Garmin Nüvi 860 T mit Sprachsteuerung

Garmin hat mit dem Nüvi 860t seine neues High-End-Modell auf den Markt gebracht. Es vereint alles, was der amerikanische Navi-Spezialist in den letzten Monaten und Jahren entwickelt hat. Doch gibt es auch zahlreiche Neuheiten wie eine konsequente Sprachsteuerung für alle Eingaben und Funktionen sowie eine Routenplanung, die diesen Namen wirklich verdient.Das Garmin 860t steckt in einem kompakten und leichten Gehäuse. Die Abmessungen betragen 12,5 mal 7,8 mal 1,8 Zentimeter. 176 Gramm bringt das neue Navi auf die Waage. An der linken Seite ist neben dem Anschluss für einen externen Lautsprecher oder einen Kopfhörer auch ein Mini-USB Port vorhanden, mit dem sich die Verbindung zu einem PC herstellen lässt. Zudem ist links ein Steckplatz für Speicherkarten integriert. Garmin hat sich beim Nüvi 860t für einen Micro-SD-Slot entschieden. An der Unterseite sind eine MCX-Buchse für den Anschluss einer externen GPS-Antenne sowie eine breite Kontaktleiste zu sehen. über sie erfolgt die Verbindung zur Halterung, die mit zum Lieferumfang gehört.

Es handelt sich hierbei um eine Aktiv-Halterung. Das bedeutet, dass Sie das Navi schnell und unkompliziert in die Halterung einsetzen und von dort wieder entnehmen können, da die Kabel nicht mit dem Gerät, sondern mit der Halterung verbunden werden. Das zweigeteilte Kabel mit einer integrierten TMC-Wurfantenne bedarf am Anfang einer Gewöhnungsphase, denn im Modell Nüvi 255t hatte Garmin ein zusammengefasstes Kabel.Kurze Halterung, schwarzes Gehäuse, leichter Akkuwechsel. Die Halterung selbst ist sehr kurz und besteht aus zwei Kunststoffteilen, die durch ein Kugelgelenk miteinander verbunden sind. So ist eine unproblematische Ausrichtung auf den Fahrer möglich. Allerdings rückt das Navi recht nah an die Windschutzscheibe. In größeren Fahrzeugen, beispielsweise in Wohnmobilen, LKWs oder größeren Vans, kann das durchaus problematisch werden. Der Halt im Navi-Test war problemlos.

Das schwarze Kunststoff-Gehäuse hat bei direkter Sonneneinstahlung zu keiner Blendung für den Fahrer geführt. Eine Besonderheit zeigt sich an der Rückseite. Hier lässt sich nämlich eine Klappe entfernen und gibt den Zugriff auf den Akku frei. Somit ist das Nüvi 860t eines von wenigen mobilen Navigationssystemen, bei denen ein Akkuwechsel schnell und unkompliziert möglich ist. Das Display misst 4,3-Zoll in der Diagonalen und zeigt 480 mal 272 Bildpunkte. über das Innenleben schweigt Garmin, um den Lieferanten von Prozessor und GPS bei der Produktion wechseln zu können. Grundsätzlich steckt aber alles drin, was ein aktuelles mobiles Navigationssystem so braucht. Neben dem Prozessor, dem Arbeitsspeicher und dem GPS-Empfänger ist auch eine GPS-Antenne im Lieferumfang. In den meisten Fällen klappt es auch ohne eine externe Antenne.

Mit im Navi stecken zudem 4 GB-Flash-Speicher mit dem gespeicherten Kartenmaterial. Es umfasst Albanien, Andorra, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Gibraltar, Griechenland, Großbritanien, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Mazedonien, Moldawien, Monaco, die Niederlande, Nordirland, Norwegen, österreich, Polen, Portugal, Rumänien, San Marino, Schweden, die Schweiz, Serbien, die Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, die Ukraine, Ungarn, den Vatikanstaat und Weißrussland. Insbesondere in Osteuropa ist das Kartenmaterial noch lückenhaft in Mittel- und Westeuropa einen Navigation von Haustür zu Haustür möglich ist. Garmin selbst gibt dabei eine Abdeckung mit 33 Ländern an.

Der Flash-Speicher ist daher noch nicht ausgelastet und kann mit Musik-und Bilddateien sowie Hörbücher genutzt werden. Für die überspielung dieser Daten liegt ein USB-Kabel bei. Für jemanden dem der Flash-Speicher immer noch zu klein ist, kann diesen durch einen größeren austauschen. Topografische Karten lassen sich mit Straßenkarten im Nüvi 860t kombinieren.

Zwei weitere Hardware-Extras hat das neue Garmin Nüvi 860t noch zu bieten. Ein Bluetooth-Modul und einen FM-Transmitter. Die Bluetooth Einrichtung macht aus dem Navi eine Freispecheinrichtung für das Handy, sofern dieses ebenfalls mit einem Bluetooth-Chip ausgestattet ist. Etwas Geduld sollen Sie beim ersten Kontakt von Navi und Handy einplanen. Dazu müssen Sie unter anderem einen von Nüvi gesendeten PIN-Code auf dem Handy eingeben und an das Navi zurücksenden. Ein späterer Verbindungsaufbau ist innerhalb weniger Sekunden gewährleistet. Dann ermöglicht die Garmin-Software eine vollständige Bedienung der Telefonfunktion, und das Handy kann in der Jacke verbleiben. Mit Hilfe der Sprachansage lässt sich während der Fahrt und einer aktiven Routenführung das Telefon bedienen. Sobald das Nüvi einen Anruf signalisiert, reicht ein Antippen der Fernbedienung und ein gesprochenes „Ignorieren“ oder „“Antworten“, um das Telefonat abzulehnen oder anzunehmen. Das Nüvi 860t lässt ein versenden von SMS über das Navi zu. Es stehen dafür vorbereitete Texte zur Verfügung, aber auch eine Texteingabe über eine virtuelle Tastatur ist möglich. Eingehende SMS kann das Navi aber nicht signalisieren.

Der FM-Transmitter im Garmin kann die Audiosignale über die Auto-Lautsprecher ausgeben. Ein schneller Wechsel von Frequenzen war im Navi-Test von Ballungsgebieten zu verzeichnen. Fahren Sie auf der Autobahn über eine weitere Distanz, ist eine häufige Anpassung der Sendefrequenz notwendig. Bewährte Navi Software im Garmin Nüvi 860tAuf die komplette Eingabe eines Orts- und Straßennamens können Sie bei zahlreichen Adressen verzichten. Meist reichen die ersten Buchstaben. Sobald das Nüvi 860t die möglichen Orte oder Straßen eingrenzen kann, erscheinen diese auf einer Liste und man kann sie direkt antippen. über die Liste werden Sie gefragt, welche der zwei oder drei Straßen es denn sein soll. Alternativ zur Adresseingabe lassen sich auch zuvor gespeicherte „Favoriten“, zuletzt gefundene Ziele oder Points of Interest ansteuern. Ebenfalls möglich ist die Eingabe von Koordinaten, die Zieldefinition direkt auf der Karte oder eine komplette RoutenplanungIn der Berechnung der Route wurden Verzögerungen verzeichnet, was auf einen langsamen Prozessor hindeutet. In maximal 50 Sekunden wurde jede einfache Route berechnet.

Eine besondere Neuheit: Das Nüvi 860t kann bis zu zehn Routen mit mehreren Zwischenzielen speichern. Der Clou ist, das Nüvi speichert die einzelnen Adressen nicht nur, sondern sortiert sie auf Wunsch auch in eine effiziente Reihenfolge. Wenn Sie also an einem Tag nacheinander einige Adressen ansteuern müssen, der Zeitpunkt Ihrer Ankunft aber keine Rolle spielt, dann geben Sie einfach nacheinander die Zieladressen ein und das Nüvi 860t ermittelt für Sie den sinnvollsten Routenverlauf.Für ein Routenprotokoll nutzen Sie die beispielsweise Google Earth mit bis zu 10000 Track-Punkten. Ein nettes Extra ist die Anzeige von Höchstgeschwindigkeiten von Autobahnen mit dem Stand vom Sommer 2008.

Limits in Baustellen würden das Navi-System komplett überlasten. Davon abgesehen waren die Hinweise präzise und hilfreich. Ebenfalls sinnvoll einsetzen lässt sich die „Wo bin ich? Funktion“. Sie gibt nicht nur Auskunft über die nächstgelegene Adresse sowie den genauen Längen- und Breitengrad des Standortes. Die Software informiert an dieser Stelle auch über „Points of Interest“ wie Tankstellen, Restaurant und Parkhäuser in der Nähe. Ein cleveres Extra ist auch die automatische Markierung des Standortes, sobald Sie das Gerät aus der Halterung nehmen. Um das Fahrzeug später wieder zu finden, reicht der Aufruf der zuvor automatisch gesetzten Markierung. Zum Schluss wäre noch zu sagen, das Garmin den Widescreen nicht ganz so gut ausnutzt. Links und rechts der Fahrtroute sind im Regelfall unwichtige Kartendetails zu sehen. Auf die Einblendung relevanter Informationen am linken oder rechten Rand verzichtet Garmin jedoch. Der Bildschirmaufbau entspricht jenem, der von anderen Modellen her bekannt ist. Oben zeigt die Software den Namen der nächsten Straße an sowie die Fahrtrichtung, unten die Ankunftszeit und die Distanz zur nächsten Fahraktion. Einblenden lassen sich zwar weitergehende GPS-Informationen, allerdings nur alternativ zum Kartenmodus.

Fazit: Garmin zeigt was es kann! Das Nüvi 860t ist ein leistungsfähiges High-End-Navigationssystem, das mit seinem umfangreichen Kartenmaterial ebenso überzeugt wie mit seiner ausgereiften Software. Hinzu kommen zahlreiche Extras wie die Bluetooth-Freisprecheinrichtung und der FM-Transmitter sowie die Möglichkeit, Bilddateien anzuzeigen und MP3-Musik abzuspielen. Das alles steckt in einem kompakten Gehäuse, das sich bei Bedarf mühelos als Fußgänger nutzen lässt. Besonders positiv ist die Sprachsteuerung, die es dank der mitgelieferten Fernbedienung zum Starten ermöglicht, dass die Hände jederzeit am Lenkrad verbleiben können. Alles in allem ist das Nüvi 860t ein hervorragendes mobiles Navi, das allerdings auch seinen Preis (laut Liste 599 Euro) hat.

Garmin hat bei seinem Nüvi 860T eine besonders weit entwickelte Spracherkennung eingebaut. Alle Eingaben sind vollständig per Sprache möglich. Und auch den Wechsel von der Touchscreen-Eingabe hin zur Sprachsteuerung hat Garmin auf clevere Weise gelöst. Er kann nämlich mit Hilfe einer mitgelieferten Funkbedienung erfolgen, die an einer beliebigen Stelle angebracht werden kann, sinnvollerweise also im Bereich des Lenkrades. Hier reicht ein Tastendruck, und schon wechselt der Eingabe-Modus. dann lassen sich alle Eingaben per Sprache steuern. Im Unterschied zur Konkurrenz ist ein Wechsel in den Spracheingabemodus also jederzeit möglich, unabhängig davon, was auf dem Bildschirm gerade zu sehen ist. Zudem ist es auf dieses Weise möglich, auch die Einstellungen zu verändern. Drücken Sie beispielsweise im Hauptmenü die Taste auf der Fernbedienung, zeigt ein Symbol in der rechten Ecke an, dass die Spracheingabe aktiviert wurde. Nun können Sie durch die Eingabe von „Zubehör“ und „Musik-Player“ sogar in den Wiedergabemodus für MP3-Datein wechseln. Und ein „Weiter“ ermöglicht dabei die Titelwahl ein „Wiedergabe“ den Start. Dieses Beispiel zeigt, wie tief in die Menüstruktur hinein Garmin das Navi an die Spracheingabe angepasst hat. Ist das Symbol rot dargestellt, nimmt das Nüvi 860T kein Spracheingaben entgegen. Erfolgt über längere Zeit keine Spracheingabe, so deaktiviert das Gerät den Modus. Das hilft, Falscheingaben beispielsweise durch Geräusche zu vermeiden. Wollen Sie die Lautstärke ändern, so reicht ein Drücken auf die Fernbedienung, um die Spracheingabe zu aktivieren. Angenommen, Sie lassen sich gerade navigieren, reicht ein Zuruf von „Menü“, um ins Hauptmenü zu gelangen. Dort sagen Sie „Lautstärke“, und schon öffnet sich das Eingabefenster. Nun müssen Sie aber nicht etwa mittels der Plus- und Minus-Schaltflächen die Lautstärke verändern. Vielmehr reicht ein gesprochenes „Plus“ oder „Minus“. Das Navi bestätigt die Eingabe beispielsweise mit „Lautstärke 80 Prozent“. Nun sagen Sie einfach „Zurück“ und anschließend „Karte“, und die Navigation kann weitergehen. Eine zweite, ganz besondere Variante, die Spracherkennung zu nutzen, ist die Freisprecheinrichtung des Nüvi. Die Bluetooth-Verbindung zwischen dem Navigationssystem und dem Mobiltelefon müssen sie zwar per Hand vornehmen. Ist sie aber erst einmal hergestellt, lässt sich aber alles bequem per Sprache steuern. Vom Hauptmenü aus reicht ein gesprochenes „Telefon“, und das Navi wechselt in den entsprechenden Modus. Nun erfolgt die Ansage „Um anzurufen, sagen Sie Wählen und nennen Sie dann die Telefonnummer“. Doch die Telefonfunktionen gehen noch weiter. So ist es möglich, auch die auf dem Handy eingehenden SMS abzurufen und sogar vorlesen zu lassen.

Aber selbstverständlich kann das Garmin Nüvi 860T auch die klassische Eingabe einer Zieladresse per Sprache entgegen nehmen. Dieser Dialog läuft dann vom Hauptmenü aus wie folgt ab: Autofahrer: „Zieleingabe“; Nüvi: „Suchkategorie wählen“; Autofahrer: „Adresse“; Nüvi: „Welche Stadt in Deutschland?“; Autofahrer: „München“;……

Nach Beendigung erfolgt eine Routenberechnung. Die Befehle für die Spracherkennung sollten Sie außerhalb vom PKW üben. Bei zu vielen Geräuschen im Umfeld ignorierte das Garmin Nüvi 860T die Eingaben vollständig. Das führte zwar letztlich auch nicht zum gewünschten Ergebnis, aber zu deutlich weniger Fehleingaben als bei anderen Navis.

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