Becker Traffic Assist Pro Z 250 Ferrari Edition Navi-Test 2009

Das Becker Navi Traffic Assist Pro Z 250 lockt mit einer Ferrari Lizenz und der typischen Farbe Rosso-Corsa nicht nur die Fahrer der Luxusautos, sondern vor allem die Fans der Marke.

Vor allem benutzt Becker Rot auch bei der Gestaltung der Bildschirminhalte seiner mobilen Navigationssysteme. Was also lag näher, um die Verbindung zu einer anderen Firma zu suchen, die jeder Autofahrer sofort mit Rot in Verbindung bringt? Zwischen den Farbbalken und dem Display ist zudem der Ferrarischriftzug zu sehen. Das es sich um ein Beckernavi handelt, verrät der Schriftzug auf der Rückseite. Allerdings ist dieses Tatsache von Navi-Kennern auch ohne diese Namensnennung zu erkennen. Denn Becker verwendet auch bei der Ferrariedition ein Gehäuse, das problemlos als Becker typisch zu identifizieren ist.

Mit Abmessungen von 126 mal 81 mal 21 Millimetern und einem Gewicht von 202 Gramm verfügt es über die gleiche Bauform wie die zuletzt getesteten Navimodelle. In der Kategorie der mobilen Navis mit 4,3-Zoll Display ist das Z 250 im direkten vergleich mit den meisten Konkurrenten etwas dicker und schwerer. So recht will beim Transport in der Jackentasche keine Freude aufkommen.

Rund um das Navi gibt es einige Besonderheiten. So ist im linken unteren Eck neben den Display eine Taste platziert, die mit „On“ beschriftet ist. Doch dient sich nicht nur den Ein-, sondern auch dem Ausschalten. Zudem übernimmt sie an einigen Stellen der Software die Funktion einer „Zurück Taste“. An der rechten Seite sind ein kleiner und ein großer USB-Port platziert, über die einerseits die Stromversorgung erfolgen kann. Andererseits ist auf diesem Weg die Verbindung zu einem PC möglich.

Immerhin ist das Becker Z 250 in der Lage Multimediadateien abzuspielen. Und sie lassen sich unter anderem mittels USB an das neue Becker Traffic Assist Pro übertragen. über den beiden USB-Ports finden sich der Kopfhöreranschluss und der Lautstärkeregler. An der linken Seite ist ein zusätzlicher Hauptschalter angebracht. Darüber findet sich eine Reset Taste. Sie musste während des gesamten Navi-Tests kein einziges Mal betätigt werden. über diesem Knopf wiederum ist der Steckplatz für eine SD-Card positioniert. Mit zum Lieferumfang gehört eine 4-GB-Speicherkarte. Sie enthält das elektronische Kartenmaterial für 40 europäische Länder. Alle Länder sind innerhalb einer einzigen Datei gespeichert. Das bedeutet dass eine Navigation innerhalb dieses Großraumes auch über die Ländergrenzen hinweg problemlos möglich ist. So navigiert das neue Beckermodell auf Wunsch von Barcelona nach Helsinki. Eine echte Besonderheit ist die Tatsache, dass Becker das Becker Traffic Assist Z 250 Ferrari mit weiteren Kartenmaterial ausliefert. Es umfasst Kanada und die USA einschließlich Alaska und Puerto Rico. Nicht zuletzt lässt sich das Navi auch jenseits der bekannten Straßen einsetzen. Im Offroadmodus zeigt nämlich ein Pfeil an, welche Richtung zum Zielpunkt führt.

Neben dem 4,3-Zoll Display, das 480 mal 272 Bildpunkte zeigt, enthält das Navi Becker Z 250 sämtliche Hardware, die für die mobile Navigation benötigt wird. Dazu gehören ein 400-MHz-Prozessor, 128 MB Arbeitsspeicher und ein Instant Fix-Empfänger von Sirf für die GPS-Daten- Letzterer beschleunigt die Positionserkennung nach dem einschalten, so dass während des Navi-Tests keine Probleme auftraten. Stets wusste das Navi, so es sich befindet, und konnte entsprechend schnell Auskunft über die richtige Fahrtrichtung geben. Insbesondere bei Stadtfahrten erwies sich die Sirf-Technologie einmal mehr als echte Bereicherung. Während ältere Navimodelle nach dem Losfahren oft viele Minuten benötigen, um die aktuelle Position und folglich die korrekte Fahrtroute zu ermitteln, war das Becker Traffic Z 250 im Navi-Test jederzeit auf Empfang. Das Ferrari-Navi ist in der Lage, neben den herkömmlichen TMC-Sendern auch die Meldungen jener Stationen zu empfangen, die TMC Pro aussenden. Handelt es sich um TMC Pro Meldungen, kennzeichnet die Navigationssoftware dies separat.

Auch schon in anderen Navimodellen hat Becker einen Bluetoothchip verwendet. Er darf natürlich auch beim Ferrari Navi nicht fehlen. er macht aus dem Navi eine vollwertige Freisprecheinrichtung für das Handy, sofern auch dieses über die Bluetooth-Technologie verfügt. Die erstmalige Funkverbindung zwischen Handy und Navi benötigt eine Minute später erkennen sich die beiden Geräte bei Annäherung. Das Telefonmenü umfasst primär das Wählen einer Rufnummer und die Nutzung der Telefonbuch-Einträge, die sich von Handy auf das Navi übertragen lassen. Und selbstverständlich unterbricht die Navigationssoftware auch eine laufende Navigation mit einer entsprechenden Meldung, sobald ein Anruf eingeht. Dazu gibt es sowohl ein optisches als auch ein akustisches Signal. Kurznachrichten unterstützt das Becker Z 250 jedoch nicht. weder ist die Übertragung der SMS-Texte noch deren Vorlesen vorgesehen. Und auch das Schreiben mit Hilfe einer virtuellen Tastatur auf dem Display ist nicht möglich.

Mit zum Lieferumfang gehört eine Standardhalterung. Sie rückt das mobile Navi auf eine in den meisten Fällen passende Distanz zum Fahrer und sorgt für verlässlichen Halt an der Frontscheibe. Dafür ist ein Saugnapf vorhanden. Mittels zweier feststellbarer Schrauben ist eine beliebige Ausrichtung auf den Fahrer möglich. Es handelt sich um eine passive Halterung. Das bedeutet, dass hier lediglich das Navi selbst Platz findet. Das Ladekabel und die TMC-Antenne müssen direkt an das Becker Traffic Assist Z 250 Ferrari angeschlossen werden. Gegen Aufpreis bietet Becker aber auch eine Dockingstation an. Dort sorgen Kontakte auf der Rückseite des Navis für den Strom- und Datenfluss. Zudem ermöglicht die Dockingstation eine Verbindung mit dem Autoradio. Wer nicht so viel Geld ausgeben will, kann sich eine TMC-Bügelantenne für 25 Euro erwerben und einsetzen. sie lässt sich an der Rückseite befestigen und verschwindet somit aus dem Sichtbereich des Fahrers.

Die zuletzt getesteten Becker-Navis arbeiteten jeweils mit einer Navigationssoftware auf Go-Basis. Diese Navigationsgeräte gefielen mit ihrer hohen Geschwindigkeit. Beim Becker Z 250 verwendet man nun aber wieder den Navigonkern, der auch in früheren Modellen zum Einsatz kam. Zwar arbeiten beide Varianten mit der nahezu identischen Oberfläche. Jedoch erwies sich der Navigonkern in der Vergangenheit stets als etwas langsam. Und leider ist das auch beim neuen Traffic Assist Z250 der Fall. Und diese mitunter geringe Geschwindigkeit beim öffnen von Menüs und der Eingabe von Buchstaben passt so gar nicht zum Ferrari Image. Der Navigationssoftware ist übrigens nicht anzusehen, dass das Becker Z 250 ein spezielles Ferrari Navi ist. Es gibt beim Einschalten kein Aufheulen eines Motors, und auch das Ferrari Logo wurde an keiner Stelle integriert. Die Navigationssoftware ist eine Weiterentwicklung der früheren Beckersoftware auf Navigon Basis.

Die Bedienung ist aufgrund der großen Schaltflächen grundsätzlich mit dem Finger möglich. Im Hauptmenü nach den Einschalten finden sich neben den beiden Schaltflächen „Navigation“ und „TMC“ auch diejenigen für das Abspielen beziehungsweise Betrachten von Musikdateien, Bildern und Videos sowie „Telefon“ und „Einstellungen“. Kommt das mobile Navi häufiger zum Einsatz zeigt es nach dem Antippen der Navigationsschaltfläche die zuletzt angefahrenen Ziele. Ein Antippen startet die Routenberechnung. Aber natürlich ist auch ein Aufrufen des eigentlichen Navigationsmenüs möglich. Hier lassen sich eine beliebige Adresse, ein Sonderziel oder ein Punkt auf der Karte ebenso als Ziel angeben wie Koordinaten. Auch eine Routenplanung ist möglich. Sie kann mehrere Zwischenziele enthalten. Bei der Zieleingabe anhand einer Adresse arbeitet das Navi mit einer übersichtlichen Tabelle. In sie lassen sich das Land, der Ort, die Straße, die Hausnummer, die Postleitzahl und eine Querstraße eintragen. Je mehr Informationen Sie eintippen, umso genauer erfolgt die Zielbestimmung. Die Eingabe eines Ortsnamens genügt, um schnell eine Navigation zur jeweiligen Ortsmitte zu starten. Vor der Routenberechnung besteht die Möglichkeit, die Option zu ändern. So lassen sich Autobahnen, Mautstrecken und Fähren vermeiden.

Auch lässt sich wählen, ob die schnellste, die kürzeste, eine optimale oder eine landschaftlich besonders schöne Strecke gefahren werden soll. Und schließlich lässt sich auch festlegen, ob mit einem PKW, LKW, Motorrad oder Fahrrad gefahren werden soll. Und auch als Fußgänger können Sie sich auf den Weg machen, wobei das Becker Traffic Assist Z 250 Ferrari allerdings lediglich Einbahnstraßen Hinweise ignoriert und die „Laufzeit anpasst. Zusätzliche Wege, die nur Fußgängern offenstehen, kennt das Navi jedoch nicht. Die anschließende Berechnung der Fahrtrouten dauerte zwar recht lang, führte aber zu sehr präzisen Ergebnissen. Im Navi-Testwaren die errechneten Ankunftszeiten sehr präzise. Während der Eingabe störte uns im Test einmal mehr bei einem Becker Navi eine Besonderheit hinsichtlich der Benutzerführung. Innerhalb der Menüs gibt es keine „Zurück Taste“, wie dies bei den meisten Konkurrenten der Fall ist.

Vielmehr ist die bereits erwähnte „On Taste“ in der linken unteren Ecke für diese Funktion zu nutzen. Das ist durchaus gewöhnungsbedürftig und inkonsequent, da alle anderen Eingaben über das Display erfolgen. So aber ist ein ständiger Wechsel zwischen dem Touchscreen Display und der Hardware Taste erforderlich.

Während der Navigation gefällt das Navi mit einer sehr sinnvollen Nutzung des Widescreendisplay. Gleich zwei Varianten stehen zur Auswahl. Der Standard- und der Splitscreenmodus. Bei der Standard-Darstellung sind am unteren Rand des Displays die Entfernung bis zur nächsten Richtungsänderung sowie der nächste Straßenname zu sehen. Rechts unten ist das Symbol zu sehen. Ein Antippen führt dazu, dass sich zusätzliche kleine Schaltflächen öffnen, mit denen sich unter anderem die Einstellung ändern lassen. Außerdem ist auf diesem Weg ein Wechsel zwischen Tag- und Nacht möglich, sowie zwischen 2D- und 3D Modus. Den gesamten Rest füllt die Kartendarstellung aus. Allerdings überlagern im linken Drittel des Displays verschiedene kleine Fenster die Karte. Jederzeit sind dies der Richtungspfeil und ein Fenster mit den Angaben zur restlichen Fahrzeit, der verbleibenden Entfernung und der errechneten Ankunftszeit. Stehen zwei Abbiegevorgänge kurz hintereinander an, zeigt das Becker Z 250 dies mit einem zusätzlichen Fenster. Die Überlagerung der Karte mit diesen Informationen kann dazu führen, dass der aktuelle Standort recht nah an die überlappenden Informationen rückt, während rechts neben dem aktuellen Standort viel Platz frei ist.

Angesichts dieser Tatsache ergibt der zweite Modus so richtig Sinn. Wie nicht anders zu erwarten, teilt sich beim Splitscreenmodus die Darstellung. Die Karte nimmt dabei die rechte hälfte in Anspruch, wobei keinerlei zusätzliche Informationen zu sehen sind. Die sind nämlich auf der linken Seite platziert. Hier erscheint ein großer Richtungspfeil, darüber alle denkbaren Informationen, was neben der verbleibenden Fahrzeit auch die aktuelle Geschwindigkeit und die aktuelle Höhe einschließt. Natürlich ist es Geschmackssache, welcher Modus zum Einsatz kommt. Der Splittscreen ist jedenfalls überzeugend. Und er ist auch einer der wenigen Vorteile, die die Beckersoftware mit Navigonkern zu bieten hat. Die Geräte mit iGo-Kern besitzen diese Funktion nicht.

Auf Autobahnen blendet des Becker Traffic Assist Z 250 Ferrari wirklichkeitsgetreue Darstellung von Verzweigungen ein. Auf diese Weise sind rund 4000 europäische Autobahnkreuze erfasst. Allerdings handelt es sich bei diesem „Reality view“-Modus um Standbilder. In diese sind Richtungspfeile eingeblendet, die zeigen welche Fahrspuren in Richtung Ziel führen. Zusätzlich sind während der Fahrt auch häufig Tempolimits eingeblendet. Diese Informationen sind im Kartenmaterial hinterlegt und entsprechend häufig nicht mehr aktuell. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten in Städten bildet das Becker Navi dreidimensional nach. Allerdings ist auf dieses Weise nur ein sehr kleiner Teil des Kartenmaterials abgedeckt. Die meiste Zeit ist von den 3D-Gebäuden nichts zu sehen.

Fazit: Becker hat in seinem Traffic Assist Pro Z 250 bis auf die roten Streifen am mobilen Navigationssystem nichts dem Ferrari Outfit angepasst. Spezielle Software Extras rund um Ferrari gibt es also nicht. Die Navigationssoftware ist ohnehin der Knackpunkt . Becker verwendet beim Traffic Z 250 nämlich wieder die Navigonversion. Und sie glänzt nicht gerade mit hoher Geschwindigkeit. Davon abgesehen, gefällt das neue Beckermodell mit einer Komplett Ausstattung, die neben umfangreichen Kartenmaterial für ganz Europa und Nordamerika auch eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung und Multimediaextras enthält. Darüber hinaus überzeugt das Becker Z 250 mit verlässlichen Routenberechnungen, präzisen Fahranweisungen und vor allem einem sinnvollen Splittscreen-Modus, der das Widescreen optimal ausnutzt. Erfreulicherweise hat Becker das Traffic Assist Pro Z 250 zu einem noch moderaten Preis auf den Markt gebracht.

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