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Garmin nüLink 1695 Navi-Test 2010

Im Garmin nüLink 1695 kombiniert Garmin die neue Menüoberfläche das nüvi 3790T mit den Live-Services "nüLink" des nüvi 1690.

Das brandneue Garmin- Navi für mit der Kennziffer 1695 ist das erste Garmin, das nicht mehr nüvi heißt, sondern nüLink. Dafür verantwortlich sind die gleichnamigen Internet-Services anderswo "Live genannt, über die Garmin sein nüLink 1695 mit diversen Informationen versorgt. Neben Staumeldungen sind dies vor allem ein um Satellitenbilder erweiterbarer Wetterdienst, An- und Abflugdaten großer Flughäfen, die Google-Suche zur Zieleingabe, aktuelle Benzinpreise verschiedener Tankstellen und gegen Aufpreis ein Online Telefonbuch samt Adressenspeicher.

Ein Jahr lang sind die Dienste europaweit im Kaufpreis enthalten, danach muss man pro Jahr 79 Euro bezahlen. Das nötige Mobilfunkmodul ist direkt ins Navi integriert. Außer einer Feldstärkenanzeige wie bei Handys bekommt man von der hochintegrierten Technik nichts mit. Der Rest ist typisch Garmin. Das rückseitig gummierte und mit einem schicken Chromrahmen versehene Navi ist erstklassig verarbeitet, die Halterung erfreulich klein und trotzdem stabil. Damit entsprechen Hardware und Zugaben dem Vorgänger 1690 mit Ausnahme des auf stattlich 5-Zoll gestreckten und exzellent ablesbaren Display.

Das beste aus zwei Welten im Garmin nüLink 1695

Während die Hardware sozusagen aus der Vergangenheit stammt, hält bei der Navigationssysoftware die Zukunft Einzug. Die noch gelobte Bedienungsoberfläche kommt vom Design nüvi 3790T. Die Bedienlogik mit den ständig am linken Bildrand eingeblendeten Steuerbuttons überzeugt auch hier, die Garmins sind damit mit am einfachsten zu bedienen. Doch da der Bildschirm des 1695 nur eine normale Auflösung von 480x272 Pixel bietet, weckt die Aufmerksamkeit nicht ganz so viel Begeisterung wie beim Designer-Navi. Vielmehr spielt das Garmin nüLink 1695 überzeugend den Seriösen: leicht bedienbar, schnell und schick, aber weniger Bling-Bling.

Dafür trumpft Garmin bei der Ausstattung auf. In loser Aufstellung hat das nüLink eine spezielle öko-Routenoption mit Verbrauchsberechnung, einen Diebstahlschutz, eine Europakarte mit 60 Tage Aktualisierung und günstigen Updates (89 Euro für das Liftime-Update), eine manierlich funktionierende Bluetooth-Freisprecheinrichtung, einen Routenplaner, Bildbetrachter, Navigation zu geocodierten Fotos, Fußgänger-Modus, Notfallhilfe, die automatische Speicherung der letzten Parkposition, einen Währungsrechner und eine Weltzeituhr. Dazu kommen die sogenannten Photoreal-3-D-Kreuzungsansichten, für die Garmin mehr als 7000 Abzweigungen in Deutschland fotografiert und digitalisiert hat. Nähert man sich einer entsprechenden Kreuzung oder Ausfahrt schaltet das Navi von der animierten Karte auf das Standbild, das dann aber fast exakt der echten Straßensituation entspricht. Die Geschwindigkeitswarnung schlägt sofort beim Erreichen der zulässigen Tempos mit einem "Ping" Alarm und nervt daher etwas. Bei der Konkurrenz kann man eine etwas laxere Überwachung einstellen.

Neue Staumeldungen

Am auffallendsten sind jedoch die neuen Staumeldungen, die von Navteq Traffic via nüLink geliefert werden. Statt einzelner Störungen kann man auf dem nüLink auch den aktuellen Verkehrsfluss beobachten ob es fließt oder sich staut, verrät ein farbiger Balken neben der Strecke. Gelb heißt zähflüssig, Rot bedeutet Stillstand. Aufgrund der niedrigen Auflösung sieht das ganze etwas unübersichtlich aus, wie auch die Kartendarstellung etwas grob geraten ist. Zusätzlich gibt es den Verkehrsbutton, der ebenfalls von Grün auf gelb und Rot wechselt und hinter dem sich die Optionen zur aktuellen Route verstecken. Neuerdings kann man sich hier auch eine detaillierte Ausweichroute berechnen lassen, in einer Übersicht werden Straßentyp und Dauer skizziert.

Dank seines großen Displays kann man das Garmin nüLink 1695 auch aus größerer Entfernung gut ablesen, etwa in einem Van. Die -detailarme Kartendarstellung hilft hier ebenfalls, doch wer etwas näher dran sitzt, wünscht sich eine feinere Gestaltung. Für die Routenberechnung nimmt sich das nüLink etwas mehr Zeit als die besten Konkurrenten, doch in der Praxis fällt das nicht weiter auf.

Auf der Strecke ist das nüLink 1695 zuverlässig

Unterwegs im Navi-Test gefällt die wortreich moderierende Text-to-Speech Stimme, die jedoch ab und zu etwas unmotiviert und abgehackt klang. Bei den Routen lässt Garmin nichts anbrennen, nur in der Stadt weist das System einen kleinen Hang zu Nebenstrecken auf. Vor allem, wenn man die Hauptroute verlässt, leitet das Garmin nüLink 1695 in quirligem Aktionismus auf neue Strecken, was nicht immer optimal ist. Insgesamt überzeugt im Navi-Test die umfangreiche Ausstattung des nüLink 1695, aber die einfache Bedienung und das große Display nebst der hervorragenden Verarbeitung sind top.

Zum Schluss wäre zu sagen

Grundsätzlich ist das Garmin nüLink 1695 ein sehr empfehlenswertes Navigationsgerät. Der große und reflektionsarme 5-Zoll-Bildschirm ist ein wirklicher Höhepunkt dieses Navis. Die Online-Dienste funktionieren stabil und in allen wichtigen europäischen Ländern. Sie gewährleisten, dass man die Verkehrsinformationen sehr schnell und absolut sicher erhält.

Zu oft ist der Empfang von Premium-TMC-Verkehrsinfos abhängig vom Fahrzeugstandort und der exakten Verlegung der UKW-Wurfantenne. Verglichen mit normalem TMC und Premium-TMC-Diensten sind die Online- Verkehrsinfos deswegen wirklich eine riesige Verbesserung.