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Fahrrad- Bike- Navigation Test

Endlich haben Sie die Möglichkeit auch mit einem Outdoor-Navi als Radfahrer Ansagen zu erhalten, dank der technischen Reife der neuen Bike GPS Navigationsgeräte.

Das durchweg hohe Niveau bei Empfang und Genauigkeit. Selbst im Wald und schluchtartigen Tälern lokalisiert das GPS- Navi metergenau. Fahrradtouren können so über mehrere Tage dargestellt und aufgezeichnet werden. Das digitale Kartenmaterial ist in den neuen Navis in hoher Präzision verfügbar. Leicht und einfach lassen sich in vielen Internetportalen zahlreiche fertige Touren herunterladen. Das Internet erweist sich als Fundgrube für fertige, fast immer kostenlose GPS-Touren, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. In der Fahrradnavigation sieht aber eine einfache Streckenberechnung gegenüber der Autonavigation ein wenig anders aus.

Auf dem Fahrrad hingegen soll es eine beeindruckende Tour werden. Da liegt nun das erste Problem. Kein Navi kann wissen, was sein Besitzer unter der "wohl schönen" Radtour versteht. Rennradfahrer wollen den Asphalt spüren, Mountainbiker möglichst nicht. Outdoor-Routing ist also wesentlich anspruchsvoller als Autonavigation.

Wie funktioniert Fahrradrouting?

Für Radfahrer muss das digitale Kartenmaterial und davon besonders die Daten, aus denen die Karte erzeugt wird, dabei weit mehr Informationen enthalten als für Autofahrer. Eigenschaften wie Asphalt oder single trail wollen zugeteilt werden, damit das Navi eine Wunschstrecke für Mountainbike oder Rennprofis ausrechnen kann.

Aber solche Inhalte sind qualitativ hochwertig und flächendeckend leider noch nicht verfügbar, denn sie müssen vor Ort recherchiert werden. So nutzen die verschiedenen Hersteller von Outdoorkarten meist vorliegende Datenqellen wie die amtlichen ATKIS-Daten, die zwar in der Wegführung meist sehr genau sind, aber bei denen entscheidende Eigenschaften wie Oberflächenqualität fehlen. Logiball und Alpenstein haben sich darauf spezialisiert, diese Daten für den Outdoor-Bereich mit den vorliegenden Kfz-Daten zu verknüpfen und zu aktualisieren. Doch von perfekten Outdoor-Grundlagen sind sie noch weit entfernt. Alle mobilen Navis im Test schlugen immer wieder einmal Strecken vor, die eigentlich nicht Fahrradtauglich waren oder für die es in direkter Nähe bessere Wegstrecken gegeben hätte.

Mit dem Fahrrad hoch und runter

Um Steigungen vermeiden zu können, muss auf Höhendaten zugegriffen werden, wieder ein unsichtbares Merkmal der Ausstattung der jeweils benutzten Karte. Das Navi zeigt dann nach der Berechnung der Route auch das zugehörige Höhenprofil an, so kann man sich verschiedene Varianten berechnen lassen und sich für eine entscheiden. Ob und wieviele längere Anstiege zu bewältigen sind, waren die Informationen über die Höhe bei allen Navis ausreichend. Ein wenig Übung mit den herauslesen von Höheninformationen, bringt Ihnen einen klaren Gewinn. Was aber keines der Navis schaffte, war allerdings die Vorhersage kürzerer Anstiege oder gar den wirklichen Steigungsgrad der Straße zu berücksichtigen. Der Grund liegt in der Ungenauigkeit der verwendeten Daten, die vielfach nur alle 90 Meter über eine Höheninfo verfügen.

Routingoption in der Fahrradwelt

Auch bei der Navigation belegen die Garminmodelle gute Plätze zusammen mit dem VDO und dicht gefolgt von Falk IBEX 30. Eine ebene oder hügelige, mit Tunneln oder ohne möglichst direkt oder verkehrsarm ist hier die Frage. All das sind sogenannte Routingoptionen. Und hier unterscheiden sich die Navi Tests stark voneinander. VDO GP7, Xplova und Magellan haben eine Kfz-Einstellung und können auch als Auto-Navi dienen. Der Garmin Map 62S braucht dazu eine weitere City-Navigator-Karte. Über einen Fußgänger oder Wandermodus verfügen alle Navis. Der Xplova hat nur einen einzigen Fahrradmodus. Falk IBEX 30 bietet die größte Auswahl an Optionen, die für Radfahrer einen Sinn ergeben. Entscheidend für die Qualität der Ergebnisse war nicht die Navigationssoftware, sondern die jeweils genutzten digitalen Karten mit ihren Streckennetzen, Höhendaten, Orts- und Detailinformationen. Es sollte somit auf die Straßenkarte geachtet werden, die sich im Navigationsgerät befindet (Garmin Map62s mit City-Navigator oder Topo Deutschland). Biker werden durch die neuen mobilen Navis nicht nur mit klassischer Routen- und Tracknavigation über die Trails, sondern auch mit automatischer Wegfindung (genannt Routing) navigiert. VDO und Falk können auch auf Wunsch mit Sprachansage dienen. Die umfangreichsten Möglichkeiten bietet das VDO (sogar mit Ski-Option) mit einer speziellen Routingeinstellung für Mountainbiker, die auch einfache Wanderwege in die Wegfindung mit einbezieht.

Am Beispiel Routing zeigt sich, dass bei der Wahl des richtigen GPS-Geräts auch dem jeweiligen Kartenangebot große Bedeutung zukommt. Garmin Navis lassen sich nicht mit VDO-Karten füttern und umgekehrt. Während Satmap und TwoNav Rasterkarten mit der klassischen Optik von Papierkarten arbeiten, setzen etwa Garmin, VDO und Falk auf routingfähige Vektorkarten.

Kartentyp für Biker

Jedoch bietet Garmin auch einen kostenpflichtigen Download Service für Rasterkarten an. Darüber hinaus lassen sich auf die Garmin-Navis und das VDO, aber auch auf das Falk IBEX 30 und das Xplova in begrenzten Umfang Rasterkarten von Fremdanbietern übertragen. Hierzu zählen der MagicMaps Tour Explorer Deutschland sowie für Garmin viele mit der Software Touratech QV kompatible Karten. Der Upload von Rasterkarten erweitert auch die Navigationsmöglichkeiten, lassen sich doch beide Kartentypen übereinanderlegen und damit die vertraute Ansicht von Rasterkarten mit der Routingfunktion von Vektorkarten kombinieren.

Wer vor allem Wert legt auf die klassische Landkartenoptik und auf Routing verzichten kann, sollte zu einem Rasterkartennavi von Satmap oder TwoNav greifen, deren Kartenmaterial oftmals die bessere Darstellungsqualität zeigen. Auch bieten sie die größere Auswahl an Rasterkarten zum günstigeren Preis. Bei Satmap kostet etwa die Top25 von Bayern 70 Euro, bei Garmin bereits der Download der Bayrischen Alpen rund 40 Euro.

Hat man sich für einen Kartentyp entschieden, lohnt ein Blick auf die verfügbare Kartenauswahl. Hier glänzen Garmin, Satmap, TwoNav und auch VDO mit einer breiten Palette Fahrradtauglicher Karten, die viele beliebte Ziele abdeckt. Mit den Karten von Garmin, VDO und TwoNav lassen sich sogar Touren am Computer planen. Satmap stellt stattdessen im Internet Karten für die Onlineplanung bereit.

Kein Geld für Kartenmaterial? Vor allem das Garmin Duo und das TwoNav lassen sich mit kostenlosen Karten aus dem Internet bedienen. Zwar ist das Kartenmaterial, was das Wegenetz angeht, nicht immer so exakt und vollständig wie käufliche, für den günstigen Einstieg oder den Bike Urlaub aber durchaus eine Alternative. Zumal für Garmin sogar routingfähige Mountainbikekarten im Netz stehen.

Im Fahrrad Navi Praxis Test

Ein guter Navi Test konzentriert sich auf Strecken für Radfahrer, die auch jemanden durch Groß- und Kleinstädte leiten lassen, aber auch durch Wälder, Flachland und Mittelgebirge. Falk und Xplova vermieten besonders gut Hauptverkehrsstraßen und zeigten sich damit familienfreundlich. In allen Navis war ein freizügiger Umgang mit dem Wegenetz zu bemerken, wo in einzelnen Situationen auch der Friedhof, eine Sackgasse, gegen eine Einbahnstraße oder durch Fußgängerzonen auf der Strecke genommen wurde. Zugewucherte Waldwege befanden sich im Navi Test und an Privatgrundstücken hieß es umdrehen. Wer auf dem falschen Weg fuhr, für den berechnet das Navi die Fahrradroute automatisch neu.

Bedienung machte den Unterschied

Outdoornavis wiesen die größten und entscheidenden Unterschiede in der Bedienung auf. Alle mobilen Navigationsgeräte zeigen nach dem Start ihre jetzige Position auf der Karte. Der Nutzer kann dann mit der Zieleingabe beginnen. Mit ihren intuitiven Touchscreenmenüs erschließen sich auch für Einsteiger alle Funktionen im Nu von der Track bis zur Routennavigation. Beides am besten vereint aber das Garmin GPS Map62s. Die pfiffige Tastenbedienung und der helle, oft ohne Beleuchtung gut ablesbare Bildschirm setzen Maßstäbe. Bei dem Garmin Map62s drückt man dazu den "Find"-Knopf, wird danach aber mit der Auswahl von 23 verschiedenen Kategorien konfrontiert. Diese Auswahl nach Wegpunkten, Routen, Tracks oder POIS bieten fast alle Fahrradnavis. Anfänger können leicht überfordert werden. Voll überzeugen konnte der Falk IBEX 30, der auch von Anfängern relativ intuitiv zu beherrschen wird.

Die vom Kfz-Navi gewohnte Adresseingabe verläuft bei Falk IBEX und Xplova besonders schnell durch das automatische Vervollständigen der Namen. Diese Adresseingabe funktioniert bei Garmin Map62s nur bei anderen Karten. Obwohl die Topo Deutschland Straßennamen anzeigt, kann man diese nicht aufrufen.

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