Mio Moov 370 Navi Test
Das derzeitige High-End-Modell von Mio Moov 370 verfügt über umfangreiches Kartenmaterial und eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Das Mio Moov 370 misst 130 mal 78 mal 18 Millimeter und wiegt 170 Gramm. So ist auch das Moov 370 frei von Blendeffekten und zugleich sehr kompakt und leicht. Während das Moov 370 "Europa" für 299 Euro sich nur in Andorra, Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Liechtenstein, Luxemburg, Monaco, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Portugal, San Marino, Schweden, der Schweiz, Spanien, dem Vatikanstaat und Großbritanien auskennt, gehören bei der Plus-Variante auch die elektronischen Karten von Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Estland, Griechenland, Kroatien, Lettland, Litauen, Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Polen, Rumänien, Serbien, der Slowakei, Slowenien, Tschechien, der Türkei, der Ukraine, Ungarn und Weißrussland zum Lieferumfang. Berücksichtigen sollten Sie bei Ihrer Kaufentscheidung, dass in den meisten der zusätzlichen Länder bislang lediglich die Autobahnen und Hauptstraßen erfasst wurden. Ob Sie also 50 Euro mehr für die "Europa Plus"-Variante ausgeben, hängt davon ab, ob Ihnen dieses lückenhafte Extra den Aufpreis wert ist.
Während das im interen Flash-Speicher installierte Kartenmaterial also einen wesentlichen Unterschied zum Moov 310 darstellt, ist das weitere Innenleben wiederum identisch. So arbeitet auch das Moov 370 mit einem 400-MHz-Prozessor von Samsung, einem SiRF-III-Empfänger mit Instant-Fix-Funktion und einem Lithium-Ionen-Akku. Das 4,3-Zoll-Display zeigt auch hier 480 mal 272 Bildpunkte. Selbst die mitgelieferte Halterung ist identisch, so das Sie es also auch beim Moov 370 mit einer Passivhalterung zu tun haben. Das Kabel für die Stromversogrung und die TMC-Antenne müssen also direkt am Gerät angeschlossen werden. Das ist in dieser Preisklasse schon eine kleine Enttäuschung. Hier wäre eine Aktiv-Halterung wünschenswert gewesen, bei der die Kabel an der Halterung verbleiben können und sich das Navi durch unkompliziertes Einsetzen über spezielle Kontakte mit dem Kabeln verbindet. Dazu hat es trotz des höheren Preises leider nicht gereicht.
Bluetooth Technik eingebaut
Neben dem Kartenmaterial gibt es aber noch eine Grund für den höhren Preis des Moov 370. In diesem Modell steckt nämlich auch ein Bluetooth-Chip. Er ermöglicht es, das Navigationssystem auch als Freisprecheinrichtung für ein Mobiltelefon zu nutzen. Die Nutzung dieser Funkverbindung zwischen Navi und Handy ist prinzipiell gleich wie bei Konkurrenz-Modellen auch. Etwas irritierend ist die Aufforderung "Bitte suchen Sie nach Bluetooth-Geräten in der Nähe" auf dem Bildschirm nach Start der Anwendung aus dem Hauptmenü heraus. Wer dann nicht auf die Idee kommt, auf den darunter platzierten Symbolen die Lupe auszuwählen, kommt nicht weiter. Ein Anklicken dieser Lupe jedoch startet die Suche, und binnen weniger Sekunden erkennt das Moov 370 das daneben platzierte Handy. Das setzt natürlich voraus, dass auch dort Bluetooth aktiviert wurde. Nun muss auf dem Handy noch ein Passwort eingegeben werden, das vom Moov 370 zuvor angezeigt wurde. Noch ein letzte Bestätigung, dass die Verbindung wirklich gewünscht wird, und schon steht einem Freisprechen über das Navi nichts im Weg. Irritierend ist einzig, dass das Navi meldet "Die Verbindung war erfolgreich", während die Verbindung noch steht. Sinnvoller wäre eine Anzeige von "Der Verbindungsaufbau war erfolgreich". gehen dann Anrufe ein, zeigt das Moov 370 dies sofort an, während eine eventuell aktive Routenführung im Hintergrund aktiv bleibt. Die Sprachqualität wurde im Navi Test als gut empfunden, sowohl was die Ausgabe des Anrufers über den Lautsprecher des Navis anging, als auch hinsichtlich der Übermittlung des Gesprochenen aus dem Fahrzeug heraus.
Recht unscheinbar ist ein weiterer Unterschied zum Moov 310. Das Moov 370 verfügt nämlich über ein TMC-Modul, mit dem sich auch TMC-Pro Meldungen empfangen lassen. Insgesamt bietet das hier getestete Moov 370 damit also eine durchaus ungewöhnliche Kombination. Mitbewerber wie TomTom, Garmin, Falk und Co. statten Navis, die über ein Widescreen-Display und ein Bluetooth-Freisprecheinrichtung verfügen, nämlich auch mit Multimedia-Extras aus. Die meisten Konkurrenten können daher auch Videos abspielen oder zumindest MP3-Songs. Das kann das neue Mio-Modell nicht. Es beschränkt sich folglich auf die unmittelbaren Navigations-Funktionen und das Freisprechen mit dem Handy.
Mit Fotos kann das Moov 370 in besonderer Weise umgehen. Es ist nämlich in der Lage geocodierte Aufnahmen auszuwerten. Finden Sie im Internet beispielsweise das Motiv einer Sehenswürdigkeit oder eines besonders netten Aussichtspunktes, können Sie ein solches Bild verwenden. Das Moov 370 navigiert Sie dann an die entsprechende Stelle. Auf diesem Umweg ist also eine Zielführung an bestimmte Koordinaten möglich. Die freie Eingabe von Längen- und Breitengrad ist hingegen nicht möglich. Die weiteren Funktionen hinsichtlich der Eingabe einer Zieladresse sowie der Darstellung auf dem Display sind identisch mit dem Moov 310, weshalb wir sie bitten, einmal einen Vergleich anzustreben vor dem Kauf. Insbesondere enttäuscht auch das Moov 370 mit seinem langsamen Neuberechnungen beim Verlassen der errechneten Route. Lediglich einen Unterschied gibt es bei der Darstellung während der Navigation. Das Moov 370 kann nämlich Sehenswürdigkeiten dreidimensional darstellen. Wenn Sie also beispielsweise durch Berlin fahren, erscheinen der Fernsehturm oder das Brandenburger Tor als Grafik auf der Karte. Da das Gerät aber nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in großen Städten kennt, ist das nicht mehr als ein netter Gag. Eine dreidimensionale Darstellung von ganzen Straßenzügen gibt es hingegen ebenso wenig wie eine realistische Darstellung von Landschaften aufgrund der Höhenangaben.Fazit: Die Einordnung des Moov 370 fällt schwer. Einserseits bietet das Gerät umfassendes Kartenmaterial, ein Widescreen-Display und eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Andererseits lässt die an sich ausgereifte und vor allem absturzsichere Software zahlreiche Routenoptionen vermissen und führt Neuberechnungen recht langsam aus. Und Extras wie einen MP3- oder einen Video-Player bietet die Konkurrenz in dieser Preisklasse bereits an. Daher ist das Moov 310 das preislich zweifellos attraktivere Angebot.

