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Garmin eTrex 10 im Navitest

Ein Einsteiger GPS Navi für 100 Euro! Preiswerter geht es nicht mehr mit dem Garmin eTrex 10! Das schwarz-gelbe eTrex 10 ist derzeit nicht nur das günstigste Navi-Modell von Garmin, sondern auch unter allen reinrassigen Outdoor GPS-Handgeräten.

Für solch einen Preis muss der Outdoor-User natürlich Abstriche hinnehmen. Das Garmin eTrex 10 bietet keine Kartenunterstützung, das Display ist nicht farbig, der Speicher fällt recht knapp aus und Komfortfunktionen wie ein automatisches Routing oder ein barometrischer Höhenmesser stehen nicht zur Verfügung.

Aber: Wie der Test zeigt, erweist sich das Garmin eTrex 10 als universeller und empfehlenswerter Outdoor-Lotse. Sei es beim Geocaching, Wandern oder Fahrradfahren.

Navi Test Garmin eTrex 10: Technik

Das Garmin eTrex 10 entspricht in Handhabung, Bedienung, GPS-Empfang den Modellen eTrex 20 und eTrex 30.

Ausdauer zeigt schon das Garmin eTrex 20 und eTrex 30. Das eTrex 10 kann seine Geschwister aber noch einmal toppen! Mit den Akkus kommt das Garmin eTrex 10 im energiesparenden Datenlogger-Modus auf Laufzeiten von bis zu 38 Stunden, bei maximaler Power sind immerhin bis zu 15 Stunden drin! Bei diesen Werten können Ersatzakkus durchaus zu Hause gelassen werden.

Einen bedeutenden Anteil an diesen sensationellen Werten hat das monochrome Display des Garmin eTrex 10. Seine Auflösung beträgt 128 x 160 Pixel, die Größenangaben lauten 3,6 x 4,3 cm. Da das Navi keine topographischen Karten darstellen kann, wird im Grunde auch kein Farbdisplay benötigt. Das monochrome Display lässt sich auch nicht ganz so gut ablesen wie die Farbdisplays der eTrex-Geschwister, erlaubt aber trotzdem einen vielfältigen Einsatzbereich. Wirkliche Probleme mit der Ablesbarkeit zeigen sich unter keinen Lichtbedingungen.

Das Garmin eTrex 10 bietet laut Windows Explorer eine Speicherkapazität von knapp 9 MB. Wird die Basiskarte gelöscht (aber vorher auf dem PC sichern!), stehen immerhin 8 MB zur Verfügung. Als Speicherkapazität für GPS-Daten gibt Garmin an: 2.000 Geocaches, 1.000 Wegpunkte, 50 Routen und 100 gespeicherte Tracks. Da 60 Trackaufzeichnungen oder ein einzelner Geocaching.com Pocketquery mit 500 Caches aber jeweils 4 MB erreichen können, ist die maximale Speicherkapazität schnell erreicht. Alle spezifizierten Datentypen passen nicht gleichzeitig in den Speicher.

Warum Garmin dem eTrex 10 so wenig Speicher mit auf den Weg gibt, ist eigentlich recht traurig. Die 1,7 GB des eTrex 20/30 müssen es nicht sein, aber etwas mehr wären wirklich nicht schlecht. Der minimale Speicher stört auch beim Aktualisieren der Gerätesoftware mit Hilfe des Garmin WebUpdaters. Damit eine 4 MB große Update-Datei überhaupt auf das eTrex passt, kann ein Löschen von GPS-Daten notwendig sein!

Die große Anzahl an speicherbaren Tracks macht das Navi für Outdoorer interessant, die auf langen Touren jede Tagesetappe als Track mitloggen wollen. MTB-Crosser können mehrere Varianten ihrer geplanten Strecke auf dem eTrex 10 mitführen.

Zur Verbindung mit der Außenwelt dient ein USB-Anschluß. Über den USB-Anschluss werden Daten mit dem PC ausgetauscht bzw. kann die Stromversorgung erfolgen. Aber Achtung, eingelegte Akkus werden nicht aufgeladen!

Navitest Garmin eTrex 10: Seine Funktionen

Das Garmin eTrex 10 bietet viele typische Funktionen wie unterschiedliche Profile, einen Track- bzw. Wegpunktmanager, Erstellen von Routen, Mitteln von Wegpunkten, Annäherungswegpunkte, Kalender, Taschenrechner, Sonne/Mond bzw. Jagd/Angel Infos, Geochaching (inklusive der praktischen Funktion nächste Station), Kompass-Seite (inklusive Kurszeiger zum Navigieren auf Gewässern), Stoppuhr, Distanzmessungen, Flächenberechnung und viele Konfigurationsmöglichkeiten.

Wer noch mehr Funktionen braucht, sollte sich das eTrex 20 bzw. 30 anschauen. Dafür kosten die Beiden auch deutlich mehr, das eTrex 20 rund 200.- EUR, das eTrex 30 ca. 250.- EUR.

Der Navitest zeigt allerdings: Der Funktionsumfang des eTrex 10 reicht für viele Outdoor-Aktivitäten vollkommen aus. Funktionen wie Höhenmesser, 3D-Kompass, drahtlose Datenübertragung, Alarmtöne und Karten werden nun einmal nicht für jeden Einsatzzweck benötigt das eTrex 10 bietet Outdoornavigation pur!

Da das Navi Garmin eTrex 10 keine topographischen Karten vorhalten kann und somit auch kein automatisches Routing wie bei einem Autonavigationsgerät möglich ist, werden die anvisierten Touren am besten vorher am PC geplant und auf das Navi übertragen. Mit der kostenlosen Software Garmin Basecamp und passenden Karten z.B. den kostenlosen OpenStreetMap-Karten ist dies ein Kinderspiel. Ein weiterer Vorteil dieser Kombination: außer dem eTrex 10 und etwas Zubehör sind keine weiteren kostspieligen Investitionen notwendig. Sozusagen GPS Leichtversion!

Etwas Aufmerksamkeit ist beim Aufzeichnen von Tracks angesagt. Überschreitet die aktive Trackaufzeichnung die Anzahl von 9.999 Punkten, dann beginnt die Aufzeichnung von vorne und die ältesten Einträge werden überschrieben. Um dies bei langen Touren zu vermeiden, muss ein passender Aufzeichnungsmodus gewählt werden. Zur Auswahl stehen die Modi automatisch, nach Zeit und nach Distanz. Die großen Geschwister eTrex 20 und eTrex 30 umgehen dieses Dilemma durch eine automatische Archivierungsfunktion, die zwar sehr komfortabel, aber nicht unbedingt ein "Muss" ist.

Papierloses Geocaching ist beim eTrex 10 analog zum eTrex 20 und eTrex 30 umgesetzt. Unterschiede zeigen sich bei der Speicherkapazität und dem Fehlen eines Bildbetrachters für Spoiler-Bilder. Und das eTrex 10 zeigt interessanterweise in der Geocache- bzw. Wegpunktliste immer nur die 19 am nächsten gelegenen Caches bzw. Wegpunkte an.

Fazit zum Navitest Garmin eTrex 10

Das Garmin eTrex 10 hat sich während des Navitests als kleiner Navi-Oskar  herauskristallisiert: Ausdauer und gut in der Handhabung , alle wichtigen Navifunktionen und ein ausgesprochen attraktiver Preis. Das Garmin eTrex 10 wird deshalb nicht nur Einsteigern in der Outdoornavigation, sondern generell zum Wandern, Radfahren und Geocachen empfohlen. Vorausgesetzt, der gesamte Funktionsumfang entspricht dem geplanten Einsatzzweck und man kann sich mit einem minimalen Speicher arrangieren.