Magellan RoadMate 1200 im Navi Test
Das Magellan RoadMate 1200 knackte die 100 Euro Marke. Die unverbindliche Preisempfehlung für das Magellan RoadMate 1200 liegt bei 150 Euro doch im Internet oder auf Paletten im Elektro-Discount findet man das Navi um bis zu 50 Euro günstiger. Aber kann ein derart günstiges Gerät zufriedestellen?
Sicher wurde an vielen Stellen gespart. Wer trotz solcher Bedenken zugreift, tut dies mit reduzierter Erwartungshaltung. Genau in dem Moment hat man zwei Sachen richtig gemacht. Erstens, man hat die Erwartungen zurückgeschraubt Zweitens, man hat sich zum Kauf entschieden. Denn um es vorwegzunehmen. Auch wenn das Magellan nicht gerade vor Funktionen strotzt, seine Hauptaufgabe in der Navigation erfüllt es überraschend gut. Äußerlich gibt sich das Navi schlicht.
Einfaches Plastik, ein Knopf zum Ein- und Ausschalten, der Anschluss fürs Ladekabel, das war alles. Dennoch ist das Gerät robust, schlank und leicht und kann somit auch in der Hosentasche transportiert werden. Auch bei der Software herrscht Sparsamkeit. Das zweiseitige Menü hält nur das nötigste bereit, also Adresse und Sonderziele eingeben, Grundenstellungen und den Routenplaner. Unten am Screen finden sich zwei Schnellwahltasten, mit denen der User die Heimatadresse und die nächstgelegenen Autowerkstätten aufrufen kann. Als praktisch erwies sich im Navi Test die Sonderzielsuche. Die Kategorie oder das Ziel, etwa "Lindenstraße" kann man direkt eingeben und in einer Stadt oder in der nahen Umgebung suchen lassen. Tippfehler verzeiht das System aber nicht und findet folglich auch nichts.
Ein Extra Button ist dafür reserviert, POIs wie Tankstellen und Raststätten an der Autobahn anzuzeigen. Der letzte Punkt im Hauptmenü beschäftigt sich mit der Routenplanung. Problemlos legt man mehrere Zwischenziele an, sortiert sie um oder löscht sie wieder. Ebenso leicht lassen sich neue Einträge im Adressbuch anlegen, oft angefahrene Ziele braucht man so nicht immer neu einzugeben. Bei der Zieleingabe hilft das RoadMate mit der Buchstabenausblendung. Viele nützliche Basic also, die auch gut funktionieren. Selbst wenn die Beschriftungen der Buttons nicht immer selbsterklärend sind, die Bedienung geht aufgrund der wenigen Möglichkeiten leicht von der Hand. Das System reagiert zudem meist schnell auf Eingaben. Hier gibt es nichts auszusetzen. Wer vermutet, der Sparzwang habe die Qualität der Routenwahl getroffen, irrt.
Alle Abschnitte der Navi Test Strecke meisterte das Navi mit Bravour. Es führte nicht durch Wohngebiete mit Tempolimit, sondern der Vorgabe "schnellste Route" folgend nur auf großen Hauptstraßen.Die Berechnungszeiten liegen im Durchschnitt bei ca. 20 Sekunden. Etwas länger müssen Sie beim falsch Abbiegen einplanen. Der Knick liegt beim Magellan Roadmate 1200 in der akustischen Sprachansage. Die Ansage ist sehr Wortkar und an der Abzweigung schweigt sogar die Navi Stimme, stattdessen ertönt nicht immer zuverlässig ein Piepton. Die nervigen Klingel- oder Pieptöne, die recht oft ohne erkennbaren Grund abgeben werden, lassen sich nicht abstellen. So bleibt dem Nutzer nur übrig, den Ton gänzlich abzustellen, um die Nerven zu schonen. Das Navisystem liest den Wortlaut jedes gedrückten Buttons vor.
Da hätten die Entwickler ihre Zeit und Energie in die Navigationsanweisungen stecken sollen. Gut gelungen ist dafür die optische Zielführung. Die Kartendarstellung ist ausreichend übersichtlich, unmissverständlich und flüssig, wenn auch nicht sehr detailliert. Praktische Features wie ein Spurassistent oder die Anzeige des aktuellen Tempolimits fehlen. Zwei Felder für Streckeninfos lassen sich frei belegen. Die True-View Ansicht ist nicht hilfreich, weil zu reduziert, sie kann aber deaktiviert werden. Geht das GPS Signal im Tunnel verloren, simuliert das Navi den Routenverlauf zwar nicht, zeigt mit einer Turn-by-Turn-Ansicht aber die nächsten Abbiegeaktionen an.
Fazit: Insgesamt bietet das Magellan Roadmate 1200 für ganz wenig Ged überraschend viel. Es empfiehlt sich für User, die gerne auf Sicht und nicht nach Gehör geführt werden.

