Navi Test Testberichte über mobile Navigationsgeräte

Navigon 40 Premium und Navigon 70 Plus Navi-Test

Navigon setzt auf Einfachheit bei seinen zwei neuen mobilen Navigationssystemen 40 Premium und 70 Plus.

Die Ziffer ist ein Indiz für die Größe des Navimodells, die Zusätze Premium und Plus geben Aufschluss über die Ausstattungsvariante.

So hat das Navigon 40 Premium trotz des kleineren 4,3-Zoll-Bildschrims eine sehr gut bedienbare Bluetooth-Freisprecheinrichtung an Bord, die dem Fahrer SMS via Text-to-Speech überraschend sicher vorliest. Sogar Abkürzungen sind dem Navi geläufig. Das 70 Plus kommt ohne Telefonanbindung daher, bietet dafür aber einen Annäherungssensor und den größeren 5-Zoll-Bildschirm. Nähert sich die Hand des Nutzers dem Touchscreen, blendet das Navi die untere Optionsleiste und die nächstgelegenen Sonderziele ein.

Die Entscheidung für das eine oder andere Modell sollte man anhand dieser Faktoren treffen, denn ansonsten unterscheiden sich die beiden Navis kaum, da unter ihrem hochwertigen Gehäuse die gleiche Navigationssoftware arbeitet. Nicht zu unterschätzen ist der Grenunterschied. Gerade in kleinen Autos macht das Navigon 40 Premium eine hervorragende Figur an der Frontscheibe, weil es die Sicht nur minimal einschränkt. Zudem passt es locker in fast jede Hosentasche.

Navigon mit neuen Annäherungssensor

Wer seine Kaufentscheidung am Preis festmachen will, dem wird hier nicht geholfen. beide Navigon sind für rund 199 Euro zu haben. Ein überaus faires Angebot, denn die Navis bringen alles mit, was man für eine mobile Navigation benötigt. Allerdings auch nicht mehr. Das Navigon 70 Plus und das 40 Premium geben sich eher puristisch. Bilderbücher, Sudokus-Spielereien findet man in den wie gewohnt aufgeräumten und klaren Menüs glücklicherweise nicht. Navigon beschränkt sich auf Beigaben, die das Navigieren erleichtern sollen.

Den Anfang macht der erwähnte Annäherungssensor des Navigon 70 Plus. Dieser blendet bestimmte Funktionen automatisch am oberen und unteren Rand der Kartenansicht ein, sobald man dem Navi näher kommt. Auf diese Weise kann der Fahrer zum Beispiel Sonderziele wie Tankstellen, Parkplätze oder Restaurants, die sich entlang der Route befinden auswählen und ansteuern. Die POI-Leiste lässt sich auch individuell belegen.

Im Navi-Test reagierte der Sensor, obwohl er auf maximalem Reaktionsradius gestellt war, mitunter etwas kühl auf Annäherungsversuche. Dies führte letztlich dazu, dass wir dem einfachen Fingertipp auf den Bildschirm den Vorzug gaben.

Eine Neuerung an Bord des 40 Premium und des 7 Plus ist der "Active Lane Assistent", ein animierter Fahrspurassistent. Er wird bei mehrspurigen Abzweigungen eingeblendet, kann auf das Auge aber leicht verwirrend wirken, da sich dann die Karte und der Assistent unterschiedlich schnell und in verschiedene Richtungen bewegen. Erfreulicherweise überlässt es Navigon dem Nutzer, ob er die neuen Funktionen aktivieren will oder nicht, denn er kann auch auf die altgedienten Funktionen vertrauen. Statt der animierten Fahrspur erscheint dann die gewohnte statische Ansicht. Es lohnt sich daher, mit dem Navi herumzuprobieren und es auf die eigenen Bedürfnisse abzustimmen.

Bei aktiver Zielführung zeigen beide Navigons, wie Navigation anno 2010 aussehen sollte. Man fühlt sich mit beiden Navis unterwegs einfach gut aufgehoben. Das liegt unter anderem daran, dass Navigon den Spielraum für Missverständnisse gekonnt kleingehalten hat.

Die optische Zielführung im Navigon sucht ihresgleichen

Ein Beispiel dafür ist die überaus gelungene Tunnelansicht. Während sind andere Navis hier teilweise verhaspeln, navigieren über darüber liegende Straßen berechnen oder sogar Hängenbleiben, sieht der Navigon-Nutzer einfach einen Tunnel mit der restlichen Strecke. Selbst Abzweigungen werden in einer neuen Ansicht dargestellt und angesagt.

Gelungen ist auch die überarbeitete Signpost-Darstellung von Autobahnabzweigungen, die Karte selbst lässt sich ebenfalls sehr gut ablesen. Auf großes 3-D-Kino hat man bei beiden Geräten verzichtet, der Ablesbarkeit tut diese "Dit" aber durchaus gut. Lediglich in größeren Städten wirkt die Kartenansicht bei voll aktivierten POIs ein wenig überladen. Da die meisten Sonderziele mit Originallogo abgebildet werden, sieht mitunter alles etwas bunt und durcheinander aus, teils überschneiden sich auch die Symbole. Hier holt Navigon 70 Plus mit seinen Screen erstmals einen Punktevorsprung heraus.

Im Navi-Test wurde im Navigon eine weitere praktische Funktion aktiviert das "Parken"-Symbol. Drückt man darauf, werden Parkplätze und Parkhäuser inklusive Öffnungszeiten und Kosten angezeigt. Nun muss man einfach das passende auswählen und wird direkt dorthin navigiert.

Drei Strecken zur Auswahl

Traditionell berechnen Navigon-Navis stets drei Routenoptionen, so auch das 40 Premium und das 70 Plus. Die als "My Routes ausgezeichnete Route entpuppt sich dabei meist als die beste. Alternativ lassen sich auch Routen nach eigenen Vorgaben berechnen. Der Vorteil an der Einzelberechnung ist, dass die Routen schneller stehen.

So benötigen die Navigons bei aktivierter "My Routes"-Funktion etwa 30 Sekunden, um die drei Routenvarianten der Strecke zu erstellen. Für die einfache Routenberechnung vergehen lediglich 21 Sekunden. Auch in Sachen Bootzeit brechen die Navigons keinen Geschwindigkeitsrekord. Bei einem Kaltstart, also wenn das Navigationssystem nach kompletter Abschaltung hochfährt, benötigt das Navigon 40 Premium satte 57 Sekunden.

Doch die Wartezeit verzeiht man den Navi angesichts der hohen Routenqualität gern. Lediglich einen Schnitzer verzeichnete der Navitest. Die an sich präzise Sprachausgabe enthielt uns bei beiden Navigationsgeräten eine wichtige Abfahrt vor. Als Nutzer doch gelegentlich auf das Display schauen.

Klare und deutliche Ansagen bei Navigon

Abgesehen davon überzeugte die akustische Zielführung mit gutem Timing und verständlichen Anweisungen. Straßennamen und Abbiegehinweise souffliert die Navigationsstimme dank Text-to-Speech klar und deutlich. An geeigneter Stelle sogar mit französischer Betonung.

Sowohl auf Überlandstrecken als auch innerstädtisch waren beide Navis stets auf der Höhe. Neuberechnungen gingen zügig vonstatten. Nach Tunneldurchfahrten hatte wir den Eindruck, dass das Navigon 40 Premium sich einen Tick länger Zeit ließ, um wieder auf die normale Kartenansicht zu wechseln. Ein wenn überhaupt marginaler Unterschied, der nur auffiel, weil beide Navis parallel im Navi-Test liefen.

Staus umgehen beiden Navigon-Navis anhand der Daten, die über den im Stromkabel integrierten TMC-Empfänger einfließen. Wer lieber auf einen Live-Verkehrsdienst setzt, für den hält Navigon ebenfalls eine passende Lösung bereit. Das Navigon 40 Premium live kostet ca. 249 Euro und wartet mit Google-Zieleingabe, Wetterdienst und Live-Verkehrsdienst auf.

Für all jene, die ihr mobiles Navigationssystem beruflich nutzen und oft mehrere Ziele hintereinander ansteuern, bietet sich der sehr gut bedienbare Routenplaner an. Hat man die etwas versteckte Unterfunktion "Routen und Tracks" erst einmal gefunden, lassen sich Ziele spielend leicht aneinanderreihen und schließlich auch ansteuern.