Merian Scout Navigator im Navi Test
Die Optik des Merian Scout Navigator versprüht mit seinem blau leuchtenden Ring vielleicht einen Hauch zu viel Disco Feeling für das eher konservative Zielpublikum.
Gelungen ist die Bedienoberfläche, die das bekannte Design-Büro frog Design entworfen hat. Zwar erschließt sich die Bedeutung der Icons am unteren Rand auch nach längerer Nutzung nicht auf Anhieb, die sonstigen Menüs überzeugen aber durch ihre klaren Bezeichnungen und die hochaufgelösten Schriften. Das 3,8 Zoll Display des Merian Scout Navigator bietet eine Auflösung von 640 mal 480 Pixeln, was bei den Reiseführer Inhalten besonders gur zur Geltung kommt. Navigation und Reisführer bilden zwei getrennte Menübereiche, die jedoch über die Navi-Schaltfläche ganz links miteinander verbunden sind. Auch beim Zielspeicher besitzen sie Querverbindungen, die Verzahnung ist gelungen und übersichtlich. Auch die Unterscheidung zwischen redaktionellen Sonderzielen (Hotels oder Sehenswürdigkeiten) und Standard Sonderzielen (Tankstellen oder Flughäfen) ist stets klar, den Überblick kann man hier kaum verlieren. Eine Besonderheit ist der Einschalter auf der Oberseite des Navis, der neben der "Aus", auch eine "Monitor aus" Position kennt. Damit wird es möglich, das Navi zum Beispiel in der mitgelieferten Gürteltasche auf GPS Empfang zu lassen, ohne dass der Akku deswegen gleich leer wird. Apropos Lieferumfang: In der schmucken Verpackung in Milchglas-Optik liegt neben einem Reinigungstuch auch eine Halterung mit eingebautem TMC-Empfang, die Antenne ist im Ladekabel integriert. Bei der Navigation setzt Merian auf Software von Elektrobit, die auch in vielen anderen Navis zum Einsatz kommt. Mit Highlights wie 3-D-Modellen oder einem Spurassistenten kann die Software nicht dienen, auch entspricht die Auflösung der Karte nicht der Bildschirmauflösung, was zu kantigen Linien führt. Doch davon abgesehen ist die Navigation absolut vollwertig, einfach zu bedienen und zuverlässig. Vor allem die Sprachausgabe via Text-to-Speech kommt über die hervorragenden Lautsprecher sehr gut zur Geltung. Die Kartendarstellung ist übersichtlich, wenngleich die Schriften auf dem Display etwas größer sein dürften. Sonst waren höchstens Kleinigkeiten wie der nicht immer präsente Tempowarner zu beanstanden, es überwog Zufriedenheit über die ausgewogenen Routen und die flüssige Funktion. Und schließlich ist es eine Show, wenn sich während der Fahrt mit dem Ding-Dang-Dong-Jingle eine Sehenswürdigkeit ankündigt und die Frauenstimme den virtuellen Reiseführer gibt. Fazit: Wer im Merian Scout Navigator lediglich ein Navigationssystem mit Zusatzfunktion sieht, für den sind 779 Euro sicher zu viel des Guten. Wer ihn hingegen bewusst als Reiseleiter mit Navigationsfunktion wählt, dürfte den Anschaffungspreis deutlich entspannter sehen. Konkurrenzlos ist das mobile Navi in jedem Fall.

