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Garmin nüvi 3790T Navigationsgerät im Navi Test

Bei seinen Navigationsgeräten hat Spezialist Garmin einen Ruf zu verteidigen: Die Wegweiser der US-Firma fielen bisher vor allem durch ihre etwas eigene Kartendarstellung und ihr eher klobiges äußeres auf. Klar hat man es auch mal mit bunten Farben versucht, doch so richtig getraut haben sich die Designer nie.
Das Garmin nüvi 3790T steht mit einem Preis von rund 350 Euro äußerst selbstbewusst am Start, deswegen darf man mit Fug und Recht hochklassige Leistungen und eine hervorragende Ausrüstung erwarten.

Garmin nüvi 3790T Test: Hardware

Das Garmin nüvi 3790T mit 118 Gramm leichte Navigationsgerät, seiner schwarzen Front und dem umlaufenden Metallbügel erinnert tatsächlich an Apple`s neuen Streich. Es wirkt wie aus einem Stück gebaut. Erstmals kommt ein hochauflösendes Touchscreen-Display zum Einsatz, der das gesamte Display abdeckt. Gut verarbeitet waren die Garmin-Navigationsgeräte schon immer, seit dem Nüvi 3790T dürfen sie nun auch als schön anzusehen sein. Da spielt auch die extrem kleine Garmin-Halterung eine Rolle, die komplett hinter dem Navi verschwindet und auch noch einen extra Lautsprecher für bessere Tonwiedergabe mitbringt.

Garmin nüvi 3790T Test: Display Kartenmaterial, Ausstattung

Der 4,3-Zoll-Bildschirm versteckt sich hinter einer Glasplatte, die die komplette Vorderseite bedeckt und bei ausgeschaltetem Gerät nur schwarz glänzt. Die Qualität des Displays mit einer Auflösung (800x480 Pixel macht die Displaydarstellung zum Navi-Vergnügen mit flüssiger und verzögerungsfreier Annahme der Befehle. Bedienen von Garmin nüvi 3790T kann richtig Spaß machen, was durch Animationen und die aufgeräumte Menüoberfläche noch erleichtert wurde. Reines Vergnügen bereitet nach dem ersten Einschalten, die Menüs nach Funktionen zu durchsuchen.

Das Garmin Nüvi 3790T kommt mit Europakartenmaterial von Island bis zur Ukraine sowie Türkei und Aktualisierungsgarantie, eine ausgereifte Sprachsteuerung zur Zieleingabe, 3-D-Gebäudesimulation, Bluetooth-Freisprechanlage und der Premium-Verkehrsdienst Navteq Traffic via TMC zum Navi Test.

Bei Bedarf wird der Spurassistent eingeblendet. Zudem sind während der Fahrt auch noch die Strecke bis zum Ziel, die voraussichtliche Ankunftszeit, die Richtung, etc. einblendbar. Zudem wird die Geschwindigkeit neben dem Begrenzungsschild permanent angezeigt und wechselt bei Überschreitung des Limits auf Rot. Mit dem City-Explorer-Karten ist eine Fußgängernavigation mit öPNV-Verbindungen nutzbar und auch viele andere Garmin-Karten lassen sich aufspielen.

Die "Ecoroute-Funktion" berechnet besonders spritsparende Routen, als Zugabe gibt es einen Bildbetrachter und diverse Uhrzeit- und Rechenfunktionen. Bei den jetzigen Spritpreisen ist das auch kein Wunder mehr. Es fehlt nur an Spielen, einem MP3-Player und Reiseführer, genau so wie eine Online-Anbindung. Beim Garmin nüvi 3790T besteht derzeit nicht die Möglichkeit Benutzer-POIs nur auf der Speicherkarte installiert anzeigen zu lassen. Die Nachfrage, ob zusätzlich auch auf dem Gerät installiert werden soll, oder nicht, war bei den früheren Navigationssystemen vorhanden und wurde hier wohl bewusst vergessen oder wird mit der Firmwareupdate vermutlich behoben.

Garmin nüvi 3790T Test: Halterung, Handhabung

Nach dem das Navigationsgerät in seine Halterung und den Auto-Stromkabel angeschlossen wurde, passierte nichts. Obwohl das Handbuch meint, dass das Navi sich selbstständig einschaltet. Nun gut da gibt es ja eine Taste oben am Bildschirm, vielleicht muss man die einfach eine Weile drücken. Auch das hat nicht geholfen, bis man die besagte Taste tatsächlich mindestens 30 Sekunden lang gedrückt hielt. Wer immer sich das ausgedacht hat, sollte die Hotline-Kosten für die vielen Käufer tragen müssen, die daran verzweifeln werden.

Die Sprachsteuerung wird beim Garmin Nüvi 3790T durch das Aussprechen eines Sprachbefehls aktiviert, der User bekommt dann die möglichen Befehle angezeigt. Die Spracherkennung arbeitet dabei überraschend gut. Dafür klingt die Sprachausgabe der Straßennamen recht unnatürlich.

Die Rechengeschwindigkeit kann sich sehen lassen. Einmal unterwegs, betört das Garmin mit seiner hochauflösenden Darstellung ein ums andere Mal. Es verfügt über ein angenehm zu betrachtendes Höhenmodell, sauber gestalteten Icons und einer flüssigen Animation. Wer Zeit für einen Blick auf den Bildschirm hat, sieht eine optisch aufgeputschte Kartendarstellung, der man ihre Herkunft aber noch deutlich ansieht. Außerhalb von Orten erkennt man Höhenlinien, in Großstädten finden sich 3-D-Gebäude. Trotz der hohen Auflösung ruckelt die Darstellung kaum, nur die erste Übersichtskarte braucht ein wenig, bis sie komplett aufgebaut ist.

Wer sein Auto verlässt, kann das Navigationsgerät mitnehmen und im Fußgängermodus nutzen, auch im Hochformat. Spätestens seit fast alle Navis über das 16:9-Format verfügen, ist die Kartendarstellung im Querformat ja nicht mehr wirklich optimal. In der Stadt wird die Kartendarstellung um eine Gebäudesimulation erweitert, die schick aussieht und dank stets passender Perspektive bei der Orientierung hilft, weil die Route nie verdeckt wird. Leider fehlt die Darstellung von Sonderzielen. Das Garmin Nüvi 3790T führt dank zusätzlicher Lautsprecher in der Halterung und klarer Text-to-Speech-Ansagen sicher, lässt jedoch das letzte Quäntchen Präzision vermissen.

Garmin nüvi 3790 T Test: Routenberechnung

Zur Routenberechnung mit dem Garmin Nüvi 3790T erfolgt nicht mehr statisch mit den im Kartenmaterial vorhandenen Daten, sondern bezieht tageszeitabhängige Verkehrsfluss-Informationen mit ein. Nach der Entnahme aus der Halterung speichert das Garmin nüvi 3730 T den letzten Standort. Bei Garmin läuft die Funktion unter dem Oberbegriff „nüRoute“ und heißt „TrafficTrends“ und „myTrends“. Im Navitest wählte das Garmin gerne auch mal eine Strecke über Landstraße, fuhr aber in der Stadt minimal umständlich. Bei der dynamischen Zielführung konnte das Garmin Nüvi 3790T überzeugen, auch weil das Premium TMC hier sehr gut umgesetzt wurde.

Fazit zum Garmin nüvi 3790T: Das Garmin Nüvi 3790T gehört mit seiner beeindruckenden Hardware und Design zu den Besten, was derzeit auf dem Navi-Markt ist. Es funktioniert im Alltag hervorragend und macht schlicht einfach Spaß. Schade nur, dass Halterung, Stromversorgung und TMC-Kabel bei der Schönheits-OP vergessen wurden.