Was sollen Fahrrad Navigationsgeräte beherrschen?
Wie kommen Karten, Tracks oder besonders interessante Punkte (POIs) auf das Navi?
Waren für ältere GPS-Navis noch spezielle Datentransfer-Programme notwendig, so können GPS-Daten inzwischen einfach zwischen PC und Gerätespeicher verschoben werden. Wenn man weiß, wo sie die Daten befinden und wie sie sich nennen. Selbst bei Garmin wird dies leider nicht einheitlich geregelt, und auch beim MyNav versinken die Daten in entrückte Verzeichnisse. Wer sich einmal an den Dateinamen und Speicherort gewöhnt hat, ist beim Datentransfer flott bei der Sache. Die Übertragung erfolgt bei allen über eine USB-Kabel, aber nur Satmap, Aventura und Xplova nutzen das schnellere USB 2.0, welches bei Verschiebung von großen Rasterkarten viel Zeit spart.
Energiehunger bei mobilen Fahrrad-Navis
Größere Farbdisplays verlangen mehr Energie. Die Zeiten eines eTrexH, der bis zu drei Tagestouren durchhielt, scheinen vorbei zu sein. Die mobilen Navis waren mehrere Stunden Temperaturen um den Gefrierpunkt ausgesetzt mit dauerhafter Displaybeleuchtung. Es ein Stromverbrauch von ca. 90mA (Lowrance und Mynav) im Standardmodus ohne Beleuchtung, bis zu 260mA (Aventura bei voller Displaybeleuchtung gemessen. Zum Navi-Vergleich: ein Garmin eTrex Vista zeigte sich demgegenüber mit 40mA bzw. 110 mA bei voller Beleuchtung deutlich sparsamer. Bei Navi-Tests hielten die mobilen Navis bei mehreren Touren mindestens sechs Stunden durch. Xplova, Aventura und Satmap zeigten danach deutlichen Ladebedarf. bei wärmeren Temperaturen könnten die Betriebszeiten erheblich steigen. Dennoch bedeutet dies: Spätestens am zweiten Tourentag die Akkus wechseln, und zwar bei allen Modellen.
Dagegen sind der Datenmenge bei der Wegaufzeichnung kaum Grenzen gesetzt. Sie hängt nur noch von der Kapazität der Speicherkarte ab. Garmin und Lowrance geben zwar noch eine mengenmäßig begrenzte Anzahl von Tracks, Routen und Wegpunkten an, aber diese reichen in der Regel aus. Kritischer wird es mit dem Speicherplatz, wenn große Mengen POIs oder Wegpunkte auf das Navi gespielt werden. Wer damit liebäugelt, sollte auf ausreichende Kapazität achten.
Bestform mit passender Navi Karte
Erst mit den richtigen Karten und der passenden Software laufen einige mobile Navis zur Höchstform auf. Die amtliche 1:25000er topografische Karte, die für Fahrradtouren abseits des Verkehrs die interessanteste variante ist, lässt sich inzwischen auf allen Navis darstellen- allerdings sehr unterschiedlich in Darstellung und Komfort.
Hier gebührt ein Lob Zuliefern wie MagicMaps, Kompass und Touratech, die unermüdlich ihre Software den einzelnen Navis anpassen und dabei fast schon unglaublich schnell reagieren. So gab es passend zum Start des Xplova schon eine Anbindung zu MagicMaps, und Touratech hat sich zur idealen Begleitplattform des Aventura entwickelt. beide haben wesentlich komfortablere Export-Lösungen von Rasterkarten auf die Garmin-Navis entwickelt, als die Hersteller selbst anbietet.
Tracks, Wegpunkte oder Fahrradrouten
Auf alle Navis können auch externe Daten geladen werden, die als Tracks, Routen und Wegpunkte angeboten werden. Als Standardformat hat sich inzwischen das GPX-Format etabliert. Es wird von den meisten Tourenportalen im Internet verwendet und kann von allen mobilen Navis im Test verarbeitet werden.
In der Praxis erweisen sich die Dateien immer wieder als tückisch bis teilweise unbrauchbar. Der Garmin ist empfindlich gegenüber fehlerhaften GPX-Dateien. Andere Navis wie der Satmap benennen die ursprünglichen Tracks um, wieder andere können die einzelnen Teilstücke in einer GPX-Datei nur gemeinsam darstellen. Hier ist also dringend Kontrollbedarf angesagt, sobald man sich Daten auf das eigene Navi geladen hat.
Wer am Bildschirm seinen Wegverlauf zeichnet oder eine Strecke aus dem Internet herunterlädt, sollte diese am besten als Track, in das Navi übertragen. Verwirrend: Satmap bezeichnet Tracks leider als Routen. Aventura und Satmap ermöglichen als einzige Navis das Zeichnen von Tracks auf dem Bildschirm. Am einfachsten und schnellsten geht die Aktivierung von Tracks, Routen und Wegpunkten beim Oregon, beim Lowrance und beim Xplova. Sämtliche Navis bringen aber eine solche Funktionsvielfalt mit sich, dass man gut und gerne ein Wochenende zum Erlernen der Bedienung investieren kann.
Für Autonavis ist Routinefähigkeit eine Selbstverständlichkeit, also die automatische Berechnung einer günstigen Strecke von einem Punkt zum anderen. Fahrradfahrer konnten sich bis vor kurzem vom GPS-Navi nur über das normale Straßennetz leiten lassen. Das hat sich geändert. So ermöglicht Garmins Tops V3 Karte in Deutschland das Routine auf den offiziellen Radfernwegen. Das ist gut für längere Radurlaube, aber nicht für Tagesausflüge, da in den meisten Regionen kein Radfernweg vor der Haustür startet. Anders bei Xplova und MyNav. Hier gibt es erstmals flächendeckendes Routine auf Deutschlands Feld- und Waldwegen, wobei beim MyNav sogar eine Auswahl nach verschiedenen Wege- und Fahrradklassen möglich ist. So kann man sich theoretisch von der Haustür an jeden beliebigen Punkt führen lassen.
