Navgear Streetmate GT- 43 3D Navi-Test
Komplett ausgetauscht hat Pearl die Hard- und Software seiner Navigationssysteme. Nur am attraktiven Preis wurde nichts verändert. Inwieweit das Preisschnäppchen auch ein ernsthafter Konkurrent für die etablierten Anbieter ist, haben wir für Sie im Test herausgefunden.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Das an dieser Stelle getestete Streetmate GT- 43 3D hätte durchaus auch ein Sehr gut verdient! Getestet wurde mit elektronischen Kartenmaterial für Deutschland, weshalb es in der Kategorie Kartenqualität relativ wenig Punkte erhält, da ein grenzüberschreitender Übertritt somit nicht möglich war. Pearl bieten das Gerät auch mit anderem Kartenmaterial an, das Ihnen dann auch innerhalb von Europa den Weg anzeigt. Getestet wurde bewusst die preiswertere Variante des Widescreen- Navis von Pearl. Wobei es, genau genommen, noch billiger geht: 19,90 Euro können Sie sparen, wenn Sie auf das optionale TMC-Modul verzichten, das im Navi-Test einbezogen wurde. Es lässt sich extern anschließen und umfasst auch eine 1,50 Meter lange Wurfantenne zur Befestigung an der Windschutzscheibe. Das Streetmate GT- 43 selbst ist außen wie innen ein topaktuelles Navigationssystem. Das Gehäuse besteht aus einem Mix aus schwarzem Kunststoff und Silbermetallic- Elementen. Sie können bei direkter Sonneneinstrahlung zu Blendeffekten und Reflektionen führen. Mit Abmessungen von 124 mal 85 mal 16 Millimeter und einem Gewicht von 185 Gramm ist auch das Billig Navi so kompakt und leicht wie die Konkurrenz der Windescreen- Kategorie. Das Display misst 3,4-Zoll in der Diagonalen und zeigt 480 mal 272 Bildpunkte. Leider ist es auch in der hellsten Einstellung zu dunkel. Schon bei seitlich strahlendem Sonnenschein ist es daher schlecht ablesbar. Nur drei Tasten und einen Lautstärkeregler gibt es am Gerät selbst als Bedienelemente. Die gesamte weitere Steuerung erfolgt über Eingaben auf dem Touchscreen- Display. Dazu lässt sich ein Finger ebenso nutzen wie der mitgelieferte Zeigestift, der sich an der Rückseite des Gerätes auch verstauen lässt. Im Innern stecken ein 432-MHz-Prozessor, ein GPS- Empfänger samt Antenne und 64 MByte Arbeitsspeicher. Das Kartenmaterial befindet sich hingegen auf einer CD- Karte, die sich an der linken Seite einstecken lässt. Pearl stellt auf diese Weise sicher, dass stets das aktuellste Kartenmaterial ausgeliefert wird. Schließlich ist es einfacher, das Kartenmaterial auf eine Speicherkarte auszutauschen als im Gerät. Entsprechend unkompliziert ist es für den Versender auch, das Sreetmate in den Varianten mit unterschiedlichem Kartenmaterial anzubieten. Einen Nachteil hat das Kartenmaterial auf der CD- Card allerdings. Wollen Sie Musik- oder Videodateien abspielen, müssen sich diese ebenfalls auf der CD- Card befinden. Die meisten Autofahrer vermeiden es aber, auf die Speicherkarte mit dem Kartenmaterial Dateien zu übertragen. Prinzipiell kann zwar nichts passieren, aber wir empfehlen durchaus, eine Sicherungskopie des Kartenmaterials zu speichern.Dreidimensionale iGo- Software
Die Hardware überzeugt- die Software aber begeistert! Pearl hat sich für eine Go- Variante entschieden. Und zwar für die aktuelle Version, die in der Lage ist, dreidimensionale Landschaftsbilder zu zeichnen, die den tatsächlichen Landschaftskonturen entsprechen. Das setzt natürlich die entsprechenden Angaben im Kartenmaterial voraus. Insbesondere bei den Testfahrten am Alpenrand erwies sich dieses Extra als sehr schick. Zusätzlich sind im Datenmaterial zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie das Brandenburger Tor in Berlin oder die Allianz- Arena in München gespeichert. Nähern Sie sich einer dieser Sehenswürdigkeiten, zeigt das Streetmate dieses dreidimensional auf dem Display an. In einigen Städten sind zudem Straßenzüge insoweit digitalisiert, dass sie links und rechts die Höhe der Gebäude auf dem Navi- Display nachempfinden können. Doch bevor es soweit ist, müssen Sie nach dem Gerätestart zunächst die GPS- Anwendung antippen und im Hauptmenü der Navigation die Suche starten. Im Suchmenü können Sie dann entweder eine beliebige Adresse eingeben, einen point of Interest auswählen, eines der letzten Ziele oder gespeicherten Favoriten aufrufen oder Koordinaten eingeben. Schon hier überrascht das preiswerte Gerät also mit einer Vielzahl von Möglichkeiten. Die Adresseneingabe erfolgt mit Hilfe einer übersichtlichen, aber recht nüchternen Tabelle. Sie umfasst das Land, den Ort,den Straßennamen und die Hausnummer. Es ist aber auch möglich, sich in die Stadt- oder Straßenmitte navigieren zu lassen. Das zuletzt gewählte Land und der zuletzt eingegebene Straßenname erscheinen übrigens als Vorgabe, was die Eingabe mitunter beschleunigt. Unser Testgerät ermöglichte logischerweise keinen Länderwechsel, da nur das deutsche Kartenmaterial zum Lieferumfang gehörte. Für die Eingabe blendet das Streetmate eine virtuelle Tastatur ein. Auf ihr fehlen Umlaute, so das unter Umständen auf eine zweite Tastatur gewechselt werden muss. Das ist nicht mehr ganz zeitgemäß, denn die meisten Konkurrenten erkennen beispielsweise auch Munchen als München. Nicht so das aktuelle Pearl- Navi. Sobald die Eingabe mit wenigen Listeneinträgen übereinstimmen, zeigt das Gerät eine Liste mit den Treffern. Das so definierte Ziel wird dann auf eine Karte angezeigt, was die Kontrolle ermöglicht, ob es wirklich die gewünschte Adresse ist. Nun noch ein Antipper der Als Ziel wählen- Schaltfläche, und die flotte Routenberechnung kann starten. Die Optionen, die das Gerät dabei berücksichtigt, sind zahlreich. So lässt sich die Route beispielweise unter Vermeidung von Fähren, Mautstrecken oder Autobahnen planen. Und fahren lässt sich nicht nur mit dem PKW, sondern auch mit einem LKW oder einem Fahrrad. Im Navigationsmodus gefällt das Streetmate nicht nur mit seinen dreidimensionalen Darstellungen, sondern vor allem auch mit einer sinnvollen Nutzung des Widescreen- Displays. Links ist ein großer Pfeil für die nächste Fahranweisung zu sehen. Und darunter sind Informationen wie die verbleibende Fahrzeit bis zum Ziel und die aktuelle Geschwindigkeit eingeblendet. Rechts daneben ist ein großer Kartenausschnitt zu sehen, rechts davon wiederum kleine Symbole für die Programmsteuerung. Mit ihnen lässt sich beispielsweise zwischen dem 2D- und dem 3D- Modus wechseln. Auf längeren Autobahnstrecken oder Überlandfahrten, auf denen kilometerlang kein Abbiegen erforderlich ist und keine Kreuzungssituation vor dem Fahrer liegt, blendet das Streetmate statt das nahen Umfeldes eine Übersichtskarte ein. Dieser Modus lässt sich deaktivieren und nach Belieben anpassen, um einen zu häufigen Wechsel der Darstellungsmodi zu vermeiden. Sinn ergibt der Modus in jedem Fall. Fazit: Das Streetmate GT- 43 3D ist ein extrem preiswertes Navi der neusten Generation. Es lässt sich entsprechend der eignen Anforderungen mit einem TMC- Modul ausliefern (wie getestet) und mit unterschiedlichem Kartenmaterial ausstatten. Mit Ausnahme des teilweise schlecht ablesbaren Displays überzeugte die Hardware im Test uneingeschränkt. Die Software macht das Gerät endgültig zum Hit. Es handelt sich um eine iGo- Variante, die dreidimensionale Karten und Gebäude zeigen kann. Zudem nutzt sie das Widescreen- Display sinnvoll aus. Die schnell errechneten Routen waren sinnvoll und führten verlässlich zum Ziel.
