Garmin nüvi 255W T Navi-Test
Das Garmin nüvi 255W T für 279 Euro steht in Sachen Ausstattung schon mal blendend da. Ein 4,3 Zoll Display, im Ladekabel integrierter TMC-Empfang, dazu eine Europakarte auf dem internen Flash Speicher. In puncto Unterhaltung beschränkt sich das Angebot auf Bildbetrachter, eine Weltzeituhr sowie Taschen- und Einheitenrechner. Wie bei anderen Garmin Navis kann man zusätzlich eine topografische Karte und Reiseführer aufspielen und die Routenaufzeichnung zwecks Weiterverwendung in Goole Earth aktivieren.
Garmin typisch ist die tadellose Verarbeitung des Navis. Alles wirkt stabil, hochwertig und wie aus einem Guss. Höchstens der etwas kurz geratene Scheibenhalter und die TMC Wurfantenne könnten empfindsame Gemüter stören, und dockt das Kabel nur direkt am Gerät an und nicht am Halter. Die Software hat Garmin tiefgreifend weiterentwickelt: Schaltflächen und Anzeigefelder haben einen schicken Farbverlauf bekommren, in der Kartenansicht gibt es neue Buttons. Bei allem anderen ist Garmin sich treu geblieben- die schnelle Befehlsreaktion im Menü, die klaren Bezeichnungen und die freundliche Optik. Tribut an die Übersichtlichkeit. Um an manche Optionen zu kommen, muss man ziemlich viel tippen, einige von Konkurrenten gewohnte Einstellungen sind nicht möglich. Dafür dürften auch Einsteiger keine Probleme mit dem Navi haben. Die Zieleingabe geht schnell von der Hand, wenngleich Garmin es hier mit der Vereinfachung vielleicht etwas übertrieben hat. Zuletzt eingegebene Orte werden nicht zur Übernahme angeboten. Wer also immer in derselben Stadt unterwegs ist, muss jedesmal den vollen Namen eingeben. Auch eine Buchstabenausblendung fehlt, und die Anzeige springt erst dann in die Listenansicht weiter, wenn die Ergebnisse komplett auf den Bildschirm passen. Da hierbei auch Stadtteile berücksichtigt werden, tippt man zumindest im Falle von Braunschweig jedesmal den vollen Namen ein, was Nerven kann. Die Routenberechnung gelingt dem Navi zügig, selbst bei Strecken quer durch Deutschland ertönt nach kaum mehr als 20 Sekunden die erste Fahrtanweisung. Viele Möglichkeiten, die Route nachträglich zu beeinflussen, hat man jedoch nicht. Die Funtkion "Umleitung" berechnet zwar die Strecke neu, doch was anders wird, bleibt im Verborgenen.Dafür überzeugt die serienmäßige TMC Unterstützung, mehrere Anzeigemodi bringen den Straßenzustand übersichtlich auf den Bildschirm. Liegt ein Stau auf der Route, färbt sich das TMC-Symbol rot und verrät auch gleich die zu erwartende Verzögerung. Staus direkt auf der Karte einblenden kann man aber leider nur im Stau-Kartenmodus, bei dem die Karte in Grautönen erscheint und nur die Behinderungen farbig hervorgehoben sind. Gar nicht anzeigen lassen sich POIs.
Ansonsten führt das Garmin präzise und sicher, vor allem die Sprachausgabe macht in Sachen Lautstärke und Klarheit einen Top Eindruck. Dass die Ansagen eher etwas früh kommen, daran hat man sich nach wenigen Metern Fahrt gewöhnt. Einzig einen größeren Wortschatz würde man sich hier noch wünschen. Die Karte selbst besticht durch die gelungene Perspektive und das flüssige Mitscrollen. Durch den Verzicht auf POI-Darstellung ist das Ganze sehr übersichtlich, aber eben auch etwas karg geraten. Die Info-Felder am unteren Rand kann man leider nicht frei belegen, die Gebäude Footprints sind so kontrastschwach, dass man sie fast nicht erkennt. Auch die Straßen könnten etwas detailreicher angezeigt werden, oft werden beide Spuren von der Route überdeckt, was vor allem an komplizierten Kreuzungen einen Nachteil bedeutet. Einen Spurassistenten gibt es ebensowenig wie einen Geschwindigkeitswarner. Die Routen fielen in der Stadt etwas zu nebenstraßenlastig aus, über Land gab es nichts zu bemängeln. Fazit: Wer ein leicht bedienbares Navigationssystem sucht, liegt beim nüvi 255W T richtig. Verarbeitung und Funktion sind ausgereift, nur bei der Reduktion auf das wesentliche ist Garmin in manchen Punkten über das Ziel hinausgeschossen. Die Konkurrenz zeigt, dass mehr Funktionen trotzdem gut bedienbar bleiben können. Wer sich für das Garmin entscheidet, wird aber nicht enttäuscht werden.
