim Auto per GPS. Unter freiem Himmel ermittelt das Gamrin Edge 810 recht genau die Position. Allerdings dauert es eine Weile, bis das Navigationsgerät den Satelliten gefunden hat.

Es gibt zwei Varianten, sich von dem Edge 810 leiten zu lassen: Entweder gibt man ein Ziel an und lässt die Strecke berechnen. Oder man hat vorher eine Route auf das Navigationsgerät geladen, die man nur noch abfahren muss.

Bei Variante eins kommt es sehr auf das Kartenmaterial an (muss extra bezahlt werden). Außerdem funktioniert die Berechnung der Routen am besten auf festen Wegen, abseits der Straße weniger gut. Richtig Spaß macht Variante zwei, also das Abfahren von vorher festgelegten Strecken. Die lassen sich entweder am Computer erstellen oder aus dem Internet laden. Mittlerweile existieren reihenweise Webseiten, auf der Mitglieder ihre Tracks hochladen, die wiederum jeder andere Nutzer kostenlos runterladen kann.

Eine der größten Plattformen im deutschsprachigen Raum ist GPSies, allein für Deutschland liegen hier rund 460.000 Strecken vor. Die Suche lässt sich hier anhand verschiedener Parameter (Länge, Höhenmeter, Wegbeschaffenheit, usw.) so verfeinern, dass jeder eine passende Strecke finden sollte. Die Tracks werden per USB-Verbindung oder Bluetooth an das Navigationsgerät gesendet. Die Übertragung lief im Test sekundenschnell, das Navigationsgerät erkannte die Strecke (im GPX-Format) sofort.

Navi Test 2013: Garmin Edge 810 Bedienung

Das Navi fürs Fahrrad eröffnet ganz neue Möglichkeiten, besser gesagt neue Wege. Das ist vor allem für Tourenradler interessant. Selbst wer meint, er kenne sich in seiner Gegend gut aus, wird neue Routen entdecken, ohne auch nur einmal die Landkarte aus der Tasche zu kramen. Auf unbekanntem Terrain ist das Navigationsgerät noch wertvoller, etwa im Urlaub oder auf einer mehrtägigen Tour. Wer doch falsch abbiegt, wird durch einen Piep ermahnt, wieder auf die Route zurückzukehren.

Mal abgesehen von den unumstrittenen Stärken hat das Navigationsgerät ein paar unübersehbare Schwächen. Der Touchscreen ist nicht so komfortabel wie der eines Smartphones. Die Menüführung hat sich zwar im Vergleich zum Vorgängermodell (Garmin Edge 800) verbessert, alles sieht etwas schicker aus, aber intuitiv lässt es sich leider immer noch nicht bedienen. Einsteiger können mit der Fülle an Funktionen überfordert sein.

Auf den ersten Blick erschließt sich nicht, an welcher Stelle sich welche Funktion verbirgt; ebenso wenig wann einfaches Antippen reicht, wann ein längeres Berühren nötig ist, an welcher Stelle ich ziehen, an welcher ich wischen muss. Sozusagen scheitert man anfangs an einer einfachen Aufgabe: die Anzeige der Herzfrequenz. Das Navigationsgerät meldet zwar, es habe den Sensor erkannt, aber wie sich der Wert nun auf das Display zaubern lässt, bleibt ein Rätsel.

Dazu muss man sich klar machen: Die Bedienung sollte so einfach sein, dass sie auch bei voller Fahrt leicht von der Hand geht, also wenn die Konzentration auf die Straße gerichtet sein sollte. Sonst wird die Abfahrt mit Tempo 60 schnell zum Blindflug. Jedenfalls wird dann niemand die Muße haben, einen Blick in die Anleitung zu werfen. Mit der Zeit lernt man aber die wichtigsten Funktionen kennen und stellt den Rest einfach ab.

Die wichtigste Neuerung gegenüber dem Vorgängermodell: Der Garmin Edge 810 verfügt über Bluetooth. Damit lässt sich das Navigationsgerät nicht nur kabellos mit dem PC verbinden, sondern auch mit dem Smartphone und das dient auch unterwegs als Brücke ins Internet, wenn die App Garmin Connect Mobile installiert ist (nur für Apple- und Android-Navigationsgeräte).

Eine Live-Tracking-Funktion ermöglicht es der Familie oder Freunden, eine Tour in Echtzeit mitzuverfolgen zuhause am Rechner oder auf dem Handy. Ob das in der Praxis häufig zum Einsatz kommt, sei mal dahingestellt.

Navi Test 2013: Garmin Edge 810 mit einem kostenintensiven Zubehör

Nach Ende der Tour lassen sich Trainingsdaten hochladen und weitergeben, zum Beispiel per Facebook, Twitter, Mail oder SMS. Wer seine Leistung genauer analysieren will, kann dies zuhause am Rechner tun entweder online über Garmin Connect oder offline (Garmin Training Center). Wo bin ich gefahren? Wie schnell war ich am Berg? Und in welchem Pulsbereich war ich unterwegs? In schicken Grafiken und Kurven lassen sich die Daten übereinander legen, in einzelne Intervalle zerlegen, jede Pedalumdrehung auswerten.

Mit dem Edge 810 hat Garmin den Rückstand verringert. Dennoch wird sich mancher Nutzer fragen: Brauche ich ein weiteres Navigationsgerät, wenn ich ein Smartphone habe?

Dafür spricht: Der Edge 810 ist speziell für den Outdoor-Einsatz ausgelegt; er ist so robust, dass es auch mal einen Sturz übersteht, verträgt Spritzwasser und wartet mit langer Akkulaufzeit und zuverlässiger GPS-Verbindung auf. Wer möchte, kann natürlich auch sein iPhone auf die Lenkerstange schrauben. Aber will man damit wirklich durch einen Regenschauer fahren?

Dagegen spricht der Preis. Die Basisversion kostet fast 400 Euro. Hinzu kommt teures Zubehör, etwa die Sensoren für Herz- und Trittfrequenz. Allein die Aero-Lenkerhalterung kostet 39 Euro – für ein einfaches Plastikteil. Das ist schon happig. Und: Anders als beim Navi fürs Auto ist keine Karte vorinstalliert. Die muss man entweder extra kaufen (zum Beispiel Topo Deutschland von Garmin für 119 Euro) oder im Paket mit dem Navigationsgerät erstehen. Ein Bundle mit Karte und dem wichtigsten Zubehör gibt es im Handel für rund 550 Euro.

Eine sehr gute Alternative zu kommerziellen Angeboten sind die Karten von Open Street Maps (OSM). Sie werden von einer Community erstellt und gepflegt – OSM ist so etwas wie Wikipedia für Karten. Es gibt eine Fülle verschiedener OSM-Karten, beispielsweise solche, die speziell auf Mountainbiker zugeschnitten sind (Open MTB Map). Der Detailgrad ist oft besser als der kommerzieller Karten. Die Installation ist nicht ganz einfach, mit etwas Einlesen sollte sie aber gelingen.

Fazit: Für Rennradfahrer ist der Garmin Edge 810 derzeit das beste Navigationsgerät, das sowohl Navigation als auch Funktionen eines Fahrradcomputers vereint. Das Erkunden neuer Strecken macht eine menge Spaß. Die Bedienung ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Der hohe Preis auch. Wer keinen Wert auf Bluetooth sowie die Anbindung an Twitter oder Facebook legt, sollte sich das inzwischen deutlich günstigere Vorgängermodell anschauen.

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