Thinknavi T7 im Navi-Test
Riesig und fernsehtauglich
Inmitten der derzeit zahlreichen Navigationssystemen mit 4,3- Zoll- Display, Vollausstattung und TomTom-, Garmin-, I-Go- oder Navigon- Software fällt das Thinknavi T7 sofort auf. Das Display ist größer, die Ausstattung hat ganz spezielle Besonderheiten, und die Software ist eine Eigenentwicklung. Entsprechend spannend ist der Test eines solchen Neulings! Ganz unbekannt ist Thinknavi auf dem deutschen Markt nicht mehr. Ein erstes Modell des koreanischen Marktführers ist mit dem UZ bereits ein knappes Jahr auf dem Markt. Intelligenterweise suchen sich die Koreaner jetzt eine Marktnische, um auf sich aufmerksam zu machen. Navi- Modelle mit einem großen Display sind bislang nämlich kaum zu haben. Und das T7 ist denn auch das erste Gerät mit einem 7-Zoll-Display. Doch haben die Entwickler nicht einfach nur ein größeres Display eingebaut. Sie haben auch die Software entsprechend angepasst und die Auflösung erhöht. Diese liegt bei 800 mal 480 Bildpunkten und zeigt damit deutlich mehr Details als herkömmliche Navi - Modelle mit 4,3- Zoll Display und 480 mal 272 Bildpunkten Auflösung. Das große Display führt dazu, dass das T7 relativ groß und schwer ist. Die Abmessungen liegen bei 193 mal 119 mal 24 Millimetern, das Gewicht bei 460 Gramm. Das ist zwar im Vergleich mit einem der gängigen Navis alles andere als kompakt, mit Blick auf das große Display aber sehr beachtlich! Die schlanke Bauweise erreicht Thinknavi durch den Verzicht auf einen Internen Akku. So sind Sie grundsätzlich auf die Kabelverbindung zum Zigarettenanzünder im Auto oder zu einer Steckdose angewiesen. Das hat unter anderem zur Folge, dass sich das Gerät immer dann ausschaltet, wenn Sie die Zündung ausschalten, sofern die Steckdose im Auto nicht dauerhaft mit Strom versorgt wird. Fleißige Energiesparer, die beim Ampel- Rot den Motor ausschalten, können das T7 somit vergessen- oder müssen warten, bis Thinknavi einen externen Akku als Sonderzubehör anbietet. Ansonsten steckt alles im Gerät; was ein Navi so braucht. Vornan sind das ein Sirf- III- Empfänger für die GPS- Signale sowie ein 500-MHZ-Prozessor. Er sorgt für ein schnelles Rechnen und Darstellen. Das mit gelieferte Kartenmaterial umfasst 45 europäische Länder und ist auf einer 4- GB- Speicherkarte vorinstalliert. Zusätzlich lassen sich auch Musik-, Foto- und Video- Dateien sowie E-Books speichern. Sie alle lassen sich mit dem T7 nutzen. Wer nun fürchtet, dass ein im Vergleich so großes und schweres Navi bei der Befestigung im Auto Probleme mit sich bringt, der irrt. Die Halterung unterscheidet sich grundsätzlich nicht von denen, die bei Geräten mit 4,3- Zoll- Displays zum Einsatz kommen. Sie verfügt über zwei Gelenke, die sich festschrauben lassen. So ist eine beliebige Ausrichtung auf den Fahrer möglich. Befestigen lässt sich die Halterung mit dem Saugnapf wahlweise an der Windschutzscheibe oder auf dem Armaturenbrett. Durch die schwarze Display- Umrandung gab es während der Testfahrten keine Probleme mit Blendeffekten. Und das Display erwies sich in jeder Hinsicht als gut ablesbar. So gab es keinerlei Spiegelungen. Und über das große Display dürften sich insbesondere Besitzer von Vans, Camping- Mobilen und LKWs freuen. Bei Ihnen ist die Windschutzsacheibe recht weit entfernt und ein normales Navi aufgrund der Distanz häufig schlecht ablesbar.
Ausgereifte Software
Nun ist Thinknavi zwar auf dem deutschen Markt noch ein recht junger Anbieter. Doch als Marktführer in Korea bringt das Unternehmen viel Erfahrung mit, die in die Software eingeflossen ist. Im Hauptmenü steht neben den verschiedenen Multimedia- Funktionen auch die Navigations- Software zur Auswahl. Sie wiederum enthält ein eigenes, übersichtliches Menü.
Wichtigster Punkt ist zweifellos das Untermenü zum suchen eines Ziels. Hierbei kann es sich um beliebige Koordinaten, eine Postleitzahl oder eine Adresse mit Orts- und Straßennamen handeln. Die zuletzt angefahrenen Ziele sind ebenso aufrufbar wie gespeicherte Favoriten. Der an der Rückseite platzierte Stift für die Eingabe kann dort bleiben, denn die Eingabe mittels Finger ist problemlos möglich. Auf dem großen Display ist die virtuelle Tastatur geradezu riesig. Wollen Sie ein zuvor nicht angesteuertes Ziel eingeben, so blendet das Gerät zudem die nicht sinnvollen Buchstaben aus. Das erfolgt mit sehr hoher Geschwindigkeit. Während der Fahrt wirkt das Display sehr aufgeräumt. Im linken Bereich gibt es nur zwei kleine Symbole. Eines zeigt eines Kompass, ein anderes lässt sich antippen, um das Menü aufzurufen.
Rechts unten lassen sich verschiedene Informationen einblenden. Dabei kann es sich um den aktuellen Längen- und Breitengrad, die aktuelle Geschwindigkeit und Höhe oder den aktuellen Straßennamen handeln. Darüber informiert ein großer Richtungspfeil über die nächste Fahranweisung. Am oberen rechten Rand schließlich lassen sich die Restfahrzeiten und die verbleibende Entfernung ablesen.
Eine echte Besonderheit ist der Autobahn- Modus der Software. Während alle bislang getesteten Navigationssysteme nämlich während der Autobahnfahrt mehr oder weniger viele Details rechts und links der Fahrstrecke zeigten, blendet das T7 auf Wunsch Informationen wie die Entfernung zu den nächsten Raststationen oder zum Ziel beziehungsweise die voraussichtliche Fahrdauer ein. Dieser Verzicht auf ständige Bewegung auf dem Display dient zweifellos der Verkehrssicherheit, da es weniger Ablenkung gibt.
DVB T Tuner eingebaut
Eine weitere Besonderheit des T7 ist der eingebaute DVB T Tuner. Er macht aus dem Gerät einen vollwertigen Fernseher. Das digitale Antennenfernsehen ist inzwischen nahezu flächendeckend verfügbar. Die mitgelieferte Außenantenne war im Test grundsätzlich möglich, um ein Fernsehsignal trotz guter Versorgung vor Ort empfangen zu können. Neben dem Fernsehbild lassen sich auch die Videotext- Informationen der Sender anzeigen. Mittels Bild- im- Bild- Funktionen lässt sich das Fernsehprogramm sogar in die Navigations- Software einblenden. Das ergibt auf dem großen Display durchaus Sinn. Ob es mit Blick auf die Ablenkung des Fahrers sinnvoll ist, sei dahingestellt. Während der Fahrt brach der Empfang ohnehin recht schnell ab. Bei einer Geschwindigkeit von mehr als 50 Stundenkilometer gab es keinen Empfang mehr.
