TomTom Go 940 Live Navitest
Der TomTom Go 940 ist eines der ersten Navis aus der neuen Ära von TomTom. Dabei kalkuliert es zwar eine Route von Hamburg nach München, holt sich dabei aber Verkehrsinfos über eine GPRS-Verbindung vom TomTom-Server im Internet.
Bisher waren Information über den Aufenthalt von Personen mit Handys im D2-Netz uninteressant, weil außer D2 niemand etwas damit anfangen konnte und wollte. Es änderte sich aber im Jahr 2006 etwas als TomTom ein fast völlig unbekanntes Unternehmen namens "Applied Generic" übernahm. Dieses Firma hat Rechenmodelle entwickelt, mit denen man die Bewegung von Handybesitzern aus dem Wechseln von einer Funkzelle zur nächsten auf Kartenmodelle übertragen kann. Nach einer Entwicklungszeit von zwei Jahren hatte TomTom einen hauseigenen Verkehrsinformationsdienst entwickelt das "HD Traffic", der wesentlich genauer funktionieren soll als alle bisher bekannten Dienste.
TMC und TMC Pro haben gegenüber HD-Traffic eine großes Problem: Sie können nur mit stationären Sensoranlagen Daten erfassen, und diese Sensoren müssen irgendwo fest montiert sein. Weil sich das fast nur auf Autobahnen lohnt und auch diese nur alle paar Kilometer mit einem Sensor erfasst sind, liegt die Abdeckung des weiteren Straßennetzes noch in ferner Zukunft. Bundesstraßen und Straßen niedriger Kategorie können nur von Staumeldern über Funk oder Telefon gemeldet werden. HD Traffic macht sozusagen jeden D2-Handybesitzer zu einem Staumelder, aber ohne selbst zu telefonieren.
Abgesehen von den Ausnahmen zu Gunsten der Strafverfolgungsbehörden erfolgt die Auswertung der Funkzelleninformation absolut anonym. Und die Technologie von Applied Genercis sorgt dafür, dass diese Informationen auf das Verkehrsnetz projiziert werden. Auf diese Weise weiß man nicht nur, wie schnell ich Fahrzeuge auf den Autobahnen bewegen, sondern auch, wei schnell sie sich innerhalb von Städten bewegen. Aufgrund der wesentlich kleineren Funkzellen erreicht man dort eine wesentlich höhere Genauigkeit, was aber nur die Unschärfe durch das dichtere Straßennetz kompensiert. Wenn sich zum Beispiel 40 D2 Handybesitzer mit exakt der gleichen Geschwindigkeit von Berlin nach Hannover bewegen, sitzen die entweder in einem Bus oder in einem Zug. Dies entscheidet die Technologie dann anhand der Funkzellen, die "getroffen" oder "verfehlt" werden.
Praxis Anwendung von HD-Traffic im TomTom Go 940 Live
Der TMC-Standard sieht vor, dass pro Minute 60 Meldungen übertragen werden können, und in TMC Pro sind es theoretisch 180 Meldungen. Die Übertragungswege sind aber sehr "instabil" und geradzu gespickt mit Fehlermöglichkeiten. Schon ein falsches Location- oder Event-Code bewirkt einen hundertprozentigen Fehler. Die Info über das Hindernis auf der Fahrbahn ist dann nicht nur um eine Autobahnausfahrt verschoben, sondern kann auf einer ganz anderen Straßen auftauchen. Deswegen wird in TMC und TMC Pro jede Information erst dann berücksichtigt, wenn sie dreimal absolut identisch empfangen wird.
Für HD Traffic musste also ein anderer Übertragungsweg gefunden werden. Im TomTom-System werden die Daten deswegen nicht per TMC oder TMC Pro übertragen, sondern über GPRS-Datenfunk. In jedes TomTom Go x94 ist deswegen eine komplettes Handymodul eingebaut. Mit dem kann man aber nicht telefonieren, sondern nur Daten zum TomTom-Server übertragen und von diesen empfangen. HD Traffic ist diesem deutlich überlegen und liefert wesentlich mehr Meldungen. Beim ersten Einschalten und dann mehr oder weniger ständig sucht das TomTom Go Live navh Verkehrsinformationen. Es können aus Kapazitätsgründen nicht alle Ereignisse berücksichtigt werden. Den GPRS-Datenverkehr gibt es von TomTom nicht umsonst, und deswegen muss jeder Anwender dieser Verkehrsinformationsdienste pro Monat 9,95 Euro bezahlen. Beim Kauf eines TomTom Go 940 Live sind die ersten drei Monate im Preis enthalten. Nach Ablauf dieser Zeit mann man den Service auslaufen lassen, erst verlängern wenn man ihn wieder braucht, oder für TomTom sicher am sympatischsten sofort wieder aktivieren. Dafür braucht man aktuell noch eine Kreditkarte. Wahrscheinlich wird es auch andere Bezahlungsmöglichkeiten geben, die aber sicher nicht einfacher im Handling sind. Grundsätzlich gibt es aber keine automatische Verlängerung. Nach Ablauf des Zeitraums muss der nutzer selbst tätig werden. Geplant ist dass TomTom beim Buchen eines ganzen Jahres entsprechenden Nachlass einräumt. Ein weiteres Problem bringt die im Navi eingebaute SIM-Karte. Sie funktioniert nur in ihrem jeweiligen Ursprungsland. Da man die SIM-Karte nicht wechseln kann, und es auch praktisch nicht durchführbar wäre, ist die Nutzung des Informationsdienstes nur im entsprechenden Land möglich. Deshalb sollten Sie auch kein äusländisches TomTom Go 940 Live kaufen. TomTom arbeitet im Moment an der Datenübertragung im Ausland, aber die diversen europäischen Vodafone-Niederlassungen sind eigenständige Gesellschaften. Augenblicklich gibt es den Service auch nur in fünf europäischen Ländern: Deutschland, Schweiz, Großbritanien, Niederlande und Frankreich. Kunden in Österreich werden den TomTom 940 Live oder seinen kleinen Bruder, den Go 740 deswegen noch nicht erhalten. Bis Ende 2009 will TomTom aber zumindest ganz West- und Mitteleuropa abdecken. Außerhalb des eigenen Landes funktioniert das Live-System also nicht, so dass man für das Ausland gegebenfalls einen seperaten TMC-Empfänger dazukaufen muss. Aktuell empfehlen können wur nur den ganz neuen Empfänger mit USB-Anschluss, der am TomTom Go 940 Live vorzüglich arbeitet. Den weit verbreiteten TomTom TMC-Empfänger mit runden Klinkenstecker können Sie an den 740er oder den 940er nicht anschließen.Die ultimativ letzte Stufe der Kombination zwische Navi und aktiver Rückmeldung wäre, dass das Navi jederzeit an den Zentralserver durchgibt, wie lange es für welche Strecke braucht. Damit könnte man das Floating-Phone-Data-Verfahren nochmals wesentlich verfeinern. Ebenfalls noch nicht realisiert, aber technisch ohne weiteres möglich, wäre eine aktive Warnung durch Fahrzeuge beziehungsweise den Navis in Fahrzeugen, die Ungewöhnliches tun. Wenn man auf freier Autobahn ohne gemeldete Baustellen oder andere Ereignisse eine Vollbremsung macht, könnte das über den Zentralserver eine Warnmeldung an nachfolgende Fahrzeuge starten.
