Navi Falk F8 im Test
Immerhin vereint das neue Falk F8 alles, was sich derzeit in ein mobiles Navigationssystem einbauen lässt. Das Gehäuse ist mit Abmessungen von 118 mal 82 mal 17 Millimetern ausgesprochen kompakt und mit 190 Gramm auch angenehm leicht. So lässt es sich leicht transportieren und beispielsweise auch dann einsetzen, wenn sie als Fußgänger unterwegs sind. Das Gehäuse wirkt aufgrund der Silbermetallic-Optik sehr hochwertig. Damit sich das F8 möglichst schnell aus dem Fahrzeug entfernen lässt, verwendet Falk auch bei dem neuen Gerät seine clevere Magnet-Halterung. So ist auch ohne bewusstes Hinschauen ein Einsetzen und Entfernen des F8 möglich. Rund um das Navi finden sich nur wenige Bedienelemente. Den Ein/Ausschalter hat Falk zwar wieder an der Oberseite platziert. Allerdings befindet er sich nicht mehr, wie bei den ersten Geräten der F-Serie, in der Mitte, sondern ist nach rechts gerutscht. Dies und eine 3-Sekunden-Verzögerung sorgen dafür, dass das Gerät nicht versehentlich ein- oder ausgeschaltet wird. So schnell hat bislang kaum ein Hersteller Anwender- und Tester-Kritik umgesetzt. Wie zahlreiche Konkurrenten auch, schweigt sich auch Falk über einige technische Daten aus. So verrät der Hersteller zwar, dass ein "GloNav Empfänger" für die GPS-Signale zum Einsatz kommt. Über den verwendeten Prozessor gibt es jedoch keine Informationen. Als einer der ersten Hersteller baut Falk nicht nur ein TMC-Modul in das F8 ein, sondern auch gleich noch die dazu gehörende Antenne! So stört die kleine Wurfantenne nicht mehr. Der Empfang während der Navi-Test-Phase war gut. Ohne jedes Zutun lieferte das Gerät aktuelle Verkehrsmeldungen und berücksichtigte sie bei der Routenplanung. Für Regionen mit schlechter Senderabdeckung lässt sich eine TMC-Antenne anschließen.
Bluetooth-Freisprecheinrichtung eingebaut
Keine Probleme gab es auch beim Einsatz der Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Die erste Verbindung zu dem Test-Handy war innerhalb von knapp zwei Minuten hergestellt, später kannten sich die Geräte schon und es klappte noch deutlich schneller. Nicht zuletzt hat das Falk F8 auch einen FM-Transmitter eingebaut. Wie bei anderen Geräten mit dieser Technik traten auch beim neuen Falk-Modell zwei Probleme auf. Zunächst ist es stets schwierig, eine freie Frequenz zu finden, und dann sorgt der schwache Sender für nur mäßige Audio-Qualitäten insbesondere bei der Wiedergabe von MP3-Musik über die Lautsprecher des Autos. Neben MP3-Dateien kann das Gerät übrigens auch Videos abspielen und Musik anzeigen. Auch einige Spiele sind vorinstalliert. Nicht zuletzt verfügt auch das Falk über einen "TravelGuide". Darin hat Falk Reiseführerunhalte von "Marco Polo" in Hunderten Städten und Regionen West- und Osteuropas mit über einer Million Points of Interest zusammengefasst. Zu einigen besonders wichtigen Sehenswürdigkeiten sind auch Bilder und Texte gespeichert. Sie liest das Navi auch auf Wunsch vor. Das Display des F8 misst 4,3-Zoll in der Diagonalen. Falk verwendet einen Antireflex-Display. Und in der Tat war der Bildschirm während des Navi Tests frei von Blendeffekten und gut ablesbar. Das Kartenmaterial umfasst 42 europäische Länder, wobei insbesondere in Osteuropa nur die Hauptstraßen erfasst sind. In Mittel- und Westeuropa ist jedoch eine durchgehende Tür-zuTür-Navigation möglich. Das Kartenmaterial bezieht Falk von Navteq. Es ist im interne Speicher des gerätes vorinstalliert, der 2 GB umfasst. Zusätzlich steht ein Steckplatz für eine SD- oder Multimedia-Card mit weiteren Kartenmaterial oder anderen Dateien zur VerfügungNeueste Navigation-Software
Das Falk F8 arbeitet mit dem "Navigator 7". Diese neue Software-Version konnten wir bislang nur auf dem M6 testen, das jedoch über ein 3,5-Zoll-Display verfügt. Auf dem Widescreen-Display des F8 wirkt die Darstellung deutlich weniger gedrängt. Ganz im Gegenteil. Hier erst zeigt die neue Software ihre Stärken. Insbesondere während der Navigation wirkt das Display sehr aufgeräumt. Zusätzliche Informationen lassen sich an der rechten Seite einblenden. Auf Wunsch arbeitet das F8 sogar mit einem "Splittscreen" und zeigt rechts einen Kartenausschnitt mit einem anderen Maßstab, der für mehr Übersicht über die Route sorgt. Links blendet das Gerät die Fahranweisungen mit einem großen Pfeil ein. Am oberen Rand sind Hinweise zur verbleibenden Fahrzeit und -strecke zu sehen. Doch ein Antippen genügt, um diese Information beispielsweise gegen die aktuelle Geschwindigkeit oder Höhe auszuwechseln. Dank des Widescreen-Displays bleibt trotz dieser vielen Zusatz-Informationen genug Platz für die Kartendarstellung in der Mitte. Während der Fahrt überzeugt das Navi mit seinen sinnvollen Routen und den präzisen Fahranweisungen. Der Wechsel zwischen Tag- und Nachtmodus erfolgt wahlweise manuell oder automatisch. Auf Wunsch passt das F8 beispielsweise auch in Tunneln die Helligkeit automatisch an. Als hilfreich erwies sich während der Testfahrt der Fahspurassistent. Er zeigt auf Autobahnen und Bundesstraßen frühzeitig die korrekte Abbiegespur. Und praktisch ist auch die eingeblendete Fahrtrichtung auf der Karte. Beim Annähern an eine Kreuzung zeichnet die Software einen Richtungspfeil direkt in die Karte hinein. Doch bevor Sie sich von F8 navigieren lassen können, gilt es natürlich ein Ziel zu defineiren. Das kann auf vielfältige Weise erfolgen. So lassen sich zuvor angesteuerte Ziele ebenso aufrufen wie gespeicherte Favoriten. Sonderziele oder Adressen aus dem Travel-Guide können ebenso als Ziel fungieren wie eine beliebige Adresse. Deren Eingabe erfolgt mit Hilfe einer virtuellen Tastatur. Die Bedienung mit dem Finger ist dabei grundsätzlich möglich. Wer große Finger hat, nutzt besser einen Stift. Er gehört allerdings nicht zum Lieferumfang. Die anschließende Routenberechnung erfolgte recht flott. Weniger überzeugend waren mitunter die Geschwindigkeit beim Bildaufbau und der Wechsel zwischen den Menüs. Hier war häufiger das "Ich arbeite" Symbol von Windows CE zu sehen, auf das die Falk-Software aufsetzt.Fazit: Wer sich an der mitunter nicht optimalen Geschwindigkeit der Software nicht stört, sich gleichzeitig aber möglichst viele Extras von seinem künfitigen Navigationssystem wünscht, bekommt mit dem Falk F8 ein hervorragend ausgestattetes Gerät zum Knallerpreis (laut Katalog 349,95 Euro)! Das Kartenmaterial ist umfangreich, die errechnete Route sind sinnvoll und berücksichtigen aktuelle Verkehrsstörungen, und die Halterung ist perfekt. Ganz zweifellos wird das F8 viele zufriedene Käufer finden!


