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Garmin Nüvi 765 TFM Software Test

Während sich das Garmin Nüvi 765 TFM von außen als nicht von früheren Geräten dieser Baureihe unterscheidet, hat sich bei der Software einiges getan. Schon bei der ersten Nutzung fällt auf, dass der Wechsel zwischen verschiedenen Bildschirminhalten nun animiert erfolgt. Wechseln Sie beispielweise vom Menü in die Kartendarstellung schiebt sich die Menüseite nach rechts und gibt den Blick auf die Karte frei. Ebenso verhält es sich innerhalb der Menüseiten. Das ist eine Spielerei, die aber keine negativen Konsequenzen mit sich bringt. Denn weiterhin lässt sich das Nüvi sehr schnell und unkompliziert bedienen. Dazu tragen die großen Symbole in den Menüs bei.

Unverändert sind die Möglichkeiten der Zieldefinition. Auf die komplette Eingabe eines Länder-, Orts und Straßennamens können Sie bei den meisten Adressen verzichten. Meist reichen die ersten Buchstaben, und das Nüvi blendet eine kurze Liste mit Übereinstimmungen ein. Der Abgleich mit der hinterlegten Liste aller Orte und Straßen könnte allerdings durchaus flotter erfolgen. Kennt das Gerät mehrere Orte oder Straßen gleichen Namens, ist die Liste hilfreich, um die richtige Adresse zu finden. Dazu sind zusätzliche Informationen beim Ortsnamen wie beispielsweise "am Rennsteig" beziehungsweise das jeweilige Bundesland zu sehen. Alternativ zur Adresseingabe lassen sich auch zuvor gespeicherte "Favoriten, zuletzt gefundene Ziele oder POI ansteuern. Letztere lassen sich in der Nähre des aktuellen Standortes oder des Ziels, an einem beliebigen anderen Ort und auch entlang der aktuellen Route suchen. Die POIs sind in die gängigen Kategorien einsortiert (Essen, Tankstelle, Unterkunft). Sie können auch anhand des Namens suchen. Grenzen Sie allerdings nicht auf einen bestimmten Ort ein, durchsucht das Nüvi alle gespeicherten POIs nach Übereinstimmungen. Da dies mehrere hundettausend Datensätze sind, kann das dauern.

In diesem Fall ist die Funktion "Wo bin ich?" sehr hilfreich. Sie gibt nicht nur Auskunft über die nächstgelegene Adresse sowie den genauen Längen- und Breitengrad des Standortes. Die Software informiert an dieser Stelle auch über POIs in der Nähe. So lässt sich die nächstgelegene Tankstelle auf die schnellste Weise finden und auch als Zwischenziel speichern. Ebenfalls möglich ist die Eingabe von Koordinaten, um einen Zielpunkt festzulegen. Und nicht zuletzt lässt sich auch direkt auf der Karte ein Punkt als Ziel definieren. Eine echte Besonderheit ist die Möglichkeit der

Routenplanung mit verschiedenen Zwischenzielen, bei denen das Garmin Nüvi 765 TFM auf Wunsch eine optimale Fahrtroute berechnet. Wenn Sie also an einem Tag nacheinander einige Adressen ansteuern müssen, der Zeitpunkt Ihrer Ankunft aber keine Rolle spielt, dann geben Sie einfach nacheinander die Zieladressen ein und das Nüvi ermittelt für Sie den sinnvollsten Routenverlauf. Das ist beispielsweise für Paketdienste ein sinnvolles Extra. Hier dauert die Berechnung je nach Anzahl der Zwischenziele durchaus einmal mehrere Minuten. Für eine einfache Routenberechnung vom aktuellen Standort zu einem Zielpunkt benötigte das Navi beim Navi Test maximal 25 Sekunden- und das auch bei Fahrten über mehrere Ländergrenzen hinweg.

Während der Fahrt zeigt das Garmin Nüvi 765 zwar auf den ersten Blick ein von anderen Garmin-Modellen gewohntes Bild. Das Widescreen-Display wird nur bedingt ausgenutzt. Häufig bleibt rechts und links neben der Fahrtroute viel Platz frei. Das ist nichts Neues. Im Detail gibt es aber doch einige Unterschiede. Am unteren Rand befinden sich zwei Anzeigen und in der Mitte eine Schaltfläche, die Sie jederzeit zum Menü führt. die beiden Anzeigeflächen zeigen standardmäßig die aktuelle Geschiwndigkeit sowie die errechnete Ankunftszeit. Allerdings reicht ein Antippen, um ein Auswahlmenü zu öffnen. Hierüber können Sie festlegen, dass das Nüvi Ihnen beispielsweise die Entfernung zum Ziel, die Fahrtrichtung oder die Höhe anzeigt. Die beiden transparenten Schaltflächen zum manuellen Zoom sind jetzt auf der rechten Seite platziert. Garmin Nüvi 765 TFMLinks oben ist die wohl markanteste Neuerung zu sehen. Sie gab es in ähnlicher Form beispielsweise schon beim Nüvi 255 WT.

Während frühere Garmin-Geräte die Fahrtrichtung nur in die Karte zeichneten und folglich den Fahrer häufig, bis kurz vor dem Abbiegen im Unklaren ließen, ob es nun nach rechts oder links gehen würde, informiert die neue Garmin-Generation und mit ihr auch das Garmin Nüvi 765 TFM Navigationssystem mit einem Pfeil und der Entfernungsangabe links oben darüber, wann die nächste Fahraktion ansteht und in welche Richtung es geht. Das hilft, sich gegebenfalls richtig einzuordnen. Gegenüber dem erwähnten Garmin Nüvi 255 WT hat Garmin aber nun nochmals nachgelegt. Auf besonders breiten Straßen und Autobahnen dient die Informationsoberfläche in der linken oberen Ecke nun auch als Fahrspurassistent.

Das Gerät zeigt in diesem Fall unter der Entfernung mehrere Pfeile an, wobei jeder Pfeil für eine Spur der aktuellen Straße steht. die farblich hervorgehobenen Pfeile wiederum markieren jene Spuren, die Sie benutzen können, um langfristig an Ihr Ziel zu gelangen. Die Software zeigte während des Navi Tests nicht alle mehrspurigen Straßen an.

Zu den Neuerungen gehören auch die bereits erwähnten Kreuzungsansichten. Diese schöne deutsche Bezeichnung kann nicht darüber hinweg täuschen, dass Garmin hier bei der Konkurrenz abgeschaut hat. Denn es handelt sich um nichts anderes als Standbilder, die vor einem Autobahnkreuz oder -dreieck beziehungsweise einer großen Kreuzung die tatsächliche Beschilderung nachbilden. Dieser Effekt ist gut gelungen, da die jeweiligen Farben und Ortsnamen benutzt werden. In das Standbild hinein sind Pfeile gezeichnet, welche Fahrspur zu nutzen sind. Das alles ist gut umgesetzt- aber letzlich eine Kopie dessen, was Navigon vor über einem Jahr als "Reality View" vorgestellt hat.

Fazit: Das Garmin Nüvi 765 TFM ist ein kompaktes und leichtes Navigationssystem, das mit Extras wie eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung und einem FM-Transmitter sowie umfangreichem Kartenmaterial gefällt. Das Preis-/ Leistungsverhältnis ist zweifellos sehr gut. Bei der Hardware stört allenfalls der externe TMC-Empfänger und vor allem die zusätzliche Wurfantenne am Ladekabel. So ist Kabelchaos im Fahrzeug vorprogrammiert. Die Software ist weiter ausgereift und verfeinert worden. Geblieben ist die unkomplizierte und weitgehend intuitive Bedienung sowie die bereits vom Nüvi 860 bekannte clevere Routenplanung mit mehreren Zwischenzielen. Hinzu gekommen sind sinnvolle Exras wie der Fahrspurassistent und die Einblendung von Kreuzungsansichten. Leider hat Garmin auch bei seinem neuesten Gerät den berühmt-berüchtigten Autobahn-Fehler nicht beseitigt.
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