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TomTom Go 740 Live Navi-Test

Der niederländische Navi-Hersteller TomTom brachte eines seiner neuen Modelle das TomTom Go 740 Live auf dem Markt. Es ist 127 mal 84 mal 23 Millimeter groß, wirkt aber ein wenig wuchtig durch den breiten Rand links und rechts neben dem Display. Am Navi selbst gibt es keinerlei Anschlussbuchsen mehr, nur noch ein 20-polige Kantaktleiste. Daraus folgt, das TomTom bei seinen neuen Spitzenmodell endlich wieder zur Aktivhalterung zurückkehrt. Man muss das Stromkabel an die Autohalterung anstecken und befestigt darauf dann den TomTom Go 740 Live. Das hat den Vorteil, dass man beim Herausnehmen oder Einstecken des mobilen Navis nicht immer die Kabel seperat anstecken muss. Navi in die Halterung und fertig.

Beim TomTom Go 740 gibt es an der Aktivhalterung nur einen einzigen Anschluss im Mini-USB-Format für die Stromversorgung und gegebenfalls für den durchgeschleiften USB-TMC-Empfänger. Den TMC-Empfänger, der in die Mini-Ladeleitung eingeschleift wird, kennt man schon von den aktuellen One- und XL-Modellen. Er empfängt wie der Teufel und liefert auch ohne umständliches Verlegen entlang der Windschutzscheibe hervorragende Ergebnisse.

Eine mit mehr Anschlüssen ausgestattete Windschutzscheibenhalterung gibt es nur gegen Aufpreis. Die Betonung in der Produktionsbezeichnung liegt auf dem "Live". Jeder TomTom Go 740 wird mit einer vorkonfigurierten Vodafone-SIM-Karte geliefert, um ständig Kontakt zum HD-Traffic Server halten zu können. Dieser Verkehrsinformationsdienst von TomTom soll TMC und TMC Pro qualitativ weit überlegen sein.

Können die Niederländer hierzulande wirklich TMC und TMC Pro übertrumpfen? Oder ist das bisher lediglich in den Niederlanden funktionierende HD Traffic nur besser als das dortige TMC? Das wäre nicht schwer, denn ein Hundert-jähriger Kalender für das Wetter dürfte in der Genauigkeit ziemlich vergleichbar sein mit dem normalen niederländischen TMC-Service.


IQ-Routes

In den vergangenen Jahren hat TomTom fleißig anonym Daten gesammelt, wie schnell jeder Streckenabschnitt in Deutschland und Europe tatsächlich befahren werden kann. Verständlicherweise gibt es teilweise große Unterschiede zwischen der im digitalen Kartenmaterial eingetragenen Normalgeschwindigkeit und dem in der Praxis erfahrbaren Durchschnittstempo. Nun bringt das nur dann einen Vorteil, wenn bei diesen Geschwindigkeiten die verschiedenen "Stauzustände" unterschieden werden. Bei den Modellen x20 und x30 muss man sich noch mit zwei Modi zufrieden geben, da gibt es nur Wochenende und Werktags. In den ganz neuen 40er Modellen arbeitet TomTom mit einer Genauigkeit von 5 Minuten! Stadteinwärts nimmt das Navi im morgendlichen Berufsverkehr deswegen unter Umstanden tatsächlich eine ander Route als abends.

Grundsätzlich sollt man sich von IQ-Routes aber nicht zuviel versprechen. Außerhalb von Städten gibt es zuwenig Alternativverbindungen, und bei Überlandfahrten kommt sowieso nur das Autobahnnetz in Frage. IQ-Routes kann etwas bringen bei Fahrten auf den typischen Ein- und Ausfallstraßen sowie in großen Städten, viele Anwender werden aber nur minimale Auswirkungen spüren.


Kontakt nach außen

Leider wurde speziell der TomTom Go 740 Live stark eingeschränkt in seinem Multimedia-Funktionsumfang. Der Go 740 Live besitzt weder einen Kopfhörerausgang noch einen MP3-Player. Die beliebte Verbindung von Go und Autoradio per Audiokabel und das Füllen der Pausen zwischen zwei Navigationsansagen mit MP3-Musik ist deswegen beim TomTom Go 740 nicht mehr möglich. Nach wie vor eingebaut ist die Freisprecheinrichtung für ein kompatibles Bluetooth-Handy. Außerdem findet mach auch die Steuerungsmöglichkeit für einen iPod, den man aber nicht mehr anschließen kann, weil auch diese Buchse weggefallen ist. Will man einen iPod oder ein Audiokabel anschließen, braucht man die gegen Aufpreis erhältiche Aktivhalterung des Go 940. Dann fehlt dem 740er aber immer noch der MP3-Player.


TomTom Live

Das besondere an den neuen TomTom ist aber natürlich der Live-Service. Das ist ganz einfach ausgedrückt eine ständige Datenfunk-Verbindung zu einem zentralen TomTom-Server, über den man die HD-Traffic Verkehrsinformationen, einen automatischen Quick-GPS-Fix und Wetterprognosen erhalten soll. Außerdem ist über die Datenverbindung auch die Suche in Google möglich, beispielsweise nach Sonderzielen in der Nähe, die noch nicht in der Sonderzielliste des TomToms, aber eben bereits in Google eingetragen sind.

Der TomTom Go 740 Live wird ab Werk mit einer Vodafonde-SIM-Karte geliefert, die fertig konfiguriert ist. Man braucht das Gerät nur einschalten, fertig! Erstmals braucht man keine Angst vor einer Kostenfalle haben. Alle Datenübertragungen und die Nutzung des Verkehrsinformationsdienstes sind in einem monatlichen Pauschalpreis von 9,95 Euro enthalten. Ein Neukäufer darf die Services grundsätzlich drei Monate kostenlos testen, und alle, die bis 31.Januar eines der neuen Go-Modelle kaufen, bekommen den Live-Dienst drei weitere Monate gratis.

Nach dem Ablauf dieser Fristen muss man wie gesagt pro Monat 9,95 Euro zahlen, wobei TomTom nach eigenen Angaben extrem flexibel sein will. Man kann gerne mal pausieren und dann wieder den Live-Dienst buchen, und natürlich soll es auch günstigere 12-Monats Paket geben.

Das grundsätzliche Problem: TomTom Live funktioniert auf deutschen Geräten nur in Deutschland, Roaming ist schon aus Kostengründen nicht möglich. Das heißt, dass man im Ausland keinerlei Verkehrsimformationen nutzen kann, denn der herkömmliche TMC-Empfänger ist nur gegen einen saftigen Aufpreis von knapp 80 Euro erhältlich. Aus diesem Grund wird es das neue 70er Modell auch nicht in Österreich geben, sondern nur in einigen wenigen Ländern, unter anderem der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden und Großbritanien. Aber auch in den genannten Ländern wird es die aktuelle 30er Go-Baureihe weiter geben, so dass man bei Bedarf auch ein Navi mit normalen TMC-Empfänger kaufen kann.

Die Freisprechmöglichkeit für ein Handy, die Vodafone-SIM-Karte im Gerät und das eingebaute GSM-GPRS-Modul könnten theoretisch zusammen als eigenständiges "Autotelefon" dienen. Leider wird TomTom diese Möglichkeit nicht unterstützen, auch der Betrieb der SIM-Karte außerhalb des Navis ist nicht möglich.


Und Sonst?

Die Icons der Benutzeroberfläche wurden neu gestaltet, die Konfigurationsmenüs sind aber immer noch so schachtelt wie eh und je. Auch die eigentliche Navigationsführung ist absolut unverändert gegenüber der Vorgängermodellen. Das Kartenmaterial ist abgesehen von einer etwas besseren Aktualität das gleiche. Der TomTom Go 740 Live wird mit Europa geliefert. Das Go 740 Live bestitzt den bekannten Fahrspurassistent und Reality View. Ein UKW-Transmitter ist nicht mit eingebaut.

Fazit: TomToms Preise beginnen ab 349 Euro. Mittlerweile ist diese Preisangabe verschwunden, so dass wir spekulieren, dass der Go 740 Live noch ein wenig teurer werden kann. Wenn der go 740 Live aber 399 Euro kosten sollte, muss sich TomTom warm anziehen.