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Navi zum Nachrüsten

Die Zeiten, in denen sich immer die gleiche CD durch das Laufwerk bewegte, sind vorbei. Das in die Jahre gekommene Radio soll durch einen neuen Moniceiver von Zenec mit allen technischen Highlights ersetzt werden. Natürlich mit einem 7-Zoll Display und Touchscreen. In Zukunft können quengelnde Beifahrer auf langen Fahrten mit einem Spielfilm unterhalten werden. Und der Fahrer muss sich nicht mehr schlecht klebenden Saugnapf Navigationsgeräten herumärgern. Aber schafft man den Einbau des Navis ohne Unterstützung einer Werkstatt und kann somit viel Geld sparen?

Erste Herausforderung: Wie bekommt man das alte Gerät aus dem Schacht? Radios werden in einem so genannten Käfig gegen herausfallen und Diebstahl gesichert. Um sie auszubauen, bedarf es speziellen Werkzeugs, das dem Besitzer normalerweise beim Kauf übergeben wird. Blöderweise fehlen diese Klemmen. Ich fahre also in eine Fachwerkstatt und lasse den ollen Kasten lösen. Das ist zwar kostenlos, aber es vergeht eine halbe Stunde, bis endlich der tatsächliche Aus- und Einbau des neuen Navis beginnen kann. Glücklicherweise sind heutzutage die Anschlüsse für Strom und Lautsprecher genormt. Das heißt: tauschen, Stecker einstecken und los geht es.

Falsch gedacht, denn das Zenec Allroundtalent braucht natürlich etwas mehr Verbindungen als sein Vorgänger. Alleine mit Strom und der Radio- Antenne kommt man hier nicht weiter. Beim Auspacken linsen mich unzählige unterschiedliche Kabel in allen Regenbogenfarben an. Wer soll da noch durchblicken?

Die Einbauanleitung erklärt leider nur den Einsatz des neuen Käfigs und verweist auf die Prüfung der Funktionalität. Ratlosigkeit macht sich breit. Soll ich etwa jetzt schon aufgeben? Nein, so einfach darf man sich nicht abschrecken lassen. Zuerst muss die Batterie des Autos abgeklemmt werden. So werden Kurzschlüsse und damit verbundene Schäden vermieden. Blaues Kabel an blaues Kabel, Antenne in den Adapter, Strippe für Strippe, Stecker für Stecker. Das ist doch kein Hexenwerk.

Eine größere Herausforderung stellt das Verlegen der Navi- Antenne dar. Diese sollte möglichst nah an der Frontscheibe positioniert werden, damit der GPS-Empfang tadellos funktioniert. Die Kunst besteht darin, das schwarze Kabel vom Radio an seinen vorgesehenen Platz zu ziehen, ohne dass quer über dem Armaturenbrett liegt. Im Beifahrerraum des Autos gibt es zwischen Mittelkonsole, wo das Navi mit Allroundfunktion verbaut wird, und Fußbereich eine kleine Öffnung. Durch diese lässt sich die dünne Leitung fummeln. Anschließend such ich nach einem geschickten Weg unter dem Handschuhfach und neben dem Armaturenbrett. Das schwarze Kästchen liegt nun ganz unauffällig hinter der grünen Plakette. Je nach Fahrzeug gibt es verschiedene Wege, um die Leitung möglichst unsichtbar zu verlegen. Hier sind etwas Erfindergeist und ein waches Auge gefragt. Doch was ist mit den übrigen Steckern, die noch kein Pendant gefunden haben? Der Stromlaufplan gibt Aufschluss und vereinfacht die Arbeit.

Das Abschlussverfahren hilft weiter: Rückfahrkamera und DVBT-Receiver gibt es nicht. Damit kann über die Häfte des Kabelsalates von der To-do-Liste streichen und stelle fest. Alle benötigten Kabel sind schon dran. Zeit für einen ersten Versuch. Batterie anklemmen, Zündung einschalten, mit dem Druck auf "On" fährt der 7 Zoll Bildschirm aus dem Bedienpanel, und das Display zeigt die Menüstellung an. Super, es funktioniert, freue ich mich, stelle aber im selben Moment fest, dass kein Ton aus den Lautsprecherboxen kommt. Zudem verlangt das Navi nach einer SIM-Karte. Die ist nach kurzer Suche im Verpackungskarton gefunden und mit etwas Fingerspitzengefühl in etwas versteckten Schacht auf der Rückseite des Bildschirms gesteckt.

Aber viel wichtiger ist die Musik. Nachdem alle Verbindungen nochmals gecheckt und für gut befunden sind, bleibt nur noch der Griff zum Telefon. Ich rufe beim Hersteller an und erkundige mich nach der Störquelle. Glücklicherweise kann mir sofort geholfen werden. "Sie müssen das braune Mute-Kabel trennen, dann funktioniert es", erklärt mir der Service-Berater von Zenec aus der Schweiz. Darauf wäre ich nun wirklich nicht gekommen, denn die Kabel waren bereits beim Auspacken miteinander verbunden. Nach dem Lösen der beiden Strippen trällert sofort ein flottes Liedchen. Die offenen Enden müssen unbedingt mit speziellen Isolierband gegen Kontakt geschützt werden, Anosnsten droht ein Kurzschluss, im schlimmsten Fall sogar ein Kabelbrand. Besonders wichtig ist es auch, den Kabel Wirrwarr vor dem Einbau des Bedienpanels penibelst zu verstauen, nichts darf gequetscht werden. Anschließend kann das Bedienteil in den Käfig geschoben werden. Bei diesem Modell wird es verschraubt, die lästigen Klemmen entfallen.

Ganz praktisch, falls es in ein paar Jahren eine neues Modell gibt, dann kann ich wieder zwischen 100 und 150 Euro sparen. Soviel hätten die zwei Stunden Zeitaufwand je nach Fahrzeug und Radiomodell für einen professionellen Einbau gekostet.

Fazit: Wer technisch geschickt ist, kann sich locker an den Einbau eines Nachrüstgerätes mit Navi wagen. Etwas Grundverständnis im Umgang mit Stromlaufplänen sollte aber vorhanden sein nicht weil der Einbau so schwierig ist, sondern um alle Posten, die man nicht benötigt auszuschließen. Wer schon vor dem Austausch einer Sicherung Respekt hat, gibt die Installation besser in Auftrag. Vor dem Einbau sollten alle wichtigen Werkzeuge wie Isolierband und Radioklemmen parat liegen. Wichtig: Nehmen Sie sich ausreichend Zeit. Treten Probleme auf, hilft nur der Anruf beim Support.

Quelle: Auto Strassenverkehr