TomTom Go 950 Traffic Navi Test
Das TomTom Go 750 Traffic und das Go 950 Traffic unterscheiden sich äußerlich nur in der Farbe.
Der Bildschirm misst »standesgemäße« 10,9 Zentimeter, es handelt sich also um ein 4,3-Zoll-Display. Das ist ein idealer Kompromiss, denn das Display ist so groß, dass die Routenansicht schnell erfasst und die virtuellen Tasten leicht gedrückt werden können, aber noch so klein, dass das Navi auch in die Jackentasche passt. Bedienelemente gibt’s wie bei allen modernen Navis praktisch keine mehr: An der Oberseite befinden sich der Einschalter und eine Ladekontrollleuchte, der großzügig dimensionierte Lautsprecher sitzt an der Rückseite und das Mikrofon für die eingebaute Freisprecheinrichtung sowie die Sprachsteuerung rechts neben dem Bildschirm.
Unten finden Sie einen Steckplatz für Micro-SD-Speicherkarten und die Kontaktleiste für den Kontakt zur Aktivhalterung. Diese Halterung ist der einzige äußerliche Unterschied zu dem unter anderem in Deutschland und der Schweiz verkauften Go 950 Live. Die Live-Modelle sind ausgerüstet mit einem fest eingebauten GPRS-Datenfunkmodul, mit dem sie sich alle paar Minuten aktuelle Verkehrsinformationen von einem zentralen TomTom- Server holen. Das funktioniert zwar fast immer sehr gut, und der auf diese Weise realisierte Verkehrsinformationsdienst HD Traffic arbeitet auch wirklich vorzüglich.Nach dem Ablauf der kostenlosen Nutzung kostet Live und HD Traffic aber jeden Monat Geld.
Außerdem kann TomTom im Moment mit Live und HD Traffic noch nicht ganz Europa abdecken. Die Dienste sind verfügbar in Deutschland, der Schweiz, Belgien, Niederlande, Frankreich, Großbritannien und Portugal.
Tomtom Go 950 Live mit TMCplus
Das Go 950 Traffic empfängt in Österreich die Verkehrsinformationen des kostenlos angebotenen Standards TMCplus. Dieser wird auf allen ORFRadioprogrammen übertragen. TMCplus ist grundsätzlich kostenlos, es handelt sich um eine Dienstleistung des Autobahnbetreibers Asfinag und des Österreichischen Rundfunks.
Gegenüber früher bietet TMCplus die doppelte Übertragungsrate: 120 digitale Verkehrsnachrichten können pro Minute gesendet werden. Damit ein Navi oder Autoradio eine Info aber überhaupt berücksichtigt, muss sie zur Sicherheit dreimal empfangen werden. Effektiv überträgt TMCplus pro Minute also 40 Staus oder andere Verkehrsstörungen, was sicher mehr als ausreichend ist.
In der Praxis funktioniert TMCplus weit besser als der alte TMC-Standard, der im Juli 2009 abgelöst wurde. Sich langsam aufbauende Staus, wie beispielsweise durch die Spurreduzierung an einer Baustelle, werden prinzipbedingt akkurater gesendet als plötzliche Ereignisse wie der Stau nach einem Verkehrsunfall. Einmal brauchte ein Stau im Navi Test nach einem Unfall 15 Minuten und einmal eine durch Reifenteile blockierte Autobahn 13 Minuten, bis die Meldungen auf dem Navi ankamen.
Eine Freischaltung für Premium- TMC-Informationen bietet TomTom für die Traffic-Modelle der Go x50-Serie nicht mehr an. Der TMC-Empfänger ist praktisch unsichtbar in die Autohalterung eingebaut. Das Navi kann also immer Verkehrsnachrichten verarbeiten, wenn es in der Halterung
steckt. Das ist sehr praxisgemäß, weil man sich auf diese Weise das zusätzliche Gewicht spart, wenn man als Fußgänger mit dem Navi unterwegs ist.
Navigationssoftware im TomTom Go 950 Traffic
Grundsätzlich nimmt man alle Eingaben auf dem Go 950 Traffic über das berührungsempfindliche Display vor. Die Bedienung ist intuitiv und selbsterklärend. Man fragt sich nie, was das Navi jetzt wieder von einem will, sondern kann ganz flüssig mit dem Gerät umgehen.
Für die Eingabe eines neuen Ziels bietet das Go 950 Traffic folgende Möglichkeiten an:
Heimatort: Hier können Sie einen beliebigen Ort eingeben, den Sie besonders oft ansteuern. Weil die Taste für die Zieleingabe und Heimatort an der gleichen Stelle des Bildschirms liegen, reicht es, wenn Sie dreimal links oben auf dem Display drücken: Dann öffnet das Navi das Menü, verzweigt auf die Zieleingabe und übernimmt Ihren Heimatort als Ziel. Dreimal tippen, fertig. Das ist wunderbar einfach.
Favoriten: Hier können Sie mehrere Ziele frei eingeben, beispielsweise alle Niederlassungen eines Unternehmen, häufig anzufahrende Kunden, Bekannte oder Verwandte auflisten.
Adresse: Am häufigsten wird man ganz normal eine Adresse eingeben. Einzigartig wird diese Navigationssoftware durch mehrere Faktoren:
Dank der Fuzzy-Logik können Sie den Namen des Ziels »ungenau« eingeben. Bei einigen Navis kann es passieren, dass man zwischen den einzelnen Buchstaben eine sekundenlang Pause machen
muss, was nach kurzer Zeit furchtbar nervt. Das TomTom Go 950 kennt solche Wartezeiten nicht.
Letztes Ziel: Hier finden Sie eine Liste mit den zuletzt angefahrenen Zielen. Grundsätzlich ist das sehr praktisch, weil man im Regelfall ja sowieso nur zehn, zwanzig Hauptziele hat.
Point of Interest listet Sonderziele auf, die entweder in der Nähe des aktuellen Standorts, in einem beliebigen Ort, in der Nähe des Heimatorts, in der Nähe des Ziels oder entlang der aktuell geplanten Route liegen dürfen.
Position des letzten Halts: Klasse, wenn man mit dem Auto zum Bummeln fährt. Sie steigen aus, nehmen das Navi mit und stecken es ausgeschaltet in die Jackentasche. Wenn Zeit oder Lust nicht mehr reichen, schalten Sie das Navi ein und lassen sich zum Auto zurückführen.
Kartenmaterial des TomTom Go 950 Traffic
Das Navi Go 950 Traffic wird geliefert mit Kartenmaterial von ganz Europa sowie den USA und Kanada. Wenn Sie auf Nordamerika verzichten können, tut es auch das Navigationssystem Go 750 Traffic, bei dem nur Europa installiert ist.
Europa bedeutet bei diesen TomTom-Navis wirklich fast ganz Europa. Das einzige, was fehlt, sind Island und ein paar Staaten sehr weit im Osten, wie Georgien und Armenien.
Grundsätzlich könnte es passieren, dass man in einigen Monaten im Handel ein TomTom-Navi mit nicht mehr ganz aktuellen Kartenmaterial erhält. Der Hersteller bietet die sogenannte Latest Map- Garantie. Die besagt, dass man 30 Tage nach dem Kauf die zu diesem Zeitpunkt aktuellste verfügbare digitale Kartenmaterial kostenlos aus dem Internet herunterladen und auf das Navi übertragen darf.
Die vom TomTom Go berechneten Strecken sind absolut klasse, was sicher auch ein Verdienst von IQ-Routes ist. Manchmal überraschen die Strecken, und man fragt sich, wo man jetzt wieder rauskommen wird, aber im nachhinein ist man praktisch immer positiv überrascht.
Routenführung im TomTom Go 950 Live
Die eigentliche Routenführung macht einen übersichtlichen und einfachen Eindruck. Dreidimensionale Bauwerke und Denkmäler oder Ansichten von Bergen und Tälern tut der niederländische Hersteller nach wie vor als optischen Firlefanz ab, sowas gibt es nicht in seinen Navigationssystemen. Man sieht das Straßennetz und kann anhand der vorherrschenden Farbe geschlossene Bebauung von einem Wald unterscheiden, das war’s dann aber auch schon.
Das Navi bietet einen nahezu perfekten Autozoom: Auf Straßen mit hoher Geschwindigkeit zoomt es weit heraus, damit man möglichst viel von der Strecke vorab sieht. Eine Abbiegung vergrößert es für optimale Übersicht fast bildschirmfüllend.
An Autobahnausfahrten- und -knoten zeigt das TomTom Go statische, aber dafür sehr realistische Übersichtsbilder samt realistischer Wegweiser. Auf allen wichtigen Straßen zeigt das Navi außerdem einen Fahrspurassistenten. Auf Wunsch wechselt das Navi mit dem Sonnenauf und- untergang zwischen der hellen und kontrastreichen Tages- und der dunkleren Nachtansicht.
Die Sprachausgabe der TomTom-Navis ist dem Anschein nach im Jahr 2005 stehen geblieben. Man findet zwar das Ziel, aber sowohl die Grammatik als auch die Aussprache lassen zu wünschen übrig. Das Gerät verfügt zudem über eine Spracheingabe, die aber wie bei allen Mitbewerbern nur mit viel Übung benutzt werden kann.
Fazit: Das TomTom Go 950 Traffic ist ein zuverlässiges und überragend einfach bedienbares Navigationssystem. Die Routenberechnung ist nicht die schnellste, aber sicher eine der besten. Die Sicherheit, regelmäßig aktuelle Landkarten zu erhalten, macht das Navi auch auf lange Zeit wertstabil.

