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TomTom Go 930 Traffic im Navi Test

Der TomTom Go 930 Traffic hat sich technisch nicht wesentlich verändert, er bringt aber mindestens eine neue Innovation, die man so vorher noch nirgendwo gesehen hat. Das mobile Navi ist völlig schwarz, und die Displayeinfassung besteht aus glänzenden schwarzen Kunststoff. An der Halterung hat sich nichts geändert, außer das Sie zu kurz ausgefallen ist und somit für größere PKW zum Problem werden kann.

Im Innern des Go 930 befindet sich ein SiRF-III-Chipsatz, dessen Empfangsqualität über alle Zweifel erhaben sind. Als Prozessor verwenden die TomTom Hersteller einen 400 MHz schnellen ARM-Chip mit 64 MB Arbeitsspeicher.

Auf den ersten Moment scheint dieses nicht sehr hochwertig, aber was die auf Linux basierende Navigationssoftware daraus macht, ist aber praktisch nicht zu toppen. Mit der identischen Hardware (Endung 20) sind alle anderen Halterungen, Kabel und Zubehörteile dieser Navis nutzbar. Im TomTom Go Lieferpaket ist neben der Autohalterung, natürlich auch ein Ladekabel, das alle Spannungen zwischen 12 und 24 Volt verarbeitet, enthalten. Außerdem findet man in der Packung einen externen Empfänger für die per UKW übertragenen TMC- und TMC-Pro-Verkehrinformationen, eine USB-Dockingstation für die Verbindung mit einem PC, eine Kurzanleitung auf CD mit der nötigen PC-Software und ein Handbuch als PDF-Datei zum Selbstdrucken.

Der Go Traffic 930 wird außerdem geliefert mit einer Fernbedienung. Sie arbeitet per Bluetooth-Kurzstreckenfunk mit dem Navi. Übung bedarf mit der Fernbedienung die Eingabe der Adresse. Dabei kommt eine solche Form der Eingabe an kein Touchscreen heran.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des Go 930 Traffic ist die eingebaute "Enhanced Positioning Technology" oder kurz gesagt "EPT". Diese Bezeichnung steht für ein Sensorsystem, das Geschwindigkeits- und Richtungsänderungen bemerken und verarbeiten soll, wenn der GPS-Empfänger keinen Satellitenkontakt hat und somit seine Position nicht bestimmen kann. Im Navi Test zeigt die Praxis aber etwas anderes. Das EPT funktionierte nur wenn z.B. im Tunnel keine Geschwindigkeitsänderungen erfolgen. Das können aber auch mobile Navis ohne EPT.

Es gibt Möglichkeiten, die Ansagen auch die vorgelesenen Verkehrsinformationen sowie MP3 zu hören. Entweder über den eingebauten Lautsprecher, oder sie verbinden den Go mit dem Autoradio. Dafür gibt es wiederum drei Varianten, die Verbindung per Kabel, über Bluetooth-Funk oder über den eingebauten UKW-Minisender im Go. Dann müssen Sie das Radio nur auf die gleiche Frequenz einstellen. In Ballungsgebieten ist das nicht immer leicht und daher bleibt die beste Variante, die Verbindung über ein Kabel.

TomTom 930 Traffic

Der Go 930 Traffic trumpft natürlich auf mit seiner fest eingebauten Karte der USA und Kanada, die vor allem für potentiellen Amerika-Touristen sehr interessant sein dürfte. Beim Spitzenmodell findet sich dann auch die östliche Hälfte von Russland. Möchten Sie also bis nach Moskau fahren, brauchen Sie auf alle Fälle dieses Navi. Ansonsten ist die Europakarte die gleiche wie bei seinen Bruder dem Go 730 Traffic.

Bei der Berechnung wird auch eine Überfahrt mit einer Fähre berücksichtigt. Leider kann man Fähren bei der Routenplanung nicht von vornherein ausschließen, was sicher nicht ganz unproblematisch ist, wenn man entweder wasserscheu ist oder die Wartezeiten bis zum nächsten Ablegen vermeiden will. So muss man gegebenenfalls die Route vor Fahrtantritt von Hand kontrollieren und einzelne Teilstücke ausschließen.

TomTom hat festgestellt, das kein Kartenlieferant wirklich hunderprozentig richtige digitale Landkarten herstellen kann. Immer fehlt da ein Kreisel, dort eine Umgehung, neben dem Haus des Verfassers ein Neubaugebiet, das schon seit zwei Jahren steht. Da lag es nahe, die Anwender selbst einfache Korrekturen vornehmen zu lassen. Jder Anwender kann eine Straße dauerhaft sperren, oder wieder freigeben, die Richtung einer Einbahnstraße ändern, einen Straßennamen bearbeiten, ein Abbiegeverbot ändern, ein Tempolimit korrigieren, ein Sonderziel hinzufügen oder bearbeiten oder schwerwiegendere Fehler melden.

Alle Änderungen kann man, wenn man das will, über das Internet an TomTom melden, von wo sie dann an alle anderen TomTom-Anwender mit der gleichen Karte weiterverteilt werden, und Sie bekommen natürlich die Änderungen der anderen TomTom Besitzer.

Ebenfalls ein guter Verkaufsanreiz ist die "Latest Map Garantie". Wenn Sie ein TomTom Navi kaufen, was schon länger beim Händler steht, haben Sie nach der ersten Inbetriebnahme 30 Tage Zeit kostenlos die aktuelle Landkarte herunterzuladen per Internet.

Völlig neu und bisher einzigartig ist die IQ-Routes-Technologie. Seit Jahren fragen alle neuen TomTom Navis, ob man die anonyme Auswertung der zurückgelegten Fahrten erlaubt. Anscheinend haben genug Anwender dem zugestimmt, denn auf diese Weise konnte TomTom eine Datenbank anlegen mit den tatsächlichen Durchschnittsgeschwindigkeiten aller Streckenabschnitte. Das Problem dass bisher beispielsweise ungünstig schaltende Ampeln, eng zugeparkte Straßen oder Tempo 30 Zonen, nicht in die Routenberechnung einflossen, ist jetzt gelöst. Leider unterscheidet IQ-Routes derzeit nur zwischen "Werktag" und "Wochenende", womit natürlich sehr viel Potenzial verschenkt wird. Vorläufigen Tests nach unterscheidet IQ-Routes die Fahrtrichtung auch nur bei Autobahnen oder anderen Straßen mit getrennten Richtungsfahrbahnen, dies ist aber bisher nicht beweisbar.

Bringt denn IQ-Routes etwas? IQ-Routes macht die Routenberechnung nicht langsamer. Durch die "Werktage" und "Wochenenden" lagen die Unterschiede unter 5 Prozent. Es bleibt abzuwarten, ob TomTom diese Technologie mit mehr Zeitoptionen noch verfeinern kann.

Bei TomTom konnte man wohl auf Grund von Anfragen diesmal einen Fahrspurassistenten nicht mehr erwehren. Dieser und eine "Reality View" zeigen jetzt im TomTom Go 930 Traffic die lang ersehnten Autobahnkreuze und Ausfahrten an. Etwa 800 Meter vor der Ausfahrt wird das Standbild eingeblendet und bleibt dort, bis man ide Abbiegung passiert hat.

Der Fahrspurassistent ist davon getrennt, er wird links unten eingeblendet. Die Pfeile der "richtigen Fahrspur" sind weiß eingezeichnet, die anderen blau.

Alle neuen Go Modelle liegen die bekannten Empfänger für Verkehrsinformationen bei. Diese stecken in einem kleinen Kunststoffgehäuse, das auf der einen Seite mit dem Go verbunden wird und am anderen Ende einen dünnen Draht als Wurfantenne hat. Das mitgelieferte 1,50 m Kabel langt zum Teil nicht, um in die Ecken der Frontscheibe es zu plazieren.

Dafür empfängt das Gerät mit der Bezeichnung 4V00.013 wie der Teufel. Am Bildrand werden jetzt nicht mehr alle Events angezeigt, sondern nur das jeweils nächste. Empfängt der aktuelle Go irgendeinen TMC-Pro-Sender, dann nutzt er immer diesen, egal, ob man das will, ob das sinnvoll ist oder ab der Sender auch wirklich gut zu empfangen ist.

Dieser Verkehrsfunkempfänger hat nichts zu tun mit der von TomTom angekündigten Technologie "HD-Traffic", die Handybewegungen von Funkzelle zu Funkzelle anonym auswertet und durchaus eine Staukarte generiert. HD Traffic wird erst zum Jahresende in Deutschland verfügbar sein. Für die Nutzung braucht man dann einen neunen Verkehrsinformationsempfänger.

An der Navigationssoftware hat sich eigentlich nicht viel getan. Das Gerät reagiert in allen Situationen ohne jede Verzögerung auf die Eingaben des Anwenders, was leider alles andere als selbstverständlich ist. Leider merkt man der Software mittlerweile an, das sie vor einiger Zeit entwickelt und seitdem immer wieder stückchenweise erweitert wurde. Insbesondere Systemeinstellungen sind mittlerweile so übersichtlich, dass auch Fortgeschrittene gerne mal länger nach einer bestimmten Einstellmöglichkeit suchen müssen. Die meisten Einstellungen werden am Anfang vorgenommen und dann später so gut wie nie wieder.

Fazit: Das TomTom Go 930 Traffic ist das beste mobile Navi überhaupt. Kein anderes Navi ist besser ausgestattet und lässt sich trotzsdem so schnell bedienen. Die einzigen relevanten Kritikpunkte dürften die zu kurze Autohalterung und die fehlenden Eingriffsmöglichkeiten der TMC-Verarbeitung sein.

Der Fahrspurassistent und die Realtiy View Ansichten sind sicher für viele Anwender sehr nützlich oder zumindest eine hilfreiche Unterstützung in der Stadt oder auf der Autobahn.

Wenn Sie sich entscheiden müssen zwischen dem kleinen Bruder 730 und dem 930.Wer auf das Kartenmaterial von Russland und Nordamerika angewiesen ist, lohnt sich der Kauf eines TomTom Go 930.

 

 

 


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