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Medion GoPal S3857 Navi Test

Das Medion GoPal S3857 erweckt auf den ersten Blick einen soliden und überraschend wertigen Eindruck im Navi Test.

Medion GoPal S3857: Ausstattung, Halterung, Kartenmaterial...

Das wasserdichte (IPX7) Gehäuse am Medion GoPal S3857 hat eine gummierte Vorderseite, die sich mit einem zentralen An/Aus-Schalter unterhalb des kratzfesten Touchscreen-Displays präsentiert.

Die Rückseite besteht aus bruchfestem, mattiertem Plastik, im unteren Bereich deckt eine Gummidichtung, deren Lebensdauer konstruktionsbedingt fragwürdig ist, den USB 2.0 Anschluss ab.

Für die Stabilität im Freien sorgt eine umlaufende, hellgraue Hartplastikeinlage, die bei seitlichem Aufprall ein Großteil der Energie abfangen soll. Die Außenmaße des Medions S3857 betragen ca. 12 x 7 x 1,9 cm. Sein Gewicht liegt bei lediglich 148 g. Dank der dünnen Ausführung macht das Medion Outdoor-Navi einen sehr schlanken Eindruck und kann auch optisch überzeugen. Zudem liegt es gut in der Hand und ist schnell in jeder Jackentasche verstaut. Insgesamt weckt das Medion S3857 nicht zuletzt wegen der umlaufenden Plastikeinlage Assoziationen mit dem Fahrrad-GPS Navi Edge 800 von Garmin, wobei das Medion-Gerät bereits für etwa die Hälfte des Preises zu haben ist.

Das Medion GoPal S3857 kommt mit einem Schwanenhalshalter für den Fahrradlenker, der mittels gummierter Distanzstücke und beiliegendem Inbusschlüssel spiel- und wackelfrei montierbar ist. Allerdings wird beim Medion Navi der Halter horizontal eingehakt. Ähnlich wie bei der ersten Ibex-Serie ist auch beim Medion Outdoor Fahrrad-Navi eine falsche Montage möglich. Achten Sie bei der Montage darauf, dass der Krallenhalter an beiden Seiten bündig mit der Halteschale abschließt.

Ein Navi insbesondere im Outdoor-Bereich ist nur so gut, wie sein Kartenmaterial. Das Medion GoPal S3857 ist mit den Open Street Map Vektorkarten ausgestattet und verfügt zusätzlich über topografische Rasterkarten vom Bundesamt für Kartographie und Geodäsie. Letztere sind leider im Maßstab von 1:100.000 und reichen allenfalls für eine grobe Orientierung aus. Nach bewährtem Prinzip können sich Nutzer kostenpflichtig Karten mit einem kleineren Maßstab herunterladen. Dem Navi liegt ab Kauf ein Gutschein über eine Rasterkachel im Maßstab 1:25.000 bei.

Für das Hinzufügen eigener Tracks und Kartendaten stehen beim Medion GoPal S3857 rund 3 GB zur Verfügung. Zusätzlicher Platz kann durch Löschen nicht benötigten Kartenmaterials geschaffen werden. Eine Erweiterung des Navi-Speichers per SD-Karte ist beim Medion GoPal S3857 nicht vorgesehen.

Zum Lieferumfang gehören ebenfalls auch ein USB-Kabel, über das das Medion GoPal S3857 mit dem PC verbunden und geladen werden kann sowie ein normales Ladegerät für die Steckdose. Das Universal-Ladegerät erfordert einen robusten Geduldsfaden: Das Ladegerät wird mittels Adaptereinsatz für die deutschen Steckdosen ausgerüstet. Diesen Adapter in das Netzteil einzusetzen ist eine Geduldsprobe mittleren Ausmaßes. Die beiden Teile scheinen nicht richtig zusammen zu passen und selbst nach erfolgter Montage sitzt der Adapter nicht richtig fest. Hier besteht eindeutig Nachholbedarf!

Der Akku, dessen Laufzeit Medion mit acht Stunden angibt, ist fest in das GoPal S3857 integriert. Es ist also nicht möglich, bei einer mehrtägigen Tour den leeren Akku zu tauschen. Der Akku des GoPal S3857 muss zwangsläufig aufgeladen werden.

Medion GoPal S3857: Bedienung...

Insgesamt ist das Outdoor Navi somit eher für ausgiebigere Tagestouren geeignet, falls über Nacht keine Lademöglichkeit besteht.

Die Inbetriebnahme erfolgt reibungslos, 3 Sekunden auf den Ein/Aus-Schalter drücken und das Gerät startet. Nach rund 40 Sekunden ist das Medion GoPal S3857 eingabebereit. Das nicht-kratzfeste 3" TFT Touchdisplay hat eine Auflösung von 240 x 400 Pixeln und lässt sich bei aktivierter Hintergrundbeleuchtung auch in der prallen Sonne ablesen, ein wenig mehr Hintergrundbeleuchtung täte dem Outdoor-Navi in einigen Situationen jedoch sicherlich gut.

Schalten sie aber die Hintergrundbeleuchtung aus ist das Ablesen in bestimmten Situationen mit einigen Schwierigkeiten verbunden. In diesem Punkt stellt das Medion GoPal S3857 jedoch keinen Einzelfall dar: Zahlreiche Navis leiden an einer zu schwachen Displaybeleuchtung die zugunsten höherer Akkulaufzeiten in Kauf genommen wird.

Das Touchdisplay spricht deutlich besser an als alle anderen Medion Outdoor-Navi Vorgängermodelle. Ein wenig streng fällt auf, dass es keine Auto-Vervollständigen-Funktion bei der Zieleingabe gibt. Diese fehlt auch für bereits eingegebene Ziele. Hier bleibt nur die Auswahl über eine Kurzliste der zuletzt angewählten Ziele.

Insgesamt präsentiert sich die Struktur der Menüführung beim Medion GoPal S3857 im Navi Test aber aufgeräumt und strukturiert. Die einzelnen Menüpunkte sind in Listen organisiert, die durch "scrollen" auf dem Touchdisplay angesteuert und durch tippen ausgewählt werden. Der Scrollschieber auf dem Display könnte besser ansprechen, zudem erweist sich die Scrollfunktion bei sehr langen Listen, beispielsweise bei selbst importierten Tracks als etwas mühselig.

Selbst wenn mit dem Fahrrad bei einer rasanten Abfahrt die Abzweigung verpasst wurde, berechnet das Medion GoPal S3857 zielsicher den Weg neu. Dabei sollte auf jeden Fall im Vorfeld die passende Auswahl zum verwendeten Fortbewegungsmittel gewählt werden. Die Fußgängerouten weichen teils erheblich von den Fahrradstrecken ab!

Adressen, die nicht in Open Street Map vorhanden sind, sind dem Medion GoPal S3857 vollkommen unbekannt, wenn man sie über die Zieleingabe eintippt. Das ist auch dann der Fall, wenn es sich um eine Adresse handelt, die in den POIs verzeichnet ist. Die Navigation zum Lieblingsrestaurant sollte man also besser nicht über die Adresse, sondern besser über die Suche nach POIs versuchen. Hier offenbart das GoPal S3857 eine große Schwäche. Es sollte zumindest ein Datenabgleich zwischen den OSM-Karten und den POIs vorhanden sein.

Medion GoPal S3857: Nachteil

In Bezug auf die Navigationsleistung lassen sich nur wenige Schwächen feststellen: Insgesamt ließ das Gerät im Test einige Schwächen bei der Exaktheit der Positionsbestimmung erkennen. Insbesondere im städtischen Bereich war die Bestimmung der Position oftmals um rund 50 Meter ungenau, was sich hier als besonders ungünstig erweist.

Ein weiterer Kritikpunkt zeigte sich beim Verschieben des Kartenausschnitts. Hierfür benötigt das Gerät im bis zu zehn Sekunden ehe der neue Bereich nach einem Ziehen dargestellt wird. Hier gibt es massiven Nachholbedarf für Medion. Zudem erscheinen auch die möglichen Zoomstufen nicht sehr sinnvoll gewählt zu sein.

Fazit zum Medion GoPal S3857:Das Medion GoPal S3857 ist ein günstiges Navi und verrichtet dafür ungewöhnlich gut seinen Dienst. Aufgrund der festgestellten Schwächen in puncto Touchscreen-Display, Zielnavigation und Ausstattung muss jeder für sich entscheiden, ob das GoPal für gelegentliche, kleinere Radtouren oder Wanderausflüge nicht völlig ausreichend ist, oder ob die empfindlich teureren Marktführer von Magellan, Garmin & Co. die bessere Wahl sind. Ambitionierte Geocacher und fortgeschrittene Nutzer mit einem höheren Anspruch an Outdoor-Navigation sollten sich die Anschaffung allerdings gründlich überlegen.