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TomTom Urban Rider Navi-Test 2010

Das kleine Schwarze TomTom Urban Rider passt garantiert zu jedem Motorrad. Noch eine große Veränderung zum Vorgänger zeigt sich, und zwar beim Preis. Kostete der alte Rider mit DACH-Karte 499 Euro, so ist der Neuling schon für die Hälfte zu haben.

Es gibt ihn in drei Versionen. Die günstigste heißt Urban Rider Central Europe, dann kommt der Urban Rider Europe mit Kartenmaterial von ganz Westeuropa. Und wer rund 400 Euro auf den Tisch legt, bekommt das Rundum-sorglos-Paket namens Rider Pro Europe mit Bluetooth-Headset. Da das Set einzeln 190 Euro kostet, kann man hier sparen.

Und ein Headset oder einen Helm mit integriertem Headset braucht der Biker, denn erstens besitzt das TomTom Urban Rider keinen Lautsprecher, zweitens kann man keine normalen Kopfhörer anschließen, drittens sieht man bei starker Sonne auf dem Display wenig und ist auf die Ansagen angewiesen. Einen Vorteil hat dies jedoch zu störenden oder gar gefährlichen Reflexionen und Blendungen kommt es nicht.

Solide Halterung aus Eisen

Sonst ist der Packungsinhalt bei allen Versionen gleich, er fällt etwas umfangreicher aus als bei Autonavis. Vor allem die Halterung ringt Respekt ab massives Eisen der Marke RAM. Einmal montiert, was etwa 15 Minuten dauert, hält das Konstrukt aus Kugelgelenken und Klemmbacken das TomTom Urban Rider bombenfest. Sofern es die Lichtverhältnisse zulassen, kann man das Display also immer gut ablesen.

Ein Utensil hätten wir uns im Navi-Test jedoch gewünscht. Ein Ladekabel, das man mit der Motorradbatterie verbinden kann. Das gibt es für das Vorgängermodell im Zubehörprogramm, jedoch ist dies nicht mit dem Urban Rider kompatibel. Der Akku hält bei eingeschaltetem Display und hoher Helligkeit nur etwa drei Stunden. Allerdings hat TomTom eine clevere Stromsparmethode, die das Display auf Wunsch zwischen den Ansagen abschaltet. Der Packungsinhalt wird abgerundet von einer Halterung für das Auto mit Lautsprecher und Ladegerät denn natürlich lässt sich der Urban Rider auch mit dem Auto bewegen.

Bevor es auf die Straße geht, ein Blick auf die "Checkliste". Bluetooth Headset abgehakt. Entweder greift man gleich zu dem 400 Euro Paket oder man kauft sich ein Headset respektive einen Headset-Helm extra. Zudem kommt man dann in den Genuss einer vollwertigen Freisprechanlage. Das TomTom Urban Rider zieht sich das Telefonbuch vom Handy und leitet Anrufe ans Headset weiter.

Wasserdichtheit abgehakt. Der TomTom Urban Rider ist wasserdicht nach dem IPX7-Standard, könnte also 30 Minuten vollständig in Wasser getaucht überstehen. Einen Regenschauer ist also kein Problem.

Handschuhtauglich das kann man nicht pauschal mit ja beantworten. Durch das Einstellmenü kann man sich noch einigermaßen mit Handschuh hangeln. Und auch das super praktische Schnellwahlmenü bedient der Biker mit Handschuh prima, so kann man sogar während der Fahrt aus der Kartenansicht die nächste Tankstelle als Zwischenziel einfügen. Doch bei der Zieleingabe sind die Buchstaben einfach zu klein, da lässt das nur 3,5 Zoll große Display keine Chance. Zudem fehlt die Buchstabenausblendung. Will man das Navi also ausführlich bedienen, macht man das in einer Haltebucht oder am Rastplatz ohne Handschuhe.

Der TomTom Urban Rider rechnet schnell

Dann geht die Zieleingabe fix von der Hand auch Zwischenziele sind schnell eingefügt. Bei den Routenoptionen fehlt leider etwas wie "Schönste Route", Autobahnen kann man jedoch ausschließen. Extrem zackig geht auch die Berechnung vonstatten. Ob bei Reisebeginn, wenn man eine Abfahrt verpasst hat oder ein Zwischenziel einfügt, die neue Route steht sozusagen sofort. Die Routenqualität ist ebenfalls stets top. Dank iQ Routes wird Tageszeit- und wochentags abhängig der beste Weg berechnet.

Dass das Stauinformationssystem TMC fehlt, ist für Biker verschmerzbar. Auf Kurztrips genießt man kurvige und meist staufreie Landstraßen, bei Staus auf der Autobahn schlängelt man sich durch die stehende Karawane.

Auf die Sprechansagen kann man sich verlassen, sie kommen abhängig vom Headset meist gut verständlich und rechtzeitig. Als Autofahrer darf man sich über einen Spurassistenten, Geschwindigkeitswarner und diverse weitere Routeninfos freue, die auf dem Motorrad entweder im Licht oder durch das Aufmerksamkeitsdefizit untergehen. Bei der Ansicht hätten die TomTom-Hersteller noch an die Möglichkeit der reinen Pfeildarstellung denken können.

Kein Schnickschnack im TomTom Urban Rider

Hat man seine erste Bikertour mit dem TomTom Urban Rider erfolgreich absolviert, darf man sich einen Blick ins Menü gönnen. Dort findet man wie erwähnt eine recht umfangreiche Freisprechfunktion, das Hilfe-Menü, das einem verrät, wo man genau ist und den schnellsten Weg zur nächsten Werkstatt, Apotheke oder Polizeiwache aufzeigt.

Ebenfalls ziemlich spannend ist das Fahrtstatistiktool, das Durchschnitts- und Maximalgeschwindigkeit, gefahrene Strecke und Zeit in Bewegung aufzeichnet. Recht sauber versteckt hat TomTom hier leider die Routeninformationen, mit denen sich der Biker den Streckenverlauf Schritt für Schritt anzeigen lassen kann. Das Hauptmenü ist übersichtlich. Aus dem Navigationsscreen heraus lässt sich ein Schnellmenü für die wichtigsten Eingaben aufrufen.

Beim TomTom Urban Rider handelt es sich um ein erschwingliches Motorrad-Navigationssystem, das robust und wasserfest ist. Man kann es zwar nicht durchweg mit Handschuhen bedienen, doch die Routenwahl gelingt ihm gut.