Naviflash 1120 im Navi Test 2008
Naviflash baut Navis, die zuverlässig und funktionell sind. Nur die Bedienung war nicht über alle Zweifel erhaben. Die einen stehen auf die Fernbedienung, brauchen keinen Touchscreen, wollen ihre Hände am Steuer lassen. Die andern möchten sich am Display schnell durch das Menü und Zieleingabe hangeln. Dieser Fraktion hat Naviflash jetzt nachgegeben und seinem neuesten Modell 1120 ein berührungssensitives 3,5-Zoll-Display eingebaut. Auch wenn die Fernbedienung bei Naviflash gut funktionierte, geht es mit dem Touchscreen einfach schneller.
Der Einstieg beim Naviflash 1120 beginnt bei 199 Euro, eine Deutschlandkarte und der TMC Empfänger sind zu diesem Preis bereits an Bord. Die hier getestete Variante besitzt Karten von ganz Europa auf einer 4-GB Speicherkarte und kostet 269 Euro. Um Kabelsalat zu vermeiden, hat Naviflash die TMC-Antenne in der äußerst stabilen, wenngleich etwas wuchtigen Halterung verlegt. Das mobile Navi selbst ist recht leicht, gut designt und wertig verarbeitet. Ebenfalls ein Novum.: Das 1120 besitzt einen Akku und ist damit nicht zwingend auf eine Stromversorgung angewiesen. Ein Profil für Fußgängernavigation fehlt jedoch, auch wenn sich das handliche Navi dafür eignen würde. Auf Sonderausstattung verzichtet Naviflash bei seinem 1120 komplett. Von Freisprecheinrichtung, Medienplayer und Bildbetrachter entschlackt, kann sich der Prozessor voll und ganz der Navigation widmen. Das bekommt man auch zu spüren: Im Menü entstehen keinerlei Wartezeiten, allenfalls bei der Zieleingabe sieht man mal kurz die Ladeuhr. Relativ schnell erledigt das Navi auch sämtliche Routenberechnungen. Weitere positive Effekte dieses Sparkurses: Das Menü bleibt angenehm überschaubar, der Presi abenfalls. Glasklar sind die Beschriftungen und Button-Bilder im einseitigen Hauptmenü, den Blick in die Bedienungsanleitung kann man sich schenken. Einstellungen wie etwa die Displayhelligkeit, Zeit und Datum oder die Sprache geht man meist nur einmal durch und braucht sie später nicht mehr zu ändern. Übrig bleiben praktisch nur noch drei Buttons, einer für die Kartenansicht, einer für die Zieleingabe bzw. die Routenplanung. Zwischenziele fügt man leicht ein oder löscht sie wieder, umsortieren kann man sie aber nicht. Etwas klein geraten sind die Buttons für die Zieleingabe. Dafür hilft das System, indem es nicht mehr benötigte Buchstaben ausblendet und in einer Leiste oben Vorschläge für Orte anzeigt. Das verkürzt die Eingabezeit. Oft angefahrene Ziele kann der User im "Adressbuch" speichern und braucht sie künftig nicht mehr komplett einzugeben. Im Navi Test zeigte das Naviflash dann an manchen Stellen leichte Schwächen. So wollte es an einer Stelle wenden an der das Wenden untersagt ist. Zweimal führten die Ansagen in die Irre, Aufschluss gab erst ein Blick auf das Display, wo die Abbiegepunkte richtig angezeigt waren. Abgesehen von diesen Ausreißern wählte das mobile Navi jedoch sinnvolle Routen. Die Stimme klingt freundlich, äußert sich ausreichend ausführlich, ist trotz hoher Lautstärke verzerrungsfrei und damit gut verständlich. Die Anweisungen kommen meist einen Tick eher, als es optimal wäre, das Navi geht hier ganz auf Nummer sicher. Auf Tempolimits wird man dezent hingewiesen. Die Kartenanzeige läuft zwar nicht sonderlich flüssig, hunkt der tatsächlichen Position aber nicht hinterher. Die Ansicht ist stets übersichtlich, auch wenn die Straßen etwas pixelig wirken. An Streckeninfos hält das Naviflash die Strecke zum nächsten Abbiegepunkt und zum Ziel sowie die verbleibende Zeit bis zum Erreichen des Ziels parat. Einen Spurassistenten gibt es leider nicht. Wer auf die klassische Pfeilansicht steht, wird hier fündig. Zuverlässig arbeitet die TMC Funktion. Sie warnt rechtzeitig mit einem Signalton und zeigt das Verkehrshindernis bzw. Infos über den Stau auf der Route an. Eine Umleitung um den Stau berechnet das System auf Wunsch. Fazit: Das erste Naviflash mit Touchscreen konzentriert sich voll auf die mobile Navigation. Bis auf ein paar Ausreißer macht das 1120 das auch gut. Die Abwesenheit von Feature wie Medienplayer erleichtert außerdem die Bedienung und Übersichtlichkeit.

