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Navigon 6350 Live und 8450 Live Navi-Test 2010

Navigon setzt dem bisherigen Topmodell 5410 mit dem 8450 Live das Sahnehäubchen auf. Der Zusatz "Live" verrät es eigentlich schon. Das Navigon Dickschiff klinkt sich über ein in der Stromversorgung zwischengeschaltetes GSM Modul ins Handynetz ein und ist damit online. Auch das 6310 gibt es nun in der Variante 6350 Live. Zu den damit möglichen Diensten zählt zum einen eine aktuelle Wettervorhersage. das Navigon 8450 Live und 6350 Live zeigen den aktuellen Wetterübersicht entlang der Route sowie am Zielort. Zum zweiten ist der Dienst "Google Local Search" integriert. Das ist die Live-Online-Suche von Zielen in der Umgebung. Damit steht ein weitaus größer Datenbestand an Sonderzielen zur Verfügung, in den meisten Fällen inklusive Telefonnummer, Adresse und Nutzerbewertungen.

Navigon 6350 und 8450 Live Navitest: Verkehrsinformationen

Der interessanteste Onlinedienst ist jedoch "Traffic Live", der gegenüber TMC und TMC Pro genauer sein und mehr Straßen abdecken soll. Traffic Live zeigt die Informationen zu Verkehrsstörungen an und empfiehlt, die Staus zu umfahren, wenn eine kürzere Route möglich ist. Der Service bedient sich aus einem Datenpool, in den verschiedene Informationen eingehen, beispielsweise aus Verkehrsschlaufen, aus den Bewegungsdaten von Navigon-Live-Nutzern und von Fahrzeug-Flottenpartnern. Traffic-Live funktioniert aktuell in Deutschland, Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Norwegen, den Niederlanden und Schweden.

Auf längeren Strecken melden die Navigon-Live-Navis auch tatsächlich Staus, die nicht im Verkehrsfunk stehen, bieten aber nur dann eine Umfahrung an, wenn sich diese auch lohnt. Die Integration des Live-Dienstes ist rein physisch jedoch weniger gelungen als seine Software seitige Umsetzung. Anders als beispielsweise bei den TomTom-Live-Navis steckt der Live-Dienst in einer kleinen Extrabox, die zwischen Zigarettenanzünder und Navi gestöpselt wird. Das hat zwei Nachteile gegenüber einer integrierten Lösung wie bei TomTom. Zum einen wird das ans Navi angehängte Kabel länger und der nicht arretierbare USB-Stecker des Laders kann im Fahrraum schon mal unbeabsichtigt abgezogen werden. Das lässt sich immerhin noch mit einer sorgfältigen Kabelführung vermeiden. Der zweite Nachteil. Die Live-Dienste funktionieren nur dann, wenn die Stromversorgung an das Kästchen angedockt ist. Wer mal eben den Zigarettenanzünder für das Laden des Handys benutzen will, muss ohne Live Unterstützung auskommen.

Navigon 6350 und 8450 Live Navitest: Live Dienst

Eine Online-Verbindung über das Handynetz kostet Geld. Deshalb schlägt der Live-Service nach den ersten drei Monaten mit rund 80 Euro pro Jahr, bei Abschluss eines Zwei-Jahres-Abos mit 140 Euro zu Buche. Das ist zwar billiger als bei TomTom, aber wer die Dienste nicht benötigt und nicht in einer sehr verkehrsreichen Umgebung wohnt, bekommt mit den Nicht-Live-Navis 8410 und 6310 identische Navis mit TMC Pro beziehungsweise TMC. Umgekehrt ist das Navigon Angebot für Vielfahrer zuerst interessant, zumal die beiden Navis mit den bekannten Navigon Tugenden wie Top-Routenführung, exzellenter Sprachausgabe, schicker Kartendarstellung sowie guter Sprachsteuerung glänzen können. Im Fall des 8450 Live kommen noch die sehr sensible Echoglasoberfläche und der Metallrahmen hinzu, außerdem der 5-Zoll Touchscreen und das Multimediapaket.