Clarion Map 780 Test 2008

Das Clarion Map 780 kombiniert die aktuelle iGo-Software mit einem Widescreen-Display und umfangreichem Kartenmaterial. Die Abmessungen von 132 mal 90 mal 22 Millimetern ist das Clarion Map 780 etwas weniger kompakt als die meisten Konkurrenten in der Kategorie der Navigationssysteme, die über ein 4,3-Zoll-Display verfügen. So zeigt sich beim Clarion-Modell ein schwarzer beziehungsweise silberfarbiger Rand rund um das Display. Im Fahrzeug wirkt sich insbesondere der Silber-Look aus. Er kann Blendeffekte verursachen, die besonders bei direkter Sonneneinstrahlung auftreten.

Als mobiles Navigationssystem für Fußgänger und Radfahrer ist das Gerät unterschiedlich gut geeignet. Aufgrund der Abmessungen ist es beim Gang durch die Stadt weniger empfehlenswert. Für den Einsatz am Fahrrad oder Motorrad hingegen bietet Clarion gegen Aufpreis eine spezielle Halterung an. Das Gerät ist zwar nicht für den Einsatz auf einem Zweirad optimiert. Insbesondere fehlen vergrößerte Bedientasten und ein Schutz gegen Regen. Dennoch hat Clarion in diesem Punkt weiter gedacht als die Konkurrenz.

Mit zum Lieferumfang gehört serienmäßig eine Halterung für die Windschutzscheibe. sie stammt vom deutschen Produzenten Herbert Richter und ermöglicht dank zweier Kugelgelenke eine präzise Ausrichtung auf den Fahrer und Beifahrer, der dann beispielsweise die Eingabe eines neuen Ziels während der Fahrt vornehmen kann.

Im Innern ähnelt das Clarion Map 780 vielen Konkurrenten. So ist das Gerät mit einem 400-MHz-Prozessor und einem Sirf-III-Chipsatz für den Empfang der GPS-Signale ausgestattet. Auch die notwendige Antenne ist fest im Navi eingebaut. sollten, je nach Fahrzeugtyp, Probleme beim Empfang auftreten, ist der Anschluss einer externen Antenne möglich.

Die neueste Sirf-Generation sorgte im Gegenteil dafür, dass schon unmittelbar nach dem Einschalten die aktuelle Position ermittelt war. Das Display verfügt über eine Anti-Reflektions-Beschichtung, so dass in diesem bereich keine Spiegelungen auftraten. Ein TMC-Modul zum Empfang von Verkehrsmeldungen und ein Bluetooth-Modul vervollständigen die Ausstattung. Letzteres macht aus dem Clarion Map 780 eine Freisprecheinrichtung fürs Handy.

Das Kartenmaterial ist im internen Speicher installiert. Dieser umfasst 2 GB. die elektronischen Karten decken 43 europäische Länder ab. Das ist übrigens auch der wesentliche Unterschied zum „Map 680“, das Clarion abenfalls anbietet. Dieses Modell wird hierzulande mit dem Kartenmaterial für Dutschland, österreich und die Schweiz ausgeliefert.

Software mit 3D-Effekt

Vollends überzeugen kann Clarion mit der Software. Dabei handelt es sich um eine „iGo“-Variante. Auf dem Map 780 kommt eine Umsatzung der aktuellen Version 8 zum Einsatz. Sie ist in der Lage, dreidimensionale Landschaftsbilder zu zeichnen, die den tatsächlichen Landschaftskonturen entsprechen. Möglich wird dies durch die entsprechenden Informationen zu den Höhenangaben im Kartenmaterial von Tele-Atlas. Zusätzlich sind zum Datenmaterial zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie das Colosseum in Rom oder das Brandenburger Tor in Berlin gespeichert. Nähern Sie sich eine dieser Sehenswürdigkeiten, zeigt das Clarion Map 780 sie dreidimensional auf dem Display an. In einigen Städten sind zudem Straßenzüge insoweit digitalisiert, dass Sie rechts und links die Höhe der Gebäude auf dem Navi-Display nachempfinden können.

Doch bevor es soweit ist, müssen Sie nach dem Gerätestart zunächst die GPS-Anwendung antippen und im Hauptmenü der Navigation die Suche starten. Im Suchmenü können Sie dann entweder eine beliebige Adresse eingeben, einen Point of Interest auswählen, eines der letzten Ziele oder gespeicherte Favoriten aufrufen oder Koordinaten eingeben. die Adresseingabe erfolgt mit Hilfe einer übersichtlichen, aber recht nüchternen Tabelle. Sie umfasst das Land, den Ort, den Straßennamen und die Hausnummer. Es ist aber auch möglich, sich in die Stadt- oder Straßenmitte navigieren zu lassen. Das zuletzt gewählte Land und der zuletzt eingegebene Stadtname erscheinen übrigens als Vorgabe, was die Eingabe mitunter beschleunigt.

Für die Eingabe blendet das Clarion Map 780 eine virtuelle Tastatur ein. Sobald die Eingabe mit wenigen Listeneinträgen übereinstimmen, zeigt das Navi eine Liste mit den Treffern. Das so definierte Ziel wird dann auf einer Karte angezeigt, was die Kontrolle ermöglicht, ob es wirklich die gewünschte Adresse ist. Nun noch ein Antippen der „Als Ziel wählen“-Schaltfläche, und die Routenberechnung kann starten. Bei kurzen Strecken ist sie sehr flott. Für Strecken über mehrere Ländergrenzen hinweg benötigte das Clarion-Modell im Navi-Test aber schon einmal anderthalb Minuten.

Die Optionen, die das Gerät dabei berücksichtigt, sind zahlreich. So lässt sich die Route beispielsweise unter Vermeidung von Fähren, Mautstrecken oder Autobahnen planen. Neben den dreidimensionalen Darstellungen gefällt während der Navigation insbesondere die gute Ausnutzung des Widescreen-Displays. Links ist ein großer Pfeil für die nächste Fahranweisung zu sehen. Und darunter sind Informationen wie die verbleibende Fahrzeit bis zum Ziel und die aktuelle Geschwindigkeit eingeblendet.

Rechts daneben ist ein großer Kartenausschnitt zu sehen, rechts davon wiederum kleine Symbole für die Programmsteuerung. Mit ihnen lässt sich beispielsweise zwischen dem 2D- und dem 3D-Modus wechseln. Anzeigen lässt sich die errechnete Route auch auf einer übersichtskarte oder in Form einer Schritt-für-Schritt-Liste, die die einzelnen Fahranweisungen zeigt.

Während der Fahrt erwies sich das Navi als sehr kommunikativ. Mit den Voreinstellungen des Herstellers wies es jeweils gleich dreimal auf die nächste Fahraktion hin. Da die Ansagen teilweise sehr umfangreich sind und Straßennamen enthalten, ist das fast schon wieder des Guten zu viel. Als lästig empfanden wir beim Navi-Test auch die ständigen akustischen Hinweise auf das überschreiten des Tempolimits. Sie lässt sich zwar abschalten, doch dann geht der durchaus positive Effekt verloren. Ein einfaches Tonsignal oder eine schlichtes „Achtung“ wie bei der Konkurrenz wäre sinnvoller gewesen. Aufgefallen im Navi-Test waren auch die verzögerten Neuberechnungen beim Abweichen von der Route.

Fazit: Das Gehäuse ist nicht ganz kompakt und flach wie bei der Konkurrenz, die Routenberechnungen könnten etwas flotter erfolgen, und die Ansagen sind teilweise etwas zu umfangreich. Doch von diesen eher kleinen Schwächen abgesehen, entpuppt sich das Clarion Map 780 im Navi-Test als verlässlicher Weggefährte, der mit seiner guten Ausstattung gefällt. Insbesondere dank der Software überzeugt das Gerät. Es handelt sich um eine iGo-Variante, die dreidimensionale Karten und Gebäude zeigt. Zudem nutzt sie das Widescreen-Display sinnvoll aus.

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