TomTom XXL Navi Test
Groß ist das TomTom XXL IQ Routes schon mal. Satte fünf Zoll misst der Touchscreen. Doch seine Befestigung an der Frontscheibe dürfte nicht selten von einem kleinen Fluchen begleitet werden, denn die Design-Halterung EasyPort sieht zwar grazil aus, ist aber widerspenstig. Dass so viel Kraft nötig ist, um des Schwenkgelenk zu verteilen, traut man der zarten Halterung kaum zu.
Dafür flutscht danach alles umso besser. Das Menü reagiert angenehm rasch auf Eingaben. Wem es zu voll ist, der kann es sogar noch ein wenig entschlacken und einige der Optionen und Merkmale ausblenden lassen. Die Bedienung geht wie bei allen TomTom-Navis intuitiv von der Hand, und dank des großen Displays tippen auch hektische Autofahrer selten einmal daneben. Auf der Kartenansicht ist die sowieso schon angenehme TomTom Statusleiste so gut sichtbar, dass ein kurzer Blick auf Ankunftszeit, Tempolimit oder Fahranweisung während der Fahrt genügt. Das sorgt für Sicherheit. Wie das TomTom Go 650 beherrscht auch das TomTom XXL IQ Routes und weiß daher ganz genau, zu welcher Tageszeit man wie schnell fahren kann.
Weil TomTom nach wie vor keine QWERTZ-Tastatur
bietet, raten wir zur Verwendung der ABCD-Tastatur. Nicht zuletzt aufgrund der Displaygröße sind die Buchstabentasten riesig:
14 Millimeter breit und 10,5 Millimeter hoch. Grundsätzlich blenden die TomTom-Navis während der Eingabe keine Tasten aus. Die sogenannte Fuzzy-Logik verarbeitet auch ungenaue Eingaben, was einen deutlichen Komfortgewinn darstellt. Sie geben einfach den auffälligsten Namensteil ein, und das Navi findet dann schon die richtige Straße.
Trotz IQ-Routes umständliches Routen im TomTom XXL
Die grafische Routendarstellung des TomTom XXL gehört zu den eher einfachen. Eingeblendete Gebäude oder Denkmäler gibt’s nicht.
Weil die Auflösung des TomTomXXL gegenüber dem XL nicht gestiegen ist, wurden einfach die einzelnen Bildpunkte vergrößert. Vor dem Navi-Test gab esBedenken, dass deswegen die Darstellung zu grob wird. Diese haben sich aber nicht bestätigt. Man kann die Kartendarstellung wechseln zwischen einer 3-D Ansicht mit Fahrtrichtung oben, einer zweidimensionalen mit Fahrtrichtung oben und einer zweidimensionalen mit Norden oben. Sicher auch aufgrund ihrer Einfachheit ist die Kartendarstellung gut animiert und ruckelfrei. In jedem Modus arbeitet auch ein automatischer Zoom, der auf Autobahnen weit aus der Karte raus fährt, eine innerörtliche Abbiegung aber auf Bildschirmformat
vergrößert. Am rechten Rand liegt die sogenannte Verkehrsleiste.
Hier sieht man die per TMC empfangenen Verkehrsstörungen auf der berechneten Strecke. Besonders hervorzuheben ist, dass das Navi
einen Stau nicht nur umfährt, sondern diegesamte Strecke neu berechnet, wodurch sich fast immer eine großräumige Umfahrung ergibt. Am unteren Bildrand befindet sich ein blauer Balken mit vielen Informationen zum aktuellen
Status.
Bei den Überland Strecken konnte das XXL vollauf überzeugen, auf Innenstadt Routen dagegen leistete es sich des öfteren Patzer. So wurde ein Ziel der Navi Test Route, eine Tankstelle, als erreicht angekündigt, befand sich aber auf der anderen Straßenseite der Bundesstraße jenseits des befestigten Mittelstreifens ohne Wendemöglichkeit weit und breit. Auch die trotz gewählter "Schnell-Option" gerouteten Abstecher durch Zone 30-Wohngebiete mit Bremsbebauung sind mindestens gewöhnungsbedürftig. Im Tunnel verliert das TomTom XXL das GPS Signal und zeigt dann die nächste Abbiegung nicht mehr an. Das fühlt man sich als Fahrer alleingelassen. Auch die Sprachausgabe dürfte gern etwas eloquenter kommandieren. Das TomTom XXL ist groß. Wer vor allem Wert auf gute Lesbarkeit und leichte Bedienung legt, liegt trotz leichter Routing Schwächen bei diesem 199 Euro Navi richtig.
An großen Kreuzungen aktiviert sich der Fahrspurassistent, er ersetzt dann die beiden ersten Informationen des blauen Balkens. Der Fahrspurassistent zeigt mit dünnen Pfeilen alle Spuren. Diejenigen, die man benutzen soll, sind etwas dicker gezeichnet.
Nur auf Autobahnen sieht man fast realistische aber unbewegliche Abbildungen der Straßenführung. Grüne Pfeile zeigen unmissverständlich, wie man sich jeweils einordnen soll. Am oberen Bildschirmrand findet man dann auch fast reale Schilder, mit denen man sich zusätzlich orientieren kann. Die Umschaltung zwischen dem hellen Tag- und dem dunkleren Nachtmodus erfolgt vollautomatisch
in Abhängigkeit vom Stand der Sonne und der aktuellen Uhrzeit.
Der große Bildschirm erleichtert nicht nur die Routenführung, sondern auch die Eingabe von Zielen. Die Konzentration auf die Navigationsfunktionen macht das XXL absolut intuitiv bedienbar, so dass auch Anfänger problemlos mit dem Navi umgehen können. Für den Preis gibt es derzeit keine Alternative.

