Becker Traffic Assist Z100 Crocodile Navi-Test 2009

Mit dem Becker Traffic Assist Z100 Crocodile wir ein mobiles Navigationssystem auf den Markt gebracht, das nicht nur Auto-, sondern auch Motorradfahrer begeistern soll. Dazu verfügt es über ein spritzwassergeschütztes und robustes Gehäuse.

Es erscheinen im Jahr unzählige Navigationssysteme, doch Motorradfahrer sind meist enttäuscht. Nahezu alle Navis zum Nachrüsten lassen sich allenfalls mit selbstkonstruierten Halterungen am „Motorrad“ befestigen und sind dann gnadenlos Wind und Wetter ausgesetzt. Zuletzt fand sich in den Verkaufsregalen allenfalls noch das Garmin Zumo. Jetzt aber pünktlich vor dem Start der Motorradsaison, bringt Becker mit dem Traffic Assist Z100 Crocodile ein Navi auf den Markt, das in einigen Punkten auf die Bedürfnisse von Motorradfahrern zugeschnitten ist.
Das spezielle Gehäuse gab dem Navi dabei seinen Beinamen. Die gummierte Außenhaut verfügt nämlich über destillierte Schuppen, die denen eines Krokodils gleichen. Doch soll das Gehäuse nicht nur optisch den Eindruck erwecken, das Gerät sei gut geschützt. Tatsächlich hat Becker das Gerät gegen Spritzwasser abgedichtet. Dabei erfüllt es den „IPx4“-Standard. Das gummierte Gehäuse ist resistent gegen Kratzer und verträgt auch leichter Erschütterungen, als dies bei einem herkömmlichen Navi der Fall ist.

Allzu groß und schwer ist das Crocodile dennoch nicht geraten. Die Abmessungen liegen bei 137 mal 90 mal 20 Millimetern, das Gewicht bei 241 Gramm. So dürfte auch mancher Fußgänger auf die Idee kommen, das neue Becker-Modell mitzunehmen.

Aktiv-Halterung inklusive

Zum Lieferumfang gehört eine Aktiv-Halterung zur Befestigung an der Windschutzscheibe. Sie ermöglicht das schnelle Einsetzen und Entfernen des Crocodile, ohne dass Kabel entfernt werden müssen. Denn sowohl das Ladekabel als auch das TMC-Antennenkabel können an der Halterung verbleiben. Die Halterung selbst verfügt über ein Kugelgelenk und ermöglicht so eine freie Ausrichtung auf Fahrer oder Beifahrer. Die Befestigung an der Windschutzscheibe erfolgt mit einem Saugnapf. Zwar hat Becker das Crocodile für den Outdoor-Einsatz optimiert. Doch eine Halterung für Motorräder gehört nicht zum Lieferumfang. Es gibt sie nur gegen Aufpreis. Das ist schon eine Enttäuschung. Zweifellos lässt sich das Navi auch hervorragend in Autos einsetzen. Und wohl jeder Motorradfahrer wird das auch gerne in einem PKW verwenden. Insoweit ergibt es Sinn, die Standardhalterung für die Windschutzscheibe mitzuliefern. Allerdings dürfte kaum eine Autofahrer ohne Motorrad zum Crocodile greifen. Schließlich bietet Becker mit dem Traffic Assist Z201 ein Navi mit nahezu identischer Software und Kartenausstattung an. Daher hätte aus Sicht der User ein Mitliefern der Motorradhalterung durchaus Sinn ergeben.

Im Gegensatz zum aktuellen Zumo-Modell von Garmin verfügt das Becker Crocodile über ein Widescreen-Display. Erstmals haben damit Motorradfahrer ein für sie optimiertes Gerät zur Verfügung, dessen Display-Diagonale 4,3 Zoll beträgt und 480 mal 272 Bildpunkte zeigt. Der Prozessor im Innern arbeitet mit einer Taktfrequenz von 400 MHz. als GPS-Empfänger kommt der Sirf III zum Einsatz. Seine Hotfix-Technologie hilft dabei, die aktuelle Position schnell zu ermitteln. Das macht sich auch beim Crocodile sehr positiv bemerkbar. Die GPS-Antenne ist eingebaut. Sollten, je nach Fahrzeugtyp, Probleme beim Empfang auftreten, ist aber auch der Anschluss einer externen Antenne möglich.

Das elektronische Kartenmaterial ist im Flash-Specher installiert. Es deckt 42 europäische Länder ab und ermöglicht eine grenzüberschreitende Routenberechnung von Schweden bis Frankreich oder auch von den Niederlanden nach Weißrussland. Mit Ausnahme eines MP3- und eines Video-Players, hat das neue Becker Modell keine Extras zu bieten.
Auf dem Verkaufskarton des Becker Z100 Crocodile findet man zwar einen Aufkleber für ein kostenloses Kartenupdate, diese Aktion ist aber entgegen dem Garantietext mittlerweile nicht mehr aktuell. Im Oktober 2009 erhält man eine aktuelle Europakarte für 59,95 Euro oder – wenn man das Gerät innerhalb der ersten 30 Tage erstmals mit dem Computer verbindet – für 29,95 Euro. Ein Abo für zwei Jahre kostenlose Karten kostet 99,95 Euro. Das beim Kauf installierte Kartenmaterial stammt aus dem Sommer 2008, reicht aber noch aus für normale Fahrten. Die Karten umfassen ganz West- und Mitteleuropa sowie die drei baltischen Staaten, Weißrussland, Russland, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro, Mazedonien, Albanien, Griechenland und die Türkei. wird deswegen von den angegebenen 42 Ländern abgezogen, so dass tatsächlich 41 echte Länder übrig bleiben.
Wie schon beim Z201 verwendet Becker auch beim Z100 Crocodile eine neue Software, die über einen iGo-Kern verfügt. Frühere Becker-Modelle arbeiten noch mit einer langsamen Navigon-Variante. Von der iGo-typischen Oberfläche ist beim Crocodile nichts zu sehen. Doch eine Oberfläche lässt sich anpassen. Und daher kommt auch beim neuen Becker-Modell jene Oberfläche zum Einsatz, die Becker selbst schon vor längerer Zeit entwickelt hat. Im Kern aber arbeitet iGo. Das macht sich bezahlt. Denn die Routenberechnung und die Geschwindigkeit bei der Darstellung ist flott.
Vom Hauptmenü aus ist Zielauswahl, das Abrufen von TMC-Verkehrsmeldungen, die Darstellung der aktuellen Karte, das ändern der Einstellungen sowie der Zugriff auf Mulitmedia-Dateien und Extras wie eine Weltzeituhr und einen Taschenrechner möglich. Grundsätzlich erfolgen die Eingaben mit Hilfe des Touchscreen-Displays. Lediglich der Rücksprung innerhalb des Menüs erfolgt mit Hilfe der Taste links neben dem Bildschirm. Sie dient zugleich als Ein- und Ausschalter. Der Wechsel zwischen Bildschirm und Taste ist etwas gewöhnungsbedürftig. Für die Definition eines Ziels gibt es verschiedene Varianten. So lässt sich ein zuletzt eingegebener Zielpunkt erneut als Ziel festlegen. Aber auch die Suche innerhalb der Sonderziele oder die Definition anhand der Karte oder mit Hilfe von Koordinaten ist möglich. Die klassische Zieleingabe anhand einer Adresse erfolgt mit Hilfe einer Tabelle, in die sich das Land, der Ort, die Postleitzahl, die Straße und eine Querstraße eingeben lassen. Je mehr Informationen Sie eingeben, umso präziser ist die anschließende Routenberechnung.

Während der Navigation lassen sich am linken oberen Rand Informationen zur restlichen Fahrzeit und Entfernung sowie zur errechneten Ankunftszeit einblenden. Darunter ist der Richtungspfeil für die nächste Fahraktion sowie die Entfernung bis dorthin zu sehen. Rechts blendet das Becker Crocodile die aktuelle Geschwindigkeit ein. In der Zeile am unteren Rand schließlich ist auch der Name der nächsten Straße zu sehen. Für Motorradfahrer zweifellos interessant ist die Möglichkeit, von der Kartendarstellung auf eine Pfeil-Navigation zu wechseln. Schließlich lassen sich bei schlechter Sicht und durch das geschlossene Visier Kartendetails und kleine Pfeile nicht erkennen. die großen Richtungspfeile sind hingegen nicht zu übersehen.

Wie schon beim Z201 traten auch beim Crocodile mitunter Routenberechnungen auf, die nur schwer nachvollziehbar waren. Unnötig schickte das Navi jemanden über Nebenstrecken, die weder mit Blick auf die Entfernung noch auf die Zeit Sinn ergaben. Von diesem seltsamen Verhalten abgesehen überzeugte das Navi mit deutlichen Ansagen während die Fahrt. Zudem gefiel das Becker Crocodile mit seinen realistischen 3D-Darstellungen. Positiv im Navi-Test: In der 3D-Darstellung sieht man das Fahrzeug von schräg hinten. Nähert man sich einer Abbiegung, wird der Maßstab größer und die virtuelle Kamera schiebt sich über das Fahrzeug, so dass die Darstellung fast zweidimensional wird. Dann schwenkt die Kartenansicht analog der Kurvenfahrt mit.

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