TomTom One und XL IQ-Routes Navi Test

Der kleine neue TomTom One IQ-Routes Edition wählt kluge Routen. Doch ob IQ-Routes in Sachen Routenberechnung alle Probleme löst, klärt der navi Test Jetzt bekommen auch die kleineren Navis von TomTom intelligente Routen verpasst: das One und das XL gibt es nun als IQ-Routers Edition. Was aber macht IQ-Routes so intelligent? In den vergangenen Jahren haben die auf unseren Straßen fahrenden TomTom-Navis aufgezeichnet, wie schnell sie zu welcher Tageszeit und an welchem Wochentag unterwegs waren. Und das für nahezu jede Straße hierzulande. Diese Daten wurden bei jeder Synchronisation anonymisiert gesammelt, das Ergebnis ist eine gigantische Datenbank.

Damit haben die niederländischen Lotsen eine gute Vorstellung davon, wo es sich zu welcher Uhrzeit nicht zu fahren lohnt, weil etwa die Hauptstraße mit Berufsverkehr verstopft ist. Auch der Faktor Ampelstopps ist weit besser einberechnet, da innerstädtische Ampel-Stop-and-go-Strecken nicht mit Tempo 50 gewertet werden, sondern mit dem tatsächlichen realistischen Tempo.

Verbessertes Routing

Im Vergleich zu den Vorgängern One und XL ohne IQ-Routes zeigen die beiden neuen TomTom-Navis jetzt tatsächlich ein besseres Routing. Während man mit ihren Vorgängern schon mal durch eine 30er Zone zuckelte, ist man mit den beiden Neuen meist auf empfehlenswerten Routen unterwegs. Interessanterweise neigt IQ-Routes zu Schlenkern, die einem Ortskundigen nicht immer eingefallen wären. So wählten die Navis im Innenstadt-Test teils scheinbare Abwege, die sich dann meist als durchaus sinnvoll erwiesen. So fragt man sich, warum man mit seinem TomTom parallel zur Hauptstraße unterwegs ist. Die Antwort könnte sein: Weil dort weniger Ampeln stehen-20 Sekunden gespart. So etwas summiert sich. Auf Haupstraßen ist das Gefühl richtig zu sein, jedenfalls ausgeprägter. Dennoch und bei allem Gemoser im Detail: IQ-Routes wetzt die Routing-Scharte aus, die den kleinen TomToms anhing.

Vieles richtig gut gemacht

Hat TomTom damit sein Ziel, richtig gute Navis zu bauen, auch in den unteren Preisklassen erreicht? Nur fast. Außer mit der nun guten Routenwahl glänzen die Niederländer weiterhin mit dem sehr flüssigen und gut bedienbaren Menü. Bei den hier getesteten kleinen Navis ist das zudem sehr übersichtlich, da es nicht allzu viele Funktionen auf erster Ebene gibt. Lediglich im Einstllungsmenü kann man sich einige Zeit tummeln. Dort findet man auch einen Button, um das schon überschaubare Menü um ein paar Einträge zu entschlacken.

Optisch alles wie gehabt

TomTom hat es nahezu geschafft, zum Synonym für mobile Navigationssysteme zu werden. Mit diesem Erfolg verbinden viele auch das typische TomTom-Design mit der blau weißen Infoleiste. Die ist auch aller Ehren wert, da sie die wichtigen Informationen vorbildlich anzeigt.

Die richtigen Spuren bei Autobahnfahrten werden adrett mit grün blinkenden Pfeilen kenntlich gemacht, und wer schon einmal ein TomTom hatte, der kommt auch mit den neuen sofort zurecht. Das bedeutet aber auch, dass die recht simple TomTom Kartendarstellung unverändert geblieben ist. Auf ihr findet man sich zwar zurecht, aber allen voran Navigon zeigt, dass so etwas auch deutlich hübscher aussehen kann.

Ebenfalls seit langem eine Baustelle ist die Sprachausgabe der TomToms. Im Kreisverkehr links abbiegen sind zwar inhaltlich nachvollziehbar und weisen den Weg, aber nett und eloquent ist das nicht. Der Zielführung an sich tut natürlich keinen Abbruch, da die Aussagen ja inhaltlich meist eindeutig sind. Schon bei den Vorgängermodellen fiel auf, dass sich die Karte im Stand zu drehen anfing, beispielsweise an der Ampel. Diese Unart besitzen auch die Testkandidaten. Hinzu kommt beim One ein bei ungünstigen Bedingungen nicht immer zuverlässiger GPS-Empfang inklusive des daraus resultierenden Verspringens in Nebenstraßen. Die Fahrt durch längere Tunnel quittieren beide mit den Abbruch der Navigation. Das ist zwar ehrlich, aber die Konkurrenz und auch TomTom im Go 940 zeigen, dass das nicht sein muss.

Qual der Wahl: One oder XL?

Wenn es ein günstiges TomTom sein soll, dann ist der One erste Wahl. Er ist klein, schick, leicht und für 20 Euro mehr sogar mit TMC-Empfänger zu haben. Der TomTom XL ist generell mit TMC ausgerüstet und setzt noch ein standardgemäßes 4,3-Zoll Display drauf.

Wer nicht mehr will, für den kommen am oberen Ende der TomTom-Liga die Navis Go 740 Live und Go 940 Live in Frage. Die bieten zwar auch keine allzu hübsche Darstellung, haben aber mit HD-Traffic und IQ-Routes, praller Ausstattung und hoher Funktionalität das entscheidende Quäntchen mehr unter der Haube.